Grundschüler können bald vier Jahre lang ein Instrument lernen

Ein Junge spielt Geige während des Musikunterrichts

Grundschüler können bald vier Jahre lang ein Instrument lernen

Von Moritz Börner

Mit dem Programm Jekits soll den Grundschülern in NRW Musik näher gebracht werden, zum Beispiel mit dem Erlernen eines Instruments. Die Landesregierung will das Programm jetzt weiter ausbauen.

Ein Konzert der Duisburger Symphoniker in der Mercatorhalle - mittendrin hunderte Grundschüler, viele aus sozialen Brennpunkten. Sie lernten hier klassische Musikinstrumente kennen. "Mir hat das mit den Posaunen und Trompeten gut gefallen", freute sich eine Grundschülerin damals, einer anderen gefielen die Trompeten am besten, "weil die so laut waren". So startete Ende der 2000er das Programm Jekits und wurde schnell zu einem Erfolg.

78.000 Grundschüler machen heute mit

Anfangs war Jekits nur auf Ruhrgebietsstädte beschränkt, die ersten vier Grundschuljahre konnten die Schüler dort in Zusammenarbeit mit Lehrern der örtlichen Musikschulen zum Beispiel ein Instrument lernen, oder Gesangs- und Tanzunterricht nehmen. Bei armen Familien müssen die Eltern dafür kein Geld zahlen, alle anderen müssen sich an den Kosten beteiligen. Weil das Programm bei den Schülern so gut ankam, wurde es später in ganz NRW angeboten, um hohe Kosten zu vermeiden allerdings nur noch für die ersten beiden Schuljahre.

Mehr Musikunterricht für Kinder

WDR 5 Westblick - aktuell 14.06.2021 03:09 Min. Verfügbar bis 14.06.2022 WDR 5 Von Moritz Börner


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78.000 Kinder an über 1.000 Schulen machen inzwischen mit. Allerdings geben viele Kinder mit Ende des zweiten Schuljahrs, wenn das Programm endet, ihr Instrument wieder auf. "Wenn die Anschlussangebote fehlen oder wenn man einen aktiven Akt unternehmen muss, um ein anschließendes Angebot anzunehmen", erklärt Bernd Smalla vom Landesverband der Musikschulen, "dann ist das für viele Familien schon ein Hindernis und die Kinder haben dann das Nachsehen.

Jekits soll jetzt bis zum vierten Schuljahr angeboten werden

Das soll sich jetzt ändern; in den kommenden Jahren soll das Angebot ausgebaut werden und wieder bis zum vierten Schuljahr laufen. Dafür soll es vom Land deutlich mehr Geld geben: das Budget wird um gut sechs Millionen auf rund 17 Millionen Euro erhöht. In Zukunft wird das Programm außerdem nicht mehr über eine eigene Stiftung, sondern über das Ministerium organisiert.

Förderung von der Kita bis in die Sekundarstufe

Dort sind auch andere Musikbildungsprogramme angesiedelt, zum Beispiel EMSA, das steht für „Eine Musikschule für Alle” und wird ab der fünften Klasse angeboten. Dadurch sollen die verschiedenen Programme besser ineinander greifen.

Bernd Smalla vom Landesverband hofft, dass so in Zukunft weniger Schüler ihr Musikinstrument aufgeben als bisher. "Wir versuchen diese durchgängigen musikalischen Bildungsbiografien, beginnend in der Kita, dann weiter zu führen über Jekits, und dann an die Programme im Bereich der Sekundarstufe anzuschließen". Und vielleicht, so die Hoffnung, finde man auch das eine oder andere Musiktalent, das aus seinem Hobby später mal einen Beruf macht.

Stand: 14.06.2021, 18:03

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