Kirchenaustritte in Deutschland auf Rekordhoch

Kirchenaustritte in Deutschland auf Rekordhoch

  • 2019 mehr als eine halbe Million Kirchenaustritte
  • Evangelische Kirche will Studie zu dieser Rekordzahl
  • Kirchenaustritte in NRW schon seit Februar bekannt

So viele Menschen wie noch nie haben den beiden großen Kirchen im vergangenen Jahr den Rücken zugewandt. Die Zahl der Austritte stieg auf mehr als eine halbe Million. Das gaben die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Freitag (26.06.2020) bekannt.

Bischof Bätzing bedauert "Entfremdung"

"Wir bedauern jeden Kirchenaustritt", sagte der DBK-Vorsitzende Bischof Georg Bätzing in Bonn. "Die Kirchenaustrittszahl zeigt, dass die Entfremdung zwischen Kirchenmitgliedern und einem Glaubensleben in der kirchlichen Gemeinschaft noch stärker geworden ist."

Insgesamt ging die Zahl der Protestanten und Katholiken um etwa 829.000 Menschen zurück. Der zweitwichtigste Grund dafür ist nach den Austritten das hohe Alter vieler Mitglieder - viele sind gestorben.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Kirchenmitglied

Ende des Jahres zählte die evangelische Kirche noch 20,7 Millionen Mitglieder, die katholische 22,6 Millionen. Damit gehört immer noch etwas mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung einer der beiden großen Kirchen an.

Die Gründe für die erhöhten Austrittszahlen will die evangelische Kirche nun in einer eigenen Studie erforschen. Das kündigte der EKD-Ratsvorsitzende, Bayerns Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, an.

Viele Kirchenaustritte auch in NRW

Schon im Februar war bekannt geworden, dass die Kirchenaustritte in Nordrhein-Westfalen für beide Konfessionen zusammen auf 120.000 angestiegen waren - im Vorjahr waren es noch 88.000. Das ist ein Wachstum um mehr als ein Drittel.

Stand: 26.06.2020, 12:51

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