Kältester April in NRW seit Jahrzehnten

Kältester April in NRW seit Jahrzehnten

Von Claudia Wiggenbröker

Noch ist der April nicht einmal vorbei, da steht schon fest: Er ist in NRW einer der kältesten seit Jahrzehnten. Das bekommen nicht nur die Menschen, sondern auch die Erdbeeren zu spüren.

"Der April macht, was er will" lautet eine weit verbreitete Bauernregel. Denn der Monat ist hinlänglich für seine Launenhaftigkeit bekannt: Sonne, Regen, Schnee und Hagel, Wärme und Kälte - der April hält alles bereit.

Auch in diesem Jahr hat er viele seiner Facetten gezeigt. Eine kam dabei in NRW aber besonders zum Vorschein: die Kälte.

Bodenfrost-Rekorde

"Der April 2021 wird als einer der kältesten der vergangenen 50 Jahre in die Wettergeschichte eingehen", sagt WDR-Wetterexperte Jürgen Vogt. "Auf welchem Platz genau, werden wir am Samstag wissen." Schließlich ist der Monat noch nicht vorbei.

Eines steht aber bereits fest: Die Anzahl der Nächte, in denen es Bodenfrost gab, bricht alle Rekorde. Frost-Spitzenreiter ist hier Bad Berleburg, wo es bislang in 24 Nächten Bodenfrost gab. Mindestens eine wird wohl noch dazu kommen: "Von Dienstag auf Mittwoch wird es wieder verbreitet Bodenfrost geben", so Vogt.

Damit wird in Bad Berleburg der Rekord von April 2015 geschlagen. Damals wurden 23 Frostnächte registriert. Auch in Waltrop, Münster, Lüdenscheid oder Warburg wird die Marke von 20 Frost-Nächten in diesem Jahr gerissen.

"In keinem anderen April seit Beginn der Wetteraufzeichnung gab es so viele Frostnächte wie dieses Jahr", resümiert Vogt. "Das zieht natürlich die Mitteltemperaturen nach unten."

Folgen für die Ernte

Das hat auch Folgen etwa für die Erdbeer-Ernte, weil die Früchte erst bei frühsommerlichen Temperaturen reifen. Mit Hilfe des Anbaus unter schützender Folie wollen rheinische Landwirte Ende April die ersten Freiland-Erdbeeren ernten. Anfang Mai beginnt allgemein in Nordrhein-Westfalen die Erdbeerernte aus verfrühtem Anbau. Klassische Erntemonate sind Mai, Juni und Juli.

Trocken und viel Sonne

Der Monat war aber nicht nur bitterkalt, sondern auch überdurchschnittlich sonnig. In Emmerich beispielsweise konnte man mehr als 200 Stunden Aprilsonne tanken. Der Jahresdurchschnitt liegt hier bei 155 Stunden.

Außerdem war der April trockener als üblich. "In vielen Regionen in NRW fielen nur 50 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge", so Vogt.

Warum ist der April so wechselhaft?

Die Ursache für die Launenhaftigkeit des Aprilwetters liegt übrigens in der unterschiedlich schnellen Erwärmung von Wasser- und Landmassen. Landmassen erwärmen sich viel rascher als Meere und Ozeane. So entstehen große Temperaturunterschiede.

Wetterwolke

Wird nun eine Kaltluftmasse aus den nördlichen Breiten Richtung Deutschland geführt, reichert diese sich auf ihrem Weg mit Feuchtigkeit an. Gelangt sie nun über das erwärmte Festland, steigt die dortige, leichtere Warmluft nach oben - und kühlt sich dabei ab. Dadurch bilden sich dicke Wolken, die verantwortlich für Schauer und dicke Regentropfen sind.

Stand: 27.04.2021, 14:59

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