14 Teenager aus NRW bei "Jugend forscht"-Finale

Wissenschaftlerin schaut durch ein Mikroskop

14 Teenager aus NRW bei "Jugend forscht"-Finale

Von Susanne Schnabel

  • Bundeswettbewerb "Jugend forscht" in Chemnitz bis zum 19. Mai
  • Mit dabei sind 14 Jugendliche aus NRW
  • Carolin Kohl aus Overath erforscht dunkle Materie

Deutschlands beste Jungforscher befinden sich auf der Zielgeraden: Die Teenager fiebern dem 54. Bundeswettbewerb von Jugend forscht entgegen, der ab Donnerstag (16.05.2019) in Chemnitz stattfindet. Eine der Teilnehmerinnen ist Carolin Kohl aus Overath. Ihr nichtalltägliches Hobby: Quantenphysik.

Auf der Spur von Dunkler Materie

Nur wenige ihrer Mitschüler vom Paul-Klee-Gymnasium wissen, dass die 17-Jährige in ihrer Freizeit dunkle Materie erforscht - das ist Materie, die nicht sichtbar ist, die sich aber durch Gravitation bemerkbar macht. Im Herbst 2018 experimentierte Carolin Kohl sogar zwei Wochen lang am Teilchenforschungszentrum CERN in Genf.

Carolin Kohl und ihr Lehrer Dr. Daniel Schiffbauer

Carolin Kohl und ihr Lehrer Dr. Daniel Schiffbauer



"Ich habe ein Programm entwickelt, eine Art künstliche Intelligenz, die helfen soll, die Existenz des Teilchens Axion nachzuweisen", erklärt die Schülerin. Wer Axion findet, der findet auch dunkle Materie - so die Theorie der Forscher, die mit Carolins Arbeit sehr zufrieden waren.

Carolins Lehrer Dr. Daniel Schiffbauer ist mächtig stolz: "Sie hat sich alles selber erarbeitet, hat sich den Aufenthalt in Genf selber organisiert. Es wird Zeit, dass sie an die Uni kommt. Wir können ihr hier nichts mehr beibringen." Sie sei ein echtes Ausnahmetalent.

Insgesamt drei Mädchen und elf Jungen aus NRW

Das dürfte auch auf die 13 weiteren Teilnehmer aus NRW zutreffen, die sich für den Bundeswettbewerb qualifiziert haben. Die Teenager erforschen zum Beispiel den Lebensraum von Libellen, wie man aus Salz Strom erzeugen kann oder wie unsere Milchstraße entstanden ist. In NRW hatten sich in diesem Jahr 1.724 Teilnehmer für den Wettbewerb gemeldet.

Finale in Chemnitz

Jährlich beteiligen sich deutschlandweit mehrere Tausend Jugendliche mit ihren Forschungsarbeiten in den sieben Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo-/Raumwissenschaften, Mathe/Informatik, Technik und Physik. Vom 16. bis 19. Mai 2019 findet nun in Chemnitz das Gipfeltreffen der besten Jungforscher Deutschlands statt. Beim 54. Bundeswettbewerb von Jugend forscht präsentieren 190 junge Talente insgesamt 111 Forschungsprojekte.

Preise und "tolle Kontakte" und kein Brexit

Bereits auf Regionalebene erhalten die Sieger einen Geldpreis in Höhe von 75 Euro. Auf Landesebene sind die Preise für den ersten Platz mit 250 Euro dotiert und die Erstplatzierten beim Bundeswettbewerb erhalten ein Preisgeld von bis zu 3.000 Euro und Sachpreise.

"Am besten finde ich, dass man tolle Kontakte knüpfen kann zu Gleichaltrigen aus ganz Deutschland und zu Wissenschaftlern", sagt Carolin Kohl, die mitten im Abiturstress steckt. Ein Sieg in Chemnitz wäre toll, sagt sie, aber "mein größter Wunsch wäre, dass der Brexit nicht stattfindet. Ich würde sehr gerne in Großbritannien studieren."

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NRW-Gewinner von Jugend forscht im Jahr 2019

  • Technik: Anchar – Entwicklung eines zukunftsfähigen Ladenetzes für Elektroautos, Leonard Sondermann, Felix Ulonska, Moritz Kunz aus Münster
  • Arbeitswelt: Anpassungsfähige Staubsauger-Bodendüse, Felix Röwekämper aus Ibbenbüren
  • Mathematik/Informatik: Deep Learning – A.I. Ava, Linus Schmidt aus Bünde
  • Technik: Ersatzteile selbst produziert – Planung und Bau einer computergesteuerten 3-D-Fräsmaschine, Ruben Rodermann aus Heiligenhaus
  • Mathematik/Informatik: Galaxy Simulation, Emile Hansmaennel aus Düsseldorf
  • Physik: Neuronale Netze auf der Suche nach dunkler Materie, Carolin Kohl aus Overath
  • Geo- und Raumwissenschaften: Spektroskopische Vermessung der LBV-Sterne Deneb und P Cygni, Juliane Neußer, Moritz van Eimern aus Wuppertal
  • Chemie: Strom aus Salz? Die Nutzung der Lösungskälte von Salzen zur regenerativen Energieerzeugung, Jona Kriese aus Hattingen
  • Biologie: Untersuchungen über die Libellenfauna des NSG Hanfteich, Meike Terlutter aus Saerbeck
  • Physik: Wie bekommen Straßen Sixpacks? Experimentelle Untersuchung von Rippeln im Sand, Anton Fehnker, Simon Raschke aus Münster

Hintergrundinfos zu Jugend forscht

Seit 1965 gibt es in Deutschland den Wettbewerb für Nachwuchsforscher aus weiterführenden Schulen. Der Wettbewerb wird auf Regional-, Landes- und Bundesebene ausgetragen. Jedes Jahr gibt es bundesweit mehr als 110 Wettbewerbe. Teilnehmen können Jugendliche ab der 4. Klasse bis zum Alter von 21 Jahren. Wer mitmachen will, sucht sich selbst eine interessante Fragestellung für sein Forschungsprojekt. Den Gewinnern winken Geld- und Sachpreise.

Stand: 15.05.2019, 14:00

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