Ab 14. Mai: So sieht der Kita-Öffnungsplan aus

Die Garderobe in einer Kita und eine Tafel mit der Aufschrift "Geschlossen"

Ab 14. Mai: So sieht der Kita-Öffnungsplan aus

Von Martin Teigeler

  • Familienminister Stamp (FDP) öffnet Kitas ab 14. Mai weiter
  • Weitere stufenweise Öffnungen ab dem 28. Mai und ab Juni
  • Privat organisierte Kinder-Betreuung durch Eltern wird erlaubt

Ab dem 14. Mai können die Kitas wieder mehr Kinder betreuen. NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) sagte am Freitag (08.05.2020) in Düsseldorf, Zugang bekämen zunächst diejenigen Vorschulkinder, die einen Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket haben - also Kinder mit einem besonderen Förderbedarf.

Zudem sollen alle Kinder mit Behinderungen betreut werden. Die Kindertagespflege steht wieder allen Zweijährigen offen. Privat organisierte Betreuung durch Eltern wird erlaubt.

Gebührenfrage noch nicht entschieden

Ab dem 28. Mai können laut Stamp dann wieder alle Vorschulkinder in die Kita. Ab Juni sollen alle Kinder in Nordrhein-Westfalen wenigstens an zwei Tagen vor der Sommerpause in die Kindertagesstätten zurückkehren dürfen.

Joachim Stamp

Familienminister Joachim Stamp (FDP)

Ob es mehr als zwei Tage werden könnten, werde man angesichts der dynamischen Lage noch sehen, sagte Stamp im WDR-Hörfunk. Anfang kommender Woche will der Minister in Absprache mit den für die Kitas zuständigen Kommunen und Trägern einen Erlass vorlegen.

Ab September sollen möglichst alle Kinder in Nordrhein-Westfalen wieder in einem eingeschränkten Regelbetrieb in die Kindertagesstätten gehen können. Stamp stellte den Öffnungsplan unter den Vorbehalt der weiteren Entwicklung der Corona-Infektionen.

Ob Eltern im Juni wieder Kita-Gebühren zahlen müssen, ist noch offen. "Wir fahren auf Sicht", sagte Stamp.

Die Über-60-jährigen Kita-Beschäftigten sowie Erzieherinnen und Erzieher mit Vorerkrankungen werden vorläufig noch nicht bei der Kinderbetreuung eingesetzt. Man wolle weitere wissenschaftliche Erkenntnisse über die Übertragung von Corona-Infektionen von Kinder auf Erwachsene abwarten, so Stamp.

Abstandsregeln könnten kleine Kinder nicht einhalten. Mehrere Tausend Kita-Kinder sollten auf das Coronavirus getestet werden.

Vize-Ministerpräsident kritisiert Bund

Der Vize-Ministerpräsident kritisierte die Bundesregierung. Die Familienminister der Bundesländer hätten bereits in der vergangenen Woche einstimmig ein Kita-Öffnungskonzept vorgelegt. Das Kanzleramt habe das Papier zunächst nur zur Kenntnis genommen. Dadurch habe man "eine ganze Woche verloren". Das sei ein falsches Signal vom Bundeskanzleramt" gewesen, so Stamp.

Lob und Kritik

Der Landkreistag NRW begrüßte Stamps stufensweises Konzept. Ziel müsse es sein, das Infektionsrisiko für Kinder sowie Erzieherinnen und Erzieher zu minimieren. Vorsichtiges Lob kam auch von der SPD - allerdings solle das Land nun auch den Eltern die Kita-Gebühren komplett erstatten. Die AfD forderte hingegen die sofortige Öffnung der Kitas.

Anmerkung der Redaktion: Im dritten Absatz wurde klargestellt, dass die Kinder im Juni an zwei Tagen vor den Sommerferien in die Kitas kommen dürfen - nicht an zwei Tagen pro Woche.

#CoronaEltern: Eltern im Ausnahmezustand

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 07.05.2020 20:16 Min. Verfügbar bis 07.05.2021 WDR 5 Von Simone Schlosser

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Stand: 08.05.2020, 14:04

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