Kirchen werben für den Aschermittwoch

Menschen stehen in einer Schlange in der Essener Innenstadt, um ein Aschenkreuz auf die Strin gemalt zu bekommen

Kirchen werben für den Aschermittwoch

Von Jörn Kießler

  • Aschermittwoch leitet die Fastenzeit bis Ostern ein
  • Ursprünglich Tag der Buße, Reue und Umkehr
  • Katholiken verteilen "Aschenkreuze to go"
  • Kirchliche Einrichtungen bieten Heilfasten an

"Am Aschermittwoch ist alles vorbei", heißt es in einem bekannten Karnevalslied. Das Ende der tollen Tage ist aber gleichzeitig der Beginn der Fastenzeit und des Countdowns zum höchsten christlichen Fest: Ostern.

Karneval ja, Fasten nein

Doch die Bedeutung des Tages, der früher von Gläubigen genutzt wurde, um öffentlich Buße zu tun, gerät immer mehr in Vergessenheit. Viele Jecken lassen Reue und das Besinnen auf die eigene Vergänglichkeit einfach ausfallen.

Asche als Zeichen der Buße

Der Name Aschermittwoch entstand durch die alte christliche Tradition, nach der den Büßern zu Beginn der Fastenzeit Asche auf das Haupt gestreut wurde. Asche gilt als Symbol für die Vergänglichkeit sowie für Buße und Reue.

Seit dem 10. Jahrhundert gibt es die Tradition des Aschenkreuzes, das gläubigen Katholiken während des Gottesdienstes zum Beginn der Fastenzeit auf die Stirm gemalt wird. Dabei spricht der Priester die Worte "Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst".

Während der kommenden 40 Tage bis Ostern - die Sonntage werden nicht mitgerechnet - sollen die Gläubigen durch den Verzicht auf Dinge die ihnen lieb sind, auch nach außen hin ihre Besinnung und Buße zeigen.

Um den Menschen die Bedeutung des Aschermittwochs wieder näher zu bringen, setzt die Katholische Kirche in NRW mittlerweile auf ungewöhnliche Maßnahmen.

Werbung über Social Media

"Einige Bistümer und Gemeinden werben zum Beispiel über soziale Medien dafür, am Aschermittwoch den Gottesdienst zu besuchen", erklärt Antonius Hamers, Leiter des Katholischen Büros NRW, das die Interessen der fünf Erz- und Bistümer im Land vertritt.

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Aber auch mit besonderen Veranstaltungen machen die Kirchen auf den Tag aufmerksam: Das Bistum Essen lädt beispielsweise gemeinsam mit der Evangelischen Kirche im Rheinland zum sogenannten Sozialpolitischen Aschermittwoch.

"Ashes to go" in der City

In diesen Gottesdienst werden prominente Gäste eingeladen. Im vergangenen Jahr sprach NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Dieses Jahr wollen Petra Schiffmann von der Oberhausener Tafel und der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung, Aart Jan de Geus, in der Oberhausener Tafelkirche über Armut diskutieren.

Gläubige, die dennoch nicht den Weg in die Kirche finden, können sich unter anderem am Berliner Plätzchen in Wuppertal, vor dem Essener Dom und in Bochum am Dr.-Ruer-Platz das Aschenkreuz abholen. "Das Angebot wird sehr gut angenommen", erzählt Bernd Wolharn, Cityseelsorger am Essener Dom.

Impuls für die Fastenzeit

"Dabei ist es uns wichtig, dass nicht wir die Menschen ansprechen, sondern sie selbst entscheiden, ob sie sich für 'Ashes to go' anstellen", sagt er. So könne das Zeichen auch ein Impuls sein, die Fastenzeit bewusst zu nutzen.

Das kann ganz unterschiedlich aussehen. Denn viele Menschen nutzen diese auch einfach, um auf ihre Gesundheit zu achten. Doch auch auf diesen Trend hat die Katholische Kirche bereits reagiert. "Viele Klöster und Bildungsstätten bieten mittlerweile auch Heilfasten an", erklärt Antonius Hamers.

Stand: 06.03.2019, 06:00

Kommentare zum Thema

3 Kommentare

  • 3 Fritz Walter 06.03.2019, 17:15 Uhr

    Ursprünglich Tag der Buße, Reue und Umkehr würde Heute nur für die Kindes Missbraucher und - Vertuscher sinnvoll sein!

  • 2 Wilhelm 06.03.2019, 15:51 Uhr

    Ganz im Trend : AschekreuzToGo !

  • 1 Anonym 06.03.2019, 12:06 Uhr

    Um Buße zu tun, muss man doch wissen wofür man dies tun soll. Ohne Erkenntnis der Sünde, keine Buße. Die Kirche sollte also mal den Maßstab Gottes aufzeigen, anstelle über sozialpolitische Themen zu diskutieren. Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir weder Gott kennen noch uns selber. Jesus sagte in der Bergpredigt: "Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen!« Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen." (Mat. 5,27-28). Wir sagen aber, dass Ehebrechen keine Sünde ist, und so tun wir es mit vielen anderen Sünden auch. Jesus warnt, dass unser ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Auch das wird doch heutzutage als Abschreckung erklärt, um Geld für die Kirche zu sammeln. Wir halten uns alle für so gut, dass wir keine Buße brauchen, dabei brechen wir die Gebote Gottes Tag für Tag. Wir tun das, was Gott hasst. Wir bruachen Vergebung unserer Sünde, die es nur bei Jesus gibt.

    Antworten (3)
    • GMÜL 06.03.2019, 13:28 Uhr

      In erster Linie braucht die Katholische Kirche ein Einschreiten der Justiz, um den Missbrauch von Kindern und Nonnen weltweit zu bestrafen und Täter aus dem Verkehr zu ziehen. Wie gestern auf Arte gezeigt wurde, gibt es keine Selbstreinigungskraft in der Kirche. Es werden sogar Abtreibungen an Nonnen vorgenommen, um Priester zu schützen. Da hätten die Abtreibungsgegner, die Jagd auf Frauen und Ärzte machen, erst mal im eigenen Hause aufzuräumen. Dann weiß man auch, wer Buße tun muss.

    • Anonym 06.03.2019, 16:03 Uhr

      Da haben sie absolut recht. Die Kirche muss an erster Stelle Buße tun. Das was in der katholischen Kirche an Sünden angesammelt wird zeugt davon, dass sie nie Buße getan haben, denn damit hängt auch ein abwenden von der Sünde zusammen. Aber so wie die Kirche an erster Stelle sich an die eigene Nase packen sollte, sollte jeder von uns sich an die Nase packen. Ein Glück ist es nicht die Kirche, die für uns Vergebung erwirkt, sondern es war Jesus, der am Kreuz für Sünder starb. Und jedem wird Vergebung zuteil, der an ihn glaubt.

    • Fritz Walter 06.03.2019, 17:23 Uhr

      Da kommt hier Jemand mit dem Heiligenschein! Die Hölle kennen die Meisten schon lange auf der Erde! Doch wer mit Geld vieles auf der Erde beeinflusst kennt mit Sicherheit das Paradies! Also, schreiben Sie nicht so einen Unsinn!

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