Islamistische Szene weiter gefährlich

Islamistische Szene weiter gefährlich

Von Andreas Poulakos

  • Terrorrazzia diente Gefahrenabwehr
  • Islamisten-Szene noch stark
  • Fragen und Antworten

In jüngster Zeit war es still um die salafistische Szene von NRW geworden. Ist das Risiko von Anschlägen nach der Niederlage des IS im Nahen Osten gesunken? Fragen und Antworten.

Nach der Anti-Terror-Razzia in Köln und Düren: Wie konkret war die Gefahr eines Anschlags?

Das ist nicht sicher. Laut Burkhard Freier, Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, diente die Aktion vor allem der "Gefahrenabwehr". Einer der Verdächtigen habe von "einem Traum" gesprochen und davon, bald "ins Paradies" zu müssen. Für die Ermittler sei diese Information das Signal gewesen, einen möglichen Selbstmordanschlag durch ihr Eingreifen zu verhindern.

Bisher gebe es aber keine Hinweise darüber, dass es schon Pläne für einen Zeitpunkt oder ein konkretes Ziel gab.

Wie ist die islamistische Szene in NRW aufgestellt?

Zwar hat sich der Fokus der Öffentlichkeit nach der Ermordung von Walter Lübcke auf die Terrorgefahr von Rechts gerichtet. Laut Verfassungsschützer Freier geht aber von der salafistischen Szene in NRW nach wie vor Gefahr aus.

Die militärische Niederlage des IS im Nahen Osten habe daran nichts geändert - die Ideologie der Terrororganisation sei in der Szene noch weit verbreitet. Rückkehrer aus dem Kampfgebieten könnten ihr militärisches Wissen an andere weitergeben.

Der Verfassungsschutz zählt etwa 20 salafistische Szenen in NRW. Regionale Schwerpunkte gibt es in den Großräumen Bonn, Köln, Düsseldorf, Aachen, Bielefeld und im Ruhrgebiet.

Infiltrieren radikale Islamisten private Sicherheitsdienste?

Zwei Sicherheitskräfte, die auch für den SC Paderborn tätig waren, hatten nach WDR-Informationen zumindest früher Kontakt zur salafistischen Szene. Bisher gibt es aber noch keine konkreten Hinweise darauf, dass Islamisten gezielt Jobs in Security-Firmen annehmen.

Branchendienste wie die Vereinigung für die Sicherheit in der Wirtschaft (VSW) bieten Sicherheitsfirmen allerdings bereits seit einiger Zeit Schulungen an, wie sie Radikale unter ihren Bewerbern erkennen können. Bisher müssen Bewerber nur ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen - weitergehende Überprüfungen sind nicht vorgeschrieben.

Stand: 19.07.2019, 10:26

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