Noch mehr Kleine Waffenscheine in NRW

Schreckschusspistole

Noch mehr Kleine Waffenscheine in NRW

Von Jörn Seidel

  • Landesregierung: Mehr Kleine Waffenscheine in NRW
  • Anstieg um mehr als fünf Prozent im Jahr 2019
  • Kritik von Innenminister und Polizeigewerkschaft

Die Nachfrage nach dem Kleinen Waffenschein ist in NRW auch in diesem Jahr gestiegen. Mittlerweile besitzen ihn fast 164.400 Menschen – knapp ein Prozent der Bevölkerung. Das geht aus einer am Montag (18.11.2019) veröffentlichten Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage aus der AfD-Fraktion hervor.

Wie sehr ist die Nachfrage angestiegen?

Bis Ende vergangenen Jahres hatten in NRW noch 156.000 Menschen einen Kleinen Waffenschein. Bis Mitte November 2019 stieg die Zahl also um mehr als fünf Prozent an. Laut "Redaktionsnetzwerk Deutschland" hat sich die Zahl seit 2014 mehr als verdoppelt - auch deutschlandweit.

Außer dem Kleinen Waffenschein gibt es noch zahlreiche weitere Waffen-Berechtigungen. Tatsächlich im Besitz einer Waffe oder eines Waffenteils sind laut Landesregierung in NRW aktuell rund 154.000 Bürger.

Deutlich mehr Kleine Waffenscheine in NRW Aktuelle Stunde 12.01.2019 02:50 Min. Verfügbar bis 12.01.2020 WDR Von Mathea Schülke

Wozu berechtigt der Schein und wie bekommt man ihn?

Der Kleine Waffenschein berechtigt dazu, Gas-, Signal- oder Schreckschusswaffen mit sich zu führen - allerdings nicht bei öffentlichen Veranstaltungen. Wer eine solche Waffe lediglich kauft, nach Hause bringt und dort aufbewahrt, benötigt laut Polizei NRW keinen Schein.

Die Hürden für die Ausstellung eines Kleinen Waffenscheins sind in NRW nicht sehr hoch. Um ihn zu bekommen, muss man mindestens 18 Jahre alt, zuverlässig und zum Führen einer Waffe körperlich und geistig geeignet sein. Die Antragsformulare gibt es auf jeder Polizeiwache.

Sicherer durch eigene Waffen? Planet Wissen 02.11.2017 58:03 Min. UT Verfügbar bis 14.02.2022 WDR

Welche Kritik gibt es am Kleinen Waffenschein?

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat bereits wiederholt gewarnt, dass eine Schreckschusspistole nicht für mehr Sicherheit sorge, sondern sogar Gefahren berge. Aus nächster Nähe könnten solche Waffen lebensgefährliche Verletzungen verursachen.

So sieht es auch die Gewerkschaft der Polizei NRW, die den Kleinen Waffenschein in der Vergangenheit als "Scheinsicherheit" bezeichnet hatte. Denn der Einsatz von Schreckschusspistolen könne eine Situation leicht eskalieren lassen.

Stand: 18.11.2019, 15:16

Kommentare zum Thema

13 Kommentare

  • 13 Patrick 20.11.2019, 09:55 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 12 Thomas 19.11.2019, 11:18 Uhr

    Sorry aber unsere Polizei ist eine anscheissicherheit... Wenn Gesetzes Treue Menschen ein kleinen Waffenschein haben wollen, Dann sollen sie halt. Ich hab ihn auch, und? Bin ich jetz ein Sicherheits Risiko? Ich denke nicht! Aber der deutsche Michel ist ja nicht glücklich, wenn er nicht an andren Kritik und Zweifel hegen kann...

  • 11 andrea 19.11.2019, 08:51 Uhr

    Welche Politiker? Ich kann alle Leute verstehen, die sich bewaffnen. Leider ist es heute so, daß man in der Dunkelheit und an einsamen 0rten wirklich nur noch bis an die Zähne bewaffnet halbwegs sicher ist. In Deutschland ist nur noch eines 1000%ig sicher: Daß es immer weiter nach unten geht! Und daß selbst Jugendliche Messer bei sich tragen und diese auch einsetzen, ist leider ein Fakt. In manchen "Kultur"-Kreisen bekommen die Kinder es aber schon so vorgelebt. Warum also noch wundern?

  • 10 Knatter-Else 19.11.2019, 08:33 Uhr

    Da wundere ich mich aber jetzt, dass der WDR die Kommentarfunktion zulässt. Hut ab. Bei brisanten Themen ist die ja sonst abgeschaltet. Warum immer mehr Deutsche einen Waffenschein haben, dürfte ja wohl klar auf der Hand liegen. Seit 2015 sind wir im eigenen Land nicht mehr sicher. Als Frau nachts allein nach Hause war früher mit einem mulmigen Gefühl verbunden, heute droht leider echte Gefahr, vor allem in den Städten. Mehr mag ich gar nicht schreiben, weil der Kommentar dann gesperrt wird.

  • 9 Christian 19.11.2019, 07:58 Uhr

    Mehr Waffen führen zu mehr Unsicherheit! Wenn Leute im Streit auf einer Party ihre Schreckschusswaffe ziehen und damit Leute verletzen oder Schulen immer mal wieder wegen Pfefferspray-Sprüher evakuiert werden hat damit doch niemand was gewonnen! Da auch Reichsbürger schon Waffenscheine bekommen haben, scheint die Beantragung auch nicht gerade sorgfältig geprüft zu werden. Wir brauchen hier keine amerikanischen Verhältnisse!

    Antworten (1)
    • Ich.. 19.11.2019, 10:22 Uhr

      Waffenscheine werden in Deutschland nur sehr sehr selten ausgestellt... sie meinen eine WBK,ein riesen Unterschied. Und amerikanische Verhältnisse haben wir doch schon... sich vielleicht einmal richtig informieren..würde mich da nicht auf die so genannten Qualitätsmedien verlassen. Jeden Tag Massenschlägereien Messerstechereien Vergewaltigungen Mord und Totschlag.. no go Areas ... aber man bekommt das was man wählt.

  • 8 Rainer 19.11.2019, 00:10 Uhr

    Es sind weitaus mehr Menschen in Deutschland die sich nicht mehr sicher fühlen. Pfefferspray verboten und im Falle eines Falles kann auch dieser Einsatz also auch gegen einen gedreht werden. Somit bleibt eine Waffe das Mittel der Wahl. In den meisten Augen ist eine Waffe schneller zu ziehen und wirksamer im Einsatz. Zur Notwehr sollte einem jedes Mittel recht sein.

  • 7 Axel 18.11.2019, 21:21 Uhr

    Pfefferspray reicht auch zur Notwehr. Beim Einsatz einer Gaspistole könnte der Richter sagen, dass das Opfer selbst nicht ganz „sauber“ sei.

    Antworten (1)
    • Rainer 19.11.2019, 00:12 Uhr

      Nur ist Pefferspray leider illegal im Einsatz gegen Personen. Pfefferspray ist in Deutschland nur zur Tierabwehr erlaubt. Es bleibt also im Ermessen des Richters auch dem Opfer eine Schuld anzurechnen.

  • 6 Moniça 18.11.2019, 18:59 Uhr

    Vlt sollte man die Psychologie und Pädagogik befragen wie man mehr Happyness und Sicherheitsgefühl in die Menschen bekommt

  • 5 Mike 18.11.2019, 18:09 Uhr

    Den Bedenken der NRW-Polizeigewerkschaft ist zuzustimmen! Ganz besonders problematisch, wenn jemand mit einer echten/scharfen Schusswaffe auf jemanden mit einer Anscheinsschusswaffe trifft. Letzterer kann nur(!) auf die einschüchternde Wirkung hoffen(!), während Erstgenannter, durch die augenscheinliche Bedrohung bzw. Gegenbedrohung, eher geneigt ist abzudrücken. Wo zwei Schusswaffen aufeinandertreffen, fällt in der Regel auch mindestens ein Schuss: fatal und ggf. final ... für denjenigen/diejenige mit dem Schreckschusskaliber.

    Antworten (1)
    • Heinrich 19.11.2019, 06:26 Uhr

      Hallo Mike, dem kann ich nur zustimmen. Das wäre eine äußerst gefährliche Situation, die zumindest für den Schreckschuss-Waffenbesitzer tödlich enden könnte. Es ist sehr leichtfertig, sich mit einer mitgeführten Schreckschusswaffe sicher zu fühlen. Ich selbst habe seit Jahrzehnten eine, die ich aber früher nur zu Sylvester benutzt hatte um Leuchtmunition abzuschießen. Mitführen würde ich die Waffe aus vorgenanntem Grunde nicht. Ich sehe da kein Abschreck-Potential sonder eher ein Gefahrenpotiential.

  • 4 Werner 18.11.2019, 17:59 Uhr

    Wir schaffen das Suggestion, eine Arbeitsbeschaffungsmaßname für die Waffenindustrie wenn man das positiv sehen möchte, hilft nicht wirkliche wie bei der Homöopathie , es sei denn man glaubt daran, leider keine Kassenleistung.

  • 3 Heinzb aus nrw 18.11.2019, 17:57 Uhr

    Fremde Erde, im Vergleich zu anderen EU -Ländern , die mit Zeiten ab 2015 und zur Zeit nicht betroffen sind , wird mehr getan für den Schutz des jeweiligen Volkes , da sind moderate Gesetze gestaltet , weil die Regierungen dort merken , alleine die Polizei kann nicht den Schutz der Bevölkerung bewerkstelligen . Hier dagegen liegt der sich verfestigte Eindruck , es Präsenz Täterschutz vor Opferschutz . Das war zu sehen in Berlin und in Halle .

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