Warum ist Kies so begehrt?

Kiesgrube mit Sand-und Kieshaufen

Warum ist Kies so begehrt?

  • Wie viel Kies soll zukünftig abgebaut werden?
  • Darüber wird auf zwei Konferenzen am Niederrhein gestritten
  • Kies ist ein gefragter Rohstoff und deshalb teuer

Die Stimmung ist nicht gut: In Wesel stellt das Land NRW am Dienstag (08.10.2019) seine Pläne für einen intensiveren Kiesabbau am Niederrhein vor. In Kamp-Lintfort treffen sich aus Protest fast zeitgleich Bürgerinitiativen. Sie glauben nicht an einen fairen Dialog.

Warum ist Kies so begehrt?

Es handelt sich um einen knappen Rohstoff. Kies und Sand werden im Wohnungs- und Straßenbau benötigt. Wenn der Rohstoff in der Region gewonnen wird, sei das besser für die Umwelt, als ihn aus entfernten Gegenden zu importieren.

Die Gegner hingegen argumentieren, die niederrheinische Landschaft sehe teilweise schon jetzt aus wie ein "Schweizer Käse". Der Abbau werde immer mehr ausgedehnt und die Baustoffe zunehmend auch exportiert.

In Deutschland gebe es zwar reichlich Sand, erklärt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), aber ein Großteil der Vorkommen liege in Naturschutzgebieten, sowie unter Wohn- und Gewerbeflächen. Damit sei er nicht abbaubar.

Warum ist Kies knapp?

Am Niederrhein werden seit mehr als 100 Jahren Sand und Kies abgebaut. Jeder Bürger in NRW verbraucht nach Angaben des Landesbetriebs Geologischer Dienst pro Jahr 3,9 Tonnen Kies, Sand und Ton. NRW stehe bei der Gewinnung von Sand und Kies im bundesweiten Vergleich an zweiter Stelle.

Sand und Kies werden nicht nur im Bau eingesetzt. Sand steckt auch in Glas, Smartphone-Displays, Kosmetik und sogar Zahnpasta. Er wird auch genutzt um Wasser zu filtern, Fassaden abzustrahlen oder Züge beim Bremsen zu unterstützen.

Wie wirkt sich der Engpass aus?

Die Preise steigen. Sand und Kies haben sich 2018 um 5% verteuert. Das wirkt sich vor allem auf das Baugewerbe aus. Beton wird teurer, bei Neubauten kann das auf die Mieten durchschlagen.

"In Ballungsräumen rund um Berlin aber auch im Ruhrgebiet kann es zu zeitweiligen Engpässen kommen", so Sylvia Reyer-Rohde, Vorstandsmitglied der Bundesingenieurkammer. Dadurch käme es zu Verzögerung auf Baustellen.

Stand: 08.10.2019, 15:20

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