Mehr Geld und freie Tage für Kita-Erziehungskräfte

Stand: 19.05.2022, 13:42 Uhr

Im Tarifstreit der kommunalen Sozial- und Erziehungsdienste gibt es einen Durchbruch: Die Beschäftigten sollen monatliche Zulagen und Entlastungstage bekommen. Streiks sind damit vom Tisch.

Mehr Geld, mehr Freizeit: Nach zwölfstündigen Verhandlungen einigten sich Gewerkschaft und kommunale Arbeitgebern am Mittwochabend darauf, den 330.000 Erziehungskräften und Sozialarbeitenden zusätzliche Entlastungstage und monatliche Zulagen zu geben. Damit sind weitere Warnstreiks vorerst vom Tisch. In den kommenden Wochen sollen die Mitglieder der Gewerkschaft Verdi über die Tarifeinigung entscheiden, es gilt aber als sehr wahrscheinlich, dass der Vertrag angenommen wird.

130 Euro mehr im Monat

330.000 Beschäftigte profitieren von der Einigung: Sozialarbeitende, Mitarbeitende in Einrichtungen der Behindertenhilfe und vor allem in Kindertagesstätten. Konkret geht es um drei Punkte:

  • Ab 1. Juli gibt es mehr Geld – je nach Entgeltgruppe zwischen 130 Euro und 180 Euro.
  • Dazu zwei so genannte Regenerationstage im Jahr - auch wegen der starken Belastungen im Zuge der Pandemie. Wer möchte, kann die Gehaltszulage in maximal zwei weitere freie Tage umwandeln.
  • Dritter Punkt der Einigung: Es gibt strukturelle Verbesserungen innerhalb des Tarifgefüges und bessere Möglichkeiten, sich höher eingruppieren zu lassen. Damit sollen die Berufe attraktiver gemacht werden - denn der Personalmangel ist eklatant.

Verdi-Chef: Wichtiger Kompromiss gegen Fachkräftemangel

Frank Werneke, Verdi-Vorsitzender, spricht in einem dpa-Interview.

Verdi-Chef Frank Werneke.

Von der neuen Vereinbarung profitieren Beschäftigte in fast allen Bundesländern. Verdi-Vorsitzender Frank Werneke dankte den Beschäftigten, "die in den vergangenen Tagen und Wochen gekämpft und gestreikt haben". Auch die Arbeitgeberverbände zeigten sich zufrieden mit dem Kompromiss.

Andere Arbeitgeber orientieren sich an den Ergebnissen

Auch andere Arbeitgeber müssen nun rechnen. Die Vereinbarung gilt eigentlich nur für die Beschäftigten bei kommunalen Trägern, also zum Beispiel bei städtischen Kitas, Sozialeinrichtungen, Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Aber kirchliche Arbeitgeber und Wohlfahrtsverbände orientieren sich daran.

Nächste Tarifrunde im Januar

Nach den Verhandlungen ist übrigens vor den Verhandlungen: Im Januar 2023 werden die Gewerkschaften und die kommunalen Arbeitgeber erneut zusammensitzen. Dann geht es in der großen Tarifrunde des Öffentlichen Dienstes um neue Löhne für die 2,8 Millionen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen - also auch für die Kita-Angestellten.

Über dieses Thema berichtet der WDR in Hörfunk und Fernsehen.

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