Kindesmissbrauch in NRW: Zwei weitere Opfer

Kindesmissbrauch in NRW: Zwei weitere Opfer

  • Polizei Köln gibt neue Details zu Missbrauch in Bergisch Gladbach bekannt
  • Zwei neue Opfer, insgesamt acht Kinder betroffen
  • Weitere noch nicht identifizierte Täter

Die Polizei in Köln hat am Mittwochnachmittag (06.11.2019) neue Details zum Kindesmissbrauch in Bergisch Gladbach bekanntgegeben.

Mittlerweile weiß sie von zwei weiteren Opfern im Alter zwischen fünf und elf Jahren. Damit ist aktuell die Rede von acht geschädigten Kindern und fünf Beschuldigten. Bei einem weiteren Mann wird noch geprüft, ob Haftbefehl erlassen wird.

Die Polizei sagt außerdem, dass es weitere Beschuldigte geben könnte - sie seien allerdings noch nicht identifiziert.

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Am Dienstagabend hatten Polizisten aus Köln und Krefeld erst einen 38 Jahre alten Tatverdächtigen in Krefeld festgenommen. Gegen ihn soll noch am Mittwoch (06.11.2019) Haftbefehl erlassen werden.

Im Zuge der Ermittlungen gegen diesen Mann hatte es Anhaltspunkte auf einen weiteren Tatverdächtigen aus Aachen gegeben. Auch dieser Mann wurde am Dienstagabend festgenommen, ein möglicher Haftbefehl geprüft.

Zuvor hatte die Polizei in Bergisch Gladbach weitere Datenträger sichergestellt, auf denen sich Videos und Fotos befinden, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen.

Das Material wurde in dem Haus des Mannes entdeckt, den die Polizei bereits vor zwei Wochen wegen schweren sexuellen Missbrauchs festgenommen hatte.

Einsatz von Datenträgerspürhunden erfolgreich

Bei der Durchsuchung wurden auch Datenträgerspürhunde eingesetzt. Dadurch konnte die Polizei weiteres Material finden.

Darauf, das hat die erste Auswertung ergeben, sei kinderpornographische Fotos und Vieos gefunden worden, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer.

Inzwischen hat die Polizei bei dem Mann aus Bergisch Gladbach rund sieben Terabyte Daten sichergestellt, die ausgewertet werden müssen.

Die Auswertung des Materials aus der ersten Durchsuchung hat außerdem den Verdacht ergeben, dass der in Bergisch Gladbach Festgenommene über verschiedene Mitteilungsdienste in Kontakt mit einer unbekannten aber großen Anzahl von Chatteilnehmern in Kontakt stand.

Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer sprach von einem erheblich technischen Ermittlungsaufwand. "Da kann man durchaus von einer Mammutaufgabe für die Polizei Köln sprechen", sagte Bremer.

Weitere Missbrauchstäter vermutet

"Es ist im Prinzip das eingetreten, wo wir alle gehofft hatten, dass es nicht eintreten wird, dass nämlich tatsächlich noch weiterer sexueller Missbrauch an Kindern in massivster Form vorgenommen wird", sagte der der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob auf der Pressekonferenz.

Das geschehe bisher mit Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen. Die Polizei Köln habe sich deshalb stark aufgestellt. Stand Mittwoch seinen mehr als 130 Polizeibeamte aus ganz NRW mit den Ermittlungen beschäftigt.

Stand: 06.11.2019, 17:18

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