Trotz Corona: Große Vorfreude der Narren auf den 11.11.

Sessionsauftakt 2010/2011 in Köln

Trotz Corona: Große Vorfreude der Narren auf den 11.11.

Von Peter Hild

Die Karnevalisten in NRW bereiten sich intensiv auf den Sessionsstart am 11.11. vor. Die meisten wollen endlich wieder feiern - auch mit Corona-Regeln.

Mit großer Zuversicht und Vorfreude schauen die Karnevalisten in NRW einen Monat vor dem Start auf die anstehende Session. Nach vielen digitalen Events im vergangenen Jahr ist die Nachfrage groß, endlich wieder gemeinsam zu feiern und zu schunkeln.

Bei der Vorstellung der neuen Tollitäten am Wochenende in Mönchengladbach-Eicken feierten hunderte Leute mit, unter 3G-Regeln, aber ohne Maske am Platz. Das freute den noch amtierenden Prinz Niersius Thorsten Neumann sichtlich: "Das ist ein tolles Gefühl, dass das wieder möglich ist. Und bestätigt eigentlich, dass alle nur Karneval feiern wollen, und dafür nehmen sie auch in Kauf, dass sie vielleicht eine Zugangskontrolle ertragen müssen."

Eigene Corona-Anlaufstelle in Mönchengladbach

Der Gladbacher Karnevalsverband hat, wohl einzigartig in NRW, für seine 38 Gesellschaften eine eigene Corona-Anlaufstelle eingerichtet, die direkt alle Fragen mit den Ämtern klärt. Für das Hoppeditz-Erwachen am 11.11. fühlen sich die Gladbacher vorbereitet, haben aber auch Alternativpläne in der Schublade.

Auch in Neuss freuen sich die Narren auf den Hoppeditz zum Sessionsstart. Sie wollen es mit der 3G+-Regel probieren, erklärt Andreas Picker vom Karnevalsausschuss: "Das heißt, geimpft, genesen oder PCR-getestet, damit auch all die, die sich zum Beispiel wegen einer Vorerkrankung nicht impfen lassen können, dabei sein können."

Auflagen machen Narren viel Arbeit

Trotz mehr Möglichkeiten machen die Corona-Regeln den jecken Organisatoren auch viel Arbeit. In Duisburg muss Karnevalspräsident Michael Jansen noch klären, wie denn die 2G-Regel rund um das Hoppeditz-Erwachen kontrolliert werden soll. Klappt das nicht, könnte der Sessionsstart in die Arena verlegt werden.

In Viersen verlegen die Narren ihren Sessionsstart auf den größeren Remigiusplatz: "Wenn´s trotzdem zu voll wird, müssen wir eben absperren und kontrollieren", erklärt Senatspräsident Frank Schiffers. Wegen Corona gebe es im Vorfeld deutlich mehr zu tun, so Schiffers, aber man wolle den Menschen wieder Hoffnung auf mehr Normalität geben.

Viele Kontrollen in Köln und Düsseldorf

Der Hoppeditz steigt aus seinem Senftopf. Karnevalisten stehen um ihn herum und schauen ihn an.

In den Hochburgen entlang des Rheins wollen die Karnevalisten strenge Regeln anlegen: Zum Hoppeditz-Erwachen in der Düsseldorfer Altstadt gilt die 2G-Regel, der Marktplatz wird entsprechend abgesperrt und die Nachweise kontrolliert.

Gleiches gilt für die zentrale und bereits ausverkaufte Sessionseröffnung auf dem Kölner Heumarkt. Auch dort gilt die 2G-Regel, etwa 15.000 Zuschauer sind mit personalisierten Tickets zugelassen. Wer in die Altstadt will oder ins beliebte Partyviertel "Kwartier Latäng" muss entweder geimpft, genesen oder getestet sein. Die Stadt Köln hält sich noch offen, ob sie einen negativen PCR-Test verlangt.

Bonn und Aachen mit 3G-Regel

Ähnliche Vorgaben planen auch die Bonner Narren für den traditionellen Sessionsstart auf dem Marktplatz: "Wir planen den 11.11. mit der 3G+-Regel, also mit negativem PCR-Test und werden das mit der Stadt zusammen stichprobenartig kontrollieren", erklärt Simon Schmid vom Festausschuss Bonner Karneval.

Alle Saalveranstaltungen der Gesellschaften werden von der Stadt als Tanzveranstaltungen genehmigt, so Schmid. Dafür gilt mindestens die 3G+-Regel, einige Vereine werden die Vorgaben aber wahrscheinlich auf 2G verschärfen.

In Aachen ist die Vorfreude auf den Start in die Session ebenfalls groß, der traditionell bereits am 7. November über die Bühne geht. Der soll in diesem Jahr wieder in der Innenstadt gefeiert werden, unter der 3G-Regel, mit abgesperrtem Bereich und Zugangskontrollen, sagt Festausschuss-Präsident Frank Prömpeler.

Auch im Ruhrgebiet und OWL laufen die Vorbereitungen

Auch in den anderen Landesteilen freuen sich die Narren nach coronabedingter Pause wieder auf ihre Karnevalsevents. In Essen plant der Festausschuss zum 11.11. die Sessionseröffnung wieder im Uhlenkurgstadion mit maximal 1300 Zuschauern, so dass der Zugang nach den 3G-Regeln kontrolliert werden kann.

Die Sessions-Auftaktsitzung zwei Tage später in der Grugahalle wird dann aber unter 2G stattfinden, "weil sonst die Veranstaltung nicht durchführbar wäre", erläutert Volker Sassen vom Festausschuss. Viele Gesellschaften würden sich bei ihren Veranstaltungen voraussichtlich an die 2G-Regel halten.

Karneval in Rheda-Wiedenbrück

In Steinheim, einer der närrischen Hochburgen in Ostwestfalen, laufen ebenfalls die Vorbereitungen für den 11.11., wenn in der Innenstadt unter 3G wieder gesungen und geschunkelt werden soll. Die genauen Auflagen wollen die Karnevalisten je nach Corona-Lage kurzfristig mit der Stadt klären.

Überblick bei vielen Regeln schwierig

Angesichts der vielen unterschiedlichen Regeln, wird es in der neuen Session nicht ganz einfach, den Überblick zu behalten. Bei den Saal-Veranstaltungen wollen die Narren dagegen überall weitgehend auf die 2G-Regel setzen. Viele Karnevalsvereine werben deshalb weiter dafür, sich gegen Corona impfen zu lassen.

Stand: 11.10.2021, 16:41

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