Steigende Corona-Zahlen: Ist Karneval jetzt eine gute Idee?

Steigende Corona-Zahlen: Ist Karneval jetzt eine gute Idee?

Am 11.11. beginnt der Karneval - trotz Corona und steigender Infektionszahlen. Wie denken die Jecken über Karneval in Pandemie-Zeiten? Wir haben uns umgehört - bei Karnevalisten, Wirten und Gästen.

Die vergangene Session war völlig von Corona überschattet. Narren und Jecken mussten in die Zwangspause. Jetzt wollen viele wieder feiern - wenn auch unter Auflagen. Doch nicht alle, die sonst dabei waren, machen mit.

Kölner Sessionsauftakt nur für Geimpfte und Genesene

Die Stadt hat am Montag die Regelungen für den Sessionauftakt am 11.11. verschärft. Zutritt nur für Geimpfte und Genesene. Wegen der angespannten Corona-Lage will der Krisenstab an den Karnevals-Hotspots der Stadt die 2-G-Regel einführen.

Der Kölner Karnevalspräsidenten Christoph Kuckelkorn hatte am Freitag vor der Entscheidung gesagt, Karneval bedeute in der Saison 2021/22 die schrittweise Rückkehr zur Normalität.

Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn

Kölner Karnevalspräsident: Christoph Kuckelkorn

"Bisher hat der Staat für uns entschieden. Er hat geregelt, wie wir uns wann begegnen durften. Jetzt ist Eigenverantwortung gefragt."

Feiern - aber nur mit den "Gs"

Das Comitee Düsseldorfer Carneval will den Hoppeditz am 11. November unter der 2G-Regel erwachen lassen. Insgesamt zeigte sich das Comitee entschlossen, die Session nach einem Jahr Pause so normal wie möglich zu gestalten.

Eröffnung der Karnevalssession am Rathaus in Düsseldorf mit dem Hoppeditz

Hoppeditz soll wieder erwachen

Wie es beim Rosenmontagszug aussehen werde, könne man heute noch nicht absehen, sagte CC-Sprecher Hans-Peter Suchand. Generell könne man aber sagen: "Es finden alle größeren Veranstaltungen wie Bälle und Sitzungen statt."

Nach einem Jahr Zwangspause blickt auch der Bund Deutscher Karneval (BDK) optimistisch auf die bevorstehende Session. "Ich bin tatsächlich guter Hoffnung, dass es wieder so sein wird wie vor Corona", sagte BDK-Präsident Klaus-Ludwig Fess. Der BDK vertritt gut 5.300 Vereine und Zünfte mit als 2,6 Millionen Karnevalisten und Fastnachtern.

Einige Kneipenwirte fürchten Risiko

Die Notbremse ziehen allerdings - zumindest am 11.11. - einige Kneipenwirte, auch solche, die seit Jahren auf jecke Stammkundschaft setzen. Ihnen ist das Risiko durch eine allzu unbeschwerte Karnevalsparty noch zu hoch.

Die Gaststätte Wirtz in Köln von außen

Diesmal keine Party im Wirtz

Einer von ihnen ist Alex Haag von der Kölner Gaststätte Wirtz. "Aufgrund der aktuell steigenden Zahlen können wir nicht zu 100% für Eure und unsere Sicherheit sorgen", begründet Haag seine Absage für den Kneipenkarneval auf seiner Facebookseite.

Haag hat aber auch Angst vor wirtschaftlichen Folgen: Kommt es zu einer Corona-Infektion, droht eine Quarantäne. Und damit drohe dann das Geschäft mit Weihnachtsfeiern verloren zu gehen.

Viel Verständnis bei den Gästen

Sein Entschluss stößt bei Gästen auf Verständnis: "Wir sind Ur-Kölsche, waren viele Jahre bei euch und finden eure Entscheidung gut und richtig", schreibt dort Ute. Und Silke kommentiert: "Absolut richtige und vernünftige Entscheidung. Ich hoffe, es ziehen viele andere nach. Wer hier allen Ernstes noch auf sein 'Recht zum Feiern' pocht, dem ist nicht mehr zu helfen."

Die Kölner Kneipe Backes bleibt am 11.11. sogar ganz zu: "Liebe Gäste, schweren Herzens haben wir uns entschlossen, den 11.11. abzusagen und den Backes geschlossen zu halten. Die Risiken sind einfach zu groß", schreibt der Betreiber auf seiner Facebookseite.

Darunter ein Bild von einem weinenden Clown, gefolgt von verständnisvollem Echo. So schreibt Ingo: "Hatte mich wirklich sehr auf den Tag an der Tür gefreut, aber Eure Entscheidung zeugt von viel Verantwortung. Respekt! Wir holen's nach!"

Stand: 08.11.2021, 14:13

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