Kidical Mass: Kinder-Demos für besseren Radverkehr

Kidical Mass: Kinder-Demos für besseren Radverkehr

Am Sonntag demonstrieren tausende kleine und große Radfahrer für kinder- und fahrradfreundlichere Städte - Kidical Mass-Demos gibt es in mehr als 20 NRW-Städten.

In Dortmund setzt sich der Demonstrationszug kurz nach 14 Uhr vom Friedensplatz aus in Bewegung. Hier vor dem Dortmunder Rathaus senden die rund 1.400 Teilnehmer mit lautem Fahrradklingeln ein lautes Signal an die Kommunalpolitik, dass sich etwas ändern muss in Sachen Radverkehr.

Radfahrer erobern Straßen

1.400 Teilnehmer der "Kidical Mass"-Demo fahren mit dem Rad durch Dortmund

Start am Friedensplatz in Dortmund

Von hier aus geht es über den Wall in Richtung Nordstadt. Der sechspurige Innenstadtring gehört sonst dem Autoverkehr. An diesem Sonntag wird eine Fahrtrichtung zeitweise komplett für die Radfahrer gesperrt. Zu denen gehört auch Familie Hermesmeyer. Die fünfköpfige Familie macht viele Wege mit dem Fahrrad, zum Beispiel zur Schule und zur Arbeit.

Kritik an Fahrrad-Infrastruktur

Vater Tobias Hermesmeyer ist im Dortmunder Süden aufgewachsen und nach einigen Jahren in anderen Städten nach Dortmund zurückgekehrt: "Ich habe mich erschrocken, wie wenig sich hier geändert hat. Die Radwege sind noch dieselben schlechten aus den 80er Jahren. Es gibt zu wenige Angebote für Radfahrer." Ihm macht die große Teilnehmerzahl der Demo Hoffnung, dass sich endlich etwas ändert.

Sein zehnjährige Sohn Henk Linnemann hat eine klare Vorstellung davon, was sich ändern muss: "Es muss mehr Radwege geben und sie dürfen nicht irgendwo auf der Straße aufhören und sollten auch breiter sein."

Bundesweit Demos in mehr als 100 Städten

1.400 Teilnehmer der "Kidical Mass"-Demo fahren mit dem Rad über den Dortmunder Wallring

Demonstranten rollen über den Wall in Dortmund

Am Weltkindertag und im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche wird nicht nur in Dortmund demonstriert. Auch in Köln, Aachen, Essen, Münster, Bielefeld und weiteren Städten in NRW fahren kleine und große Radfahrer durch die Innenstädte. Nach Angaben der Veranstalter waren in Bielefeld und Bergisch Gladbach 200 Teilnehmer dabei, in Mönchengladbach 125, in Duisburg 300. Sie alle fordern ein Umdenken in der Verkehrspolitik.

Sichere Radwege für Kinder

Die größte Kidical Mass fand in Köln statt. Dort waren am Sonntag nach Angaben der Veranstalter 1.500 Menschen unterwegs. "Wir wollen, dass sich Kinder sicher und selbständig mit dem Fahrrad in unseren Städten bewegen können. Mehr Freiräume zum Bewegen und Fahrradfahren haben in Corona‐Zeiten eine noch höhere Bedeutung bekommen", erklärt Simone Kraus, die den Kidical Mass in Köln mit organisiert.

Stand: 20.09.2020, 21:15

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