Kinderwünsche ans Christkind zum ersten Advent - "Mach das Virus weg"

Frau im Kostüm mit Engelsflügeln nimmt Briefe von Kinderen entgegen

Kinderwünsche ans Christkind zum ersten Advent - "Mach das Virus weg"

Die Christkind-Postfiliale in Engelskirchen hat bis zum ersten Advent schon 28.000 Wunschbriefe von Kindern aus aller Welt beantwortet. Oft geht es auch um Corona.

Spielkonsolen, Puppen, Bauklötze - die materiellen Wünsche fallen in diesem Jahr bescheidener aus. Viele Kinder, die ans Christkind schreiben, treibt gerade rund um den ersten Advent und den Start in die Advents- und Weihnachtszeit auch noch etwas ganz anderes um: Corona.

Tausende Briefe aus aller Welt

Nur zwei Wochen nach der Eröffnung hat das Christkindbüro der Deutschen Post im oberbergischen Engelskirchen schon 28.000 Briefe aus aller Welt beantwortet. Das sind 3.000 mehr als im vergangenen Jahr rund um den ersten Advent.

Und die Wünsche ähneln sich häufig - das Christkind soll am besten seine Super-Fähigkeiten ausspielen: "Mach das Virus weg", ist da zum Beispiel als Weihnachtswunsch zu lesen.

Wünsche und Corona-Sorgen

Briefe ans Nikolauspostamt

Kinder-Briefe ans Nikolauspostamt

Es gebe kaum ein Schreiben, in dem die Pandemie nicht erwähnt sei, sagt auch Sabine Gerecke vom Nikolauspostamt im Saarland. Auf Wunschzetteln stehe meist ganz oben, "dass Corona weggehen oder das Virus verschwinden soll". Oder: "Dass die Kinder mit der ganzen Familie Weihnachten feiern und auch wieder die Oma besuchen wollen", berichtet die Leiterin der Aktion.

Ernsthaft Sorgen machen sich die Kinder aber auch um den Nikolaus. "Bitte vergiss deine Maske nicht" oder "Nikolaus, bleib gesund!", schreiben die Kinder in diesem Jahr. Vielfach haben sie die Schreiben fantasievoll bemalt und mit Bildchen verziert.

Um Rechtschreibfehler oder Kleberreste schert sich das Christkind nicht. Jeder Wunschzettel wird beantwortet.

Advent im Westen: Kreativ, ungewöhnlich und besinnlich

Trotz Lockdown und Weihnachtsmarktverbot startet der Westen kreativ in die Adventszeit - mit viel Licht, ungewöhnlicher Weihnachtsdeko und pfiffigen Verkaufsideen.

Weihnachtlich beleuchtetes Haus

Hier wohnt ein echter Weihnachtsfan: Um sein altes Zechenhäuschen so ins rechte Licht zu rücken, nimmt sich der Duisburgers Andreas Krause tatsächlich 14 Tage Urlaub. In zwei Wochen bringt er rund 100.000 Einzellichter an - plus Stern mit Kometenschweif am Fahnenmast. Klar, dass da die Passanten staunend stehen bleiben.

Hier wohnt ein echter Weihnachtsfan: Um sein altes Zechenhäuschen so ins rechte Licht zu rücken, nimmt sich der Duisburgers Andreas Krause tatsächlich 14 Tage Urlaub. In zwei Wochen bringt er rund 100.000 Einzellichter an - plus Stern mit Kometenschweif am Fahnenmast. Klar, dass da die Passanten staunend stehen bleiben.

Die Polizei in Dortmund hat in diesem Jahr einen besonders ausgefallenen Adventskranz kreiert. Statt Kerzen blinken auf dem Tannengesteck vier Polizeikellen.

Ein echter Hingucker ist dieser Adventskranz in XXL. Der steht in Heimbach in der Rureifel und wer will, kann sogar mit dem Auto herumfahren, um in eine besinnliche Stimmung zu kommen. Der Mega-Kranz steht nämlich mitten in einem Kreisverkehr am Bahnhof. Auf den Tannenzweigen thronen statt Kerzen vier rote Stahltonnen mit künstlicher Flamme.

Traktor-Konvoi statt Nikolaus-Schlitten: Rund 120 Landwirte aus ganz NRW haben für eine ungewöhnliche Aktion Spenden gesammelt. Mit blinkenden Traktoren fahren sie am Nikolauswochenende vor Krankenstationen und Pflegeeinrichtungen vor und bringen Geschenke. Im Gepäck haben die Bauern Bücher, Plüschtiere und Lebensmittel.

Weil die Weihnachtsmarktbuden in der Fußgängerzone in diesem Jahr fehlen, hat die Stadt Iserlohn bei der Beleuchtung ordentlich einen drauf gelegt. Auf den Plätzen wurden "Weihnachtsinseln" mit Tannenbäumen und Tausenden von Lichtern angelegt. Besonders stimmungsvoll ist der Platz vor dem historischen, denkmalgeschützten Rathaus ausgeleuchtet.

Statt auf dem traditionellen Weihnachtsmarkt am Fuße der Burg Altena präsentieren die Händler ihre Waren in diesem Jahr coronabedingt in leer stehenden Ladenlokalen der Stadt.

Der Pop-Up-Weihnachtsmarkt bringt so in sieben sonst leer stehende Geschäfte Leben zurück. Dort werden weihnachtliche Dekoration, Buchkunst, Schmuck, Naturseifen, Öle und Honig von Ausstellern und Künstlern angeboten. In einem der Pop-Ups gibt es Leckeres "aus der regionalen Küche". Allerdings nur zum Mitnehmen.

In Pandemiezeiten müssen auch Kirchen erfinderisch sein. In Aachen gibt es jetzt den Advent quasi zum Mitnehmen. Unter dem Motto „Advent to go“ hängen am Zaun des Aachener Doms Zettelboxen. Wer möchte, findet hier Texte und besinnliche Sprüche, die zum Nachdenken anregen sollen.

Mit dem Auto von Weihnachtsstand zu Weihnachtsstand: Das ist die Idee, die hinter dem ersten Christmas-Drive-In in Anröchte steht. Das Angebot hat an diesem ersten Adventswochenende Premiere.

Auf gebrannte Mandeln, Schokofrüchte, Süßwaren, Crepes und Bonbons nicht verzichten müssen: Das funktioniert in Anröchte nahezu kontaktfrei. Die Angebote werden in das Auto hineingereicht.

Kinder der Kirchengemeinde St. Peter in Aachen-Orsbach haben zum 1. Advent ihre eigene Krippe auf der Gemeindewiese gestaltet.

Antwortpost in mehreren Sprachen

Adressschild

Adressschild fürs Christkind in Engelskirchen

Im oberbergischen Engelskirchen in NRW beantworten jährlich viele freiwillige Helfer die Kinderbriefe - übrigens in mehreren Sprachen. Wer noch Post vom Christkind in Engelskirchen bekommen will, muss bis zum 21. Dezember schreiben und darf auf dem Brief-Umschlag den Absender nicht vergessen. Im vergangenen Jahr kamen bis zum Fest mehr als 130.000 Wunschzettel in Engelskirchen an.

Christkind-Post in Zeiten von Corona Lokalzeit Bergisches Land 13.11.2020 02:45 Min. Verfügbar bis 13.11.2021 WDR Von Frank Piotrowski

Stand: 29.11.2020, 11:00

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