Gangelt: Erste Erfolge bei Corona-Bekämpfung

Gangelt: Erste Erfolge bei Corona-Bekämpfung

  • Besucher meldeten sich freiwillig
  • Leben in Gangelt kommt zum erliegen
  • Menschen gehen freiwillig in Quarantäne
Ein Mensch in Schutzkleidung testet im Labor eine Probe

Dem Kreis Heinsberg ist offenbar ein erster Erfolg bei der Bekämpfung des Coronavirus gelungen. Nach einem öffentlichen Aufruf haben sich fast alle Besucher einer Karnevalssitzung Mitte Februar in der Ortschaft Gangelt-Langbroich gemeldet. Diese Veranstaltung soll Ursprung sein für die Vielzahl von Coronavirus-Fällen in Nordrhein-Westfalen.

Karnevalisten meldeten sich freiwillig

Der erste Erkrankte, ein Geschäftsmann aus Gangelt, hatte hier mit seiner Ehefrau gefeiert. Landrat Stephan Pusch lobte heute die Hilfe der Bevölkerung: "Ich denke mal wir haben so rund 300 Rückmeldungen auch und gehen davon aus, dass wir so ziemlich alle erreicht haben. Das heißt: Wir wissen von den Kontaktdaten und werden da jetzt weiteres abklären mit den Betroffenen".

Viele Kontakte zum erkrankten Ehepaar

In der Gemeinde Gangelt – die als Hauptkrisenpunkt gilt – ist das öffentliche Leben fast zum Erliegen gekommen. Hier nimmt auch die Zahl der Verdachtsfälle weiter zu. Viele Menschen hatten Kontakt zu dem Ehepaar, das als erstes am Coronavirus erkrankt ist und derzeit in der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird. Jeden Tag melden sich mehr Mitarbeiter krank, wollen vorsichtshalber zu Hause in Quarantäne gehen, so der Bürgermeister der Gemeinde Gangelt, Bernhard Tholen.

Große Hilfsbereitschaft

Eine von ihnen ist-Christiane Valsamidis aus Wegberg. Sie sitzt seit Dienstag zu Hause in Quarantäne. Die Krankenschwester des Hermann-Josef Krankenhauses Erkelenz war eine der ersten, die sich um das infizierte Ehepaar aus Gangelt gekümmert hat. Sie ist aus Vorsicht bis zum 6. März von der Arbeit freigestellt. Sie gibt sich optimistisch "Die Versorgung ist gewährleistet, insofern, dass ich halt Familie und Freunde habe, die mir die Lebensmittel vor die Tür stellen – im wahrsten Sinne des Wortes. Und da ist man ja Gott sei Dank über Netz sehr gut auch verbunden.“ Um die Versorgung der Menschen, die derzeit in Quarantäne leben, kümmern sich auch zahlreiche Supermärkte. Sie bieten einen Lieferservice an.

Stand: 27.02.2020, 16:34

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