"Cringe" ist Jugendwort des Jahres 2021

Symbolbild: Fußball-Trainer Patrick Glöckner schlägt die Hand vor das Gesicht

"Cringe" ist Jugendwort des Jahres 2021

Diesmal haben die Jugendlichen selbst abgestimmt: "Cringe" ist das Jugendwort des Jahres 2021. Und nein, das ist kein Synonym für "Eltern".

"Cringe" setzte sich bei einem finalen Voting des Langenscheidt-Verlags mit 42 Prozent der Stimmen durch, wie das Unternehmen am Montag in Stuttgart mitteilte.

"Cringe" beschreibt etwas Peinliches oder Unangenehmes, und wird von Jugendlichen meist im Zusammenhang mit dem Verhalten anderer Menschen benutzt. Das bezieht sich oft, aber nicht ausschließlich auf die eigenen Eltern. Meist ist sich die "cringe" Person ihres eigenen, "Fremdscham" auslösenden Verhaltens gar nicht bewusst. Ein prominentes Beispiel zum "Cringen" ist die Figur Phil Dunphy aus der Serie "Modern Family".

Das Wort stammt aus dem Englischen, "to cringe" bedeutet dort ursprünglich "zusammenzucken". Als Adjektiv, wie es im Deutschen derzeit benutzt wird, existiert es dort allerdings gar nicht. Die korrekte englische Form lautet "cringeworthy", also frei übersetzt: Etwas, das einen (vor Fremdscham) zusammenzucken lässt.

"Cringe" verweist "sus" und "sheesh" auf die Plätze

"Cringe" setzte sich vor "sus" durch. Es leitet sich vom englischen "suspect" ab und beschreibt etwas Verdächtiges. Auf Platz drei kam der Begriff "sheesh". Dieser ist ein Ausdruck des Erstaunens und wird am Satzanfang oder Satzende benutzt, um das Gesagte zu dramatisieren.

Seit 2020 wählen die Jugendlichen selbst

Über die Wahl des Jugendworts des Jahres gab es schon länger Diskussionen. Entweder, so der Vorwurf, sei der Begriff nicht relevant und würde gar nicht ernsthaft benutzt. Oder, er sei total veraltet und schon längst (also seit Monaten) nicht mehr angesagt.

Um dieser Kritik zu entgehen, hat der Langenscheidt-Verlag im vergangenen Jahr sein Prozedere bei der Wahl geändert. Statt einer Jury, die aus Erwachsenen besteht, stimmen Jugendliche selbst ab bei einer mehrstufigen Online-Umfrage. Nach der ersten Vorschlagsrunde, bei der unpassende Begriffe wie Beleidigungen oder offensichtlich Sinnfreies vom Verlag aussortiert wurden, gab es zunächst zehn, später dann nur noch drei Begriffe zur Auswahl. Nach Angaben des Verlags haben sich in diesem Jahr 1,2 Millionen Jugendliche an der Wahl beteiligt. Im letzten Jahr hatte der Begriff "lost" gewonnen, "cringe" kam damals auf Platz zwei.

Stand: 25.10.2021, 15:24

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