Mehrjährige Haftstrafe für IS-Rückkehrerin

Frau von IS-Kämpfer vor Gericht in Düsseldorf

Mehrjährige Haftstrafe für IS-Rückkehrerin

  • Lange Haftstrafe für Witwe eines Herforder IS-Kämpfers
  • Gute Kontakte zur Salafistenszene
  • 47-jährige Deutsch-Türkin seit einem Jahr in U-Haft

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat am Mittwoch (04.12.2019) die Witwe eines Herforder IS-Kämpfers unter anderem wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz IS zu drei Jahren neun Monaten Gefängnis verurteilt. Das Strafmaß hatten auch die Bundesanwälte gefordert.

Gute Kontakte zur deutschen Salafistenszene

Nach Überzeugung der Richter hatte sich die heute 47-jährige Deutsch-Türkin seit 2014 radikalisiert. Sie soll gute Kontakte zur deutschen Salafistenszene haben.

2015 hatte sich die Mutter eines heute 13-jährigen Sohnes aus Köln dem sogenannten "Islamischen Staat" angeschlossen und nach islamischem Recht den IS-Kämpfer Murat D. aus Herford geheiratet.

Seit 2018 in U-Haft

Nach dem Tod ihres Mannes und zwei weiteren Ehen hatte sich Mine K. im Herbst 2016 mit ihrem Sohn in die Türkei abgesetzt. Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland war sie im Oktober 2018 festgenommen worden. Sie sitzt seither in Untersuchungshaft. Ihr Sohn wurde in einer Jugendeinrichtung untergebracht.

Verteidiger forderte Freispruch

Mine K. hatte die Ausreise in den Irak und ihren dortigen Aufenthalt freimütig eingeräumt, will dem IS aber nie angehört haben. Ihr Verteidiger hatte Freispruch gefordert. Er argumentiert, dass der bloße Aufenthalt und Wohnen im IS-Gebiet nicht strafbar und kein Beweis für die Mitgliedschaft in der Terrormiliz sei.

Die bisher abgesessene Untersuchungshaft wird auf die Gefängnisstrafe angerechnet.

Das NRW-Verfahren für IS-Rückkehrer

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 14.11.2019 03:00 Min. Verfügbar bis 13.11.2020 WDR 5 Von Stefan Lauscher

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Stand: 04.12.2019, 18:04

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