Nachhaltigen Karneval feiern - so geht's

Nachhaltigen Karneval feiern - so geht's

Von Susanne Schnabel

  • Stinkende Billigkostüme und bedenkliche Schminke
  • Bewusstsein für nachhaltigen Karneval wächst
  • Kostüme leihen oder gebraucht kaufen

Für 5,99 Euro gibt es das komplette Piratenkostüm mit Accessoires beim Discounter. Qualität und faire Herstellung darf der Jeck bei dem Preis nicht erwarten: Plastikfasern, die nach Chemie müffeln, leicht entflammbar sind und nach Aschermittwoch im Müll landen.

Kostüme leihen statt kaufen

Trödelmarkt für Kostüme

Schnäppchen auf dem Karnevalströdel

"Viele kommen zu mir, weil sie diese Wegwerfmentalität stört", erzählt die 74-Jährige Hubertine Krouß, die in ihren privaten Räumen in Meerbusch für kleines Geld mehr als 300 Kostüme verleiht. Die hat die begeisterte Karnevalistin im Laufe der Jahre gesammelt.

Leihen statt kaufen ist Trend. Am besten bei einem Verleih in der eigenen Stadt, damit Frosch, Prinzessin und Co. direkt anprobiert werden können und nicht verschickt werden müssen. Auch beliebt bei umwelt- und preisbewussten Jecken: Karnevals-Trödelmärkte.

"Davor kann ich die Augen nicht verschließen"

Junger Mann im Ringelshirt

Bekleidungshersteller Vimal Panalickal

Der Markt für ökologische hergestellte Kostüme ist noch klein. Das muss sich ändern, findet Vimal Panalickal. Der leidenschaftliche Karnevalist hat durch sein Studium der Bekleidungstechnik erfahren, wie unter menschenverachtenden, ausbeuterischen Bedingungen Billigkleidung produziert wird.

"Davor kann ich die Augen nicht verschließen und ich plane weitere Karnevals-Klassiker, die man viele Jahre tragen kann", so der Kölner, der bereits ein erstes Modell anbietet, ein Öko-faires-Ringelshirt.

Faire Kamelle und Mehrwegbecher

Immer mehr Vereine und Gruppen bemühen sich, fair gehandelte und biologisch angebaute Süßigkeiten regnen zu lassen. Auch beim Kinderumzug der Kamener Diesterwegschule werden faire Kamelle geworfen und es gibt Mehrwegbecher. "Im Unterricht erklären wir den Kindern, warum wir das machen", sagt Schulleiterin Petra Wüster.

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Glitzerndes Mikroplastik auf der Haut?

Frau bekommt das Gesicht zu Karneval geschminkt

Besser Glitter ohne Plastik

In vielen glitzernden Kosmetikprodukten ist Mikroplastik oder Mica, ein illegal abgebautes Mineral, enthalten. Als Alternative empfiehlt Svenja Kellershohn vom Instragramkanal "Glanz und Natur" Glitter aus Zellulose: "Die ist zu 99 Prozent zersetzbar, fair hergestellt und ohne Tierversuche."

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Stand: 19.02.2020, 20:29

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