Kitas: Kontakt lässt sich nicht vermeiden

Kitas: Kontakt lässt sich nicht vermeiden

Von Petra Dierks

  • Lockerungen: bestimmte Vorschulkinder zurück in die Kitas
  • Strenge Hygienevorschriften wegen Corona
  • Kita-Team freut sich auf die Kinder

Bunte Pylonen und Turnkästen stehen mitten im Flur. Sie grenzen die einzelnen Garderoben der Kita-Gruppen ab. Zettel mit Informationen sind gut sichtbar überall angebracht. Desinfektionsmittel und Masken liegen griffbereit. An der Kita Fürberg in Remscheid blickt Leiterin Ulrike Venn der Kita-Öffnung einigermaßen gelassen entgegen.

''Wir sind gut vorbereitet, weil wir seit Wochen schon Kinder in der Notbetreuung haben und zum Glück auch genug Personal“, erklärt sie. Vor Corona waren hier 65 Kinder, seitdem nur noch täglich zwischen 12 und 15. Und ab morgen sind es 42 Kinder.

Herkulesaufgabe in Sachen Organisation

Damit alles reibungslos funktioniert, gibt es für die Eltern „Haltestellen“, an denen sie ihre Kinder abgeben. Auch sind Wege in der Kita vorgezeichnet, damit die Eltern die Einrichtung nicht betreten. ''Wir versuchen, das Infektionsrisiko zu minimieren. Auch weil wir selbst uns nicht anstecken wollen“, sagt Ulrike Venn. Die Sicherheit der Erzieher sei ihr sehr wichtig.

Dennoch seien die Vorgaben des Landes nur schwer umzusetzen. Die Einrichtung ist integrativ, der Personalschlüssel deswegen hoch. Und Ulrike Venn hat viele junge Kolleginnen. Die Sorge vor dem Virus bleibt. ''Wir haben hier Wickelkinder dabei. Kinder, die schwerst mehrfach behindert sind. Wie wollen Sie da Abstand halten?“

Kita-Leiterin Ulrike Venn und eine Mitarbeiterin besprechen sich

Die Kita-Leiterin bespricht den Tag

Aber die Rückkehr zur Normalität hat auch schöne Seiten: Schon jetzt sind nach und nach auch von den Integrativ-Kindern einige zurück. Und mit ihnen die Begleiter im Freiwilligen Sozialen Jahr. Ulrike Venn: ''Die Kinder haben ihre Begleiter wochenlang nicht gesehen - da war die Freude riesengroß, weil die Kinder eine sehr enge Bindung zu ihren Begleitern haben.“

Endlich wieder Leben in der Einrichtung

Ulrike Venn wünscht sich, dass bei niedrigbleibenden Infektionszahlen auch alle anderen Kinder wiederkommen dürfen. Im Moment gebe es Familien, in denen das eine Geschwisterkind kommen dürfe, das andere nicht. Die Gruppen selbst dürfen nicht durchmischt werden, auch auf dem Flur ist Spielen nicht mehr erlaubt.

Auf dem Weg zur Kita wird bereits um Abstand gebeten.

Eine Ausnahme gibt es allerdings. Draußen! Auf dem großen Außengelände der Kita steht eine neue Nestschaukel, die bisher nur die Notbetreuungs-Kinder genutzt haben. Venn: ''Wenn schönes Wetter ist, dürfen auch alle Kinder wieder raus.“

Stand: 14.05.2020, 20:00

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