Hochwasser: Wie funktioniert Katastrophenschutz in NRW?

Hochwasser: Wie funktioniert Katastrophenschutz in NRW?

Von Nina Magoley

Drastische Warnungen vor dem Hochwasser gab es schon früh - doch sie sind offenbar bei vielen nicht angekommen. Experten plädieren jetzt für Sirenen. Wie ist der Katastrophenschutz geregelt?

Völlig unerwartet kam das verheerende Hochwasser nicht. Dass ungewöhnlich viel Regen fallen würde, hatten die Unwetter-Warnsysteme schon Tage zuvor ziemlich genau gemeldet - sogar im Alarm-Modus. ARD-Wettermann Sven Plöger hatte bereits ab Montag in seinen Vorhersagen vor Regenmassen gewarnt: "Das kann wirklich gefährlich werden."

Dennoch scheinen die Warnungen bei vielen Menschen nicht angekommen zu sein. Gründe dafür gibt es offenbar viele. Einer davon ist wohl die Tatsache, dass der Katastrophenschutz in Deutschland zwar klar geregelt ist - allerdings nur bis zu einer bestimmten Ebene.

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Im aktuellen Hochwasserfall hatte das European Flood Awareness System (EFAS) am 10. Juli an die Hochwasserzentralen der Länder gemeldet, dass ein Extremwetterereignis bevorstehe. Wie in einem solchen Fall vorgesehen, verbreitete das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) diese Meldungen über die Warn-App Nina, der Deutsche Wetterdienst informierte außerdem die öffentlich-rechtlichen Medien sowie alle Landräte und Bürgermeister.

Das "wie" und "was" bestimmen kommunale Beamte

Ab dann liegt die Sache in der Verantwortung der Kreise und Städte selber: Sie müssen entscheiden, wann und wie sie ihre Bewohner auf die drohende Gefahr hinweisen. Und auch, welche lokal verfügbaren Einsatzkräfte - zum Beispiel die der Feuerwehr - aktiviert werden, oder ob zusätzliche Kräfte aus anderen Landesteilen angefordert werden müssen. Das kann die Bundespolizei, die Bundeswehr oder das Technische Hilfswerk (THW) sein.

Die einzelnen Orte gingen dann offenbar sehr unterschiedlich vor: In Düsseldorf riefen durchfahrende Fahrzeuge der Stadt die Anwohner per Lautsprecher auf, ihre Häuser zu verlassen. In Wuppertal dagegen wurden die Menschen überrascht, als am Abend die Wupper binnen Minuten Straßen und Häuser überflutete. Weder Polizei noch Feuerwehr hätten sie vorab gewarnt, sagte eine Anwohnerin im WDR Fernsehen.

In Hagen, wo das Hochwasser sehr früh auftrat, hatte die Stadt nach eigenen Angaben in der Nacht zu Dienstag alle Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr alarmiert. Um 0.30 Uhr sei die Bevölkerung sowohl mit Sirenen als auch mit einer ersten Meldungen über die App NINA gewarnt worden. Dort hieß es zum Beispiel, man solle sich in höhere Stockwerke begeben. Auch auf digitalen Werbetafeln im Stadtgebiet gab es Warnungen.

Stand: 20.07.2021, 16:19

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