Trotz Corona: Tilly-Mottowagen rollen durch Düsseldorf

Trotz Corona: Tilly-Mottowagen rollen durch Düsseldorf

Acht Motivwagen zu aktuellen Themen haben der Düsseldorfer Künstler Jacques Tilly und sein Team gebaut. Am Rosenmontag rollen die Wagen durch die Düsseldorfer Innenstadt. Frech wie immer!

Die Düsseldorfer Karnevalisten schicken ihre berühmten Motto-Wagen auf die Straße. Pandemiebedingt rollen die überlebensgroßen Karikaturen jedoch nicht als Zug, sondern getrennt voneinander durch die Stadt.

Die Route blieb streng geheim, um Menschenansammlungen zu vermeiden. "Es geht ja darum, dass das coronakonform stattfindet", sagt Wagenbauer Jacques Tilly. "Es ist ein kleines Zeichen, dass wir noch am Leben sind."

Der Künstler (rechts) kann gut anpacken ...

... und austeilen. "Make America great again". Der organefarbene Mann wird toben, wenn er das sieht: Der ehemalige US-Präsident nackt über dem Feuer wie ein Spanferkel.

Karnevals-Bazillus gegen Coronavirus: diesen Wagen gab es schon im vergangenen Jahr - nur genau andersrum. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht?!

Noch ein Mottowagen zum Thema Corona kombiniert mit dem Klimawandel - symbolisiert durch eine gigantische Welle - , der die Erde verschlingen will.

Ein weiteres heißes Eisen thematisiert Jacques Tilly unter dem Motto: Das Kernproblem der katholischen Kirche. Immer wieder werden neue Missbrauchsfälle bekannt. Oft wurden sie vertuscht.

Der russische Präsident Wladimir Putin muss empfindlich einstecken: Der inhaftierte Oppositionsführer Alexej Nawalny darf sich in Tillys Welt mit einem gezielten Tritt rächen.

Ein böses Querdenkmal - den Querdenkern fliegt das Hirn davon. Tillys Einstellung ist klar: Er findet es absolut richtig, dass der Rosenmontagszug wegen Corona abgesagt worden ist. "Die Narrenfreiheit beinhaltet nicht, dass man andere Menschen gefährdet", sagt er.

"Weiter merkeln mit Armin Laschet" prophezeit Tilly mit diesem Wagen. Vermutlich werde er nun nie mehr einen Wagen mit Angela Merkel bauen, so Tilly, wobei die Kanzlerin nie ein so großes Thema für ihn gewesen sei. "Ich habe nie richtig böse Merkel-Wagen gebaut, weil's da keinen Anlass dafür gab."

Dieser Mottowagen kritisiert das neue Abtreibungsrecht in Polen. Abtreibungen sind dort nur noch bei Vergewaltigung, Inzest oder bei Gefahr für das Leben der Mutter zulässig. 

Ein Tilly-Wagen steht vor dem Kölner Dom. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace demonstriert damit gegen die Klimapolitik von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). "Wir finden, Köln ist genau der richtige Ort für diesen Wagen, weil wir hier vor dem Dom die Problematik zeigen können, dass für Braunkohle immer noch Kirchen abgerissen werden", so Bastian Neuwirth von Greenpeace.

Stand: 15.02.2021, 14:56 Uhr