Blick über den Strand von Mallorca auf eine Rauchwolke zwischen Gebäuden

Mallorca: "Kegelbrüder" im Gefängnis von deutschem Geistlichen besucht

Stand: 07.06.2022, 21:01 Uhr

Die zwölf Mitglieder einer Kegelgruppe aus Münster, die auf Mallorca in U-Haft sitzen, haben Besuch bekommen: von zwei Seelsorgern und einem Vertreter des deutschen Konsulats.

Darunter war der evangelische Pfarrer Holmfried Braun, er war im Gefängnis von Palma mit einem Vertreter der katholischen Kirche und des Konsulats. Nach WDR-Informationen sollen die vier "Kegelbrüder", die gegen die Zahlung einer Kaution von jeweils 12.000 Euro auf freien Fuß kommen, voraussichtlich am Mittwoch die Haftanstalt verlassen dürfen.

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In einer Mitteilung, die den WDR am Dienstag erreichte, erklärt der Rechtsanwalt Raban Funk, dass die vier Kegelbrüder bereits die Kaution von jeweils 12.000 Euro hinterlegt hätten. Auch die Solidarhaftung in Höhe von insgesamt 500.000 Euro sei demnach von den Angehörigen zusammengetragen worden. Die halbe Million soll jetzt zeitnah der spanischen Justiz hinterlegt werden. Ein weiteres Mitglied der Reisegruppe ist bereits in der vergangenen Woche ohne Kaution freigelassen worden.

Pfarrer Holmfried Braun im Interview mit WDR-Reporter Michael Wrobel

05:00 Min. Verfügbar bis 07.06.2023

Untersuchungshaft bis zum Prozessbeginn möglich

Holmfried Braun, evangelischer Pfarrer

Holmfried Braun, evangelischer Pfarrer

Offenbar will das Gericht noch einmal Zeugen befragen. Erst danach soll das Quartett die Untersuchungshaft verlassen dürfen. Sie kommen vorerst frei, weil ihre Hotelzimmer auf der vom Brandort abgewendeten Seite des Hotels liegen und sie damit wohl nicht direkt für den Brand verantwortlich sein sollen. Was mit den übrigen acht Inhaftierten passiert, ist unklar. Sie könnten bis zum Abschluss der Ermittlungen oder sogar bis zum Beginn eines möglichen Prozesses in Untersuchungshaft bleiben. Diese kann laut spanischem Gesetz bis zu vier Jahre dauern.

Zu dem Zustand der Inhaftierten wollte Braun nichts sagen, weil er mit ihnen Stillschweigen vereinbart habe, aber "rein äußerlich" gehe es ihnen "ganz gut". Die Hoffnung sei da, dass die verbliebenen acht ähnlich wie ihre fünf Reisegefährten bald entlassen werden. Man habe sie darin bestärkt, geduldig zu sein.

Pfarrer Braun: "Die Jungs verhalten sich im Gefängnis gut."

Braun betreue auch deutsche Gefangene, die lange Haftstrafen verbüßen und mit denen er Weihnachten feiere: "Natürlich ist Untersuchungshaft noch etwas anderes als die Verbüßung eine Haftstrafe. Ich hoffe, dass die jungen Männer bald wieder nach Münster zurückkehren können und dass ich sie nicht mehr oft hier im Gefängnis besuchen muss."

Sollte dies doch nötig werden, gehe er einmal im Monat ins Gefängnis und "bei Bedarf öfters". Brauns Eindruck ist, dass die Inhaftierten aus Münster nicht die typischen Straftäter seien. Er habe gehört, dass "die Gefängnisleitung von einer guten Führung ausgeht und dass sie das auch lobt. Die Jungs verhalten sich im Gefängnis gut."

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