Die Wege des Holzes

Jahresringe an einem Baum

Die Wege des Holzes

  • Deutschland beim Papierverbrauch mit an der Weltspitze
  • NRW-Wald trägt nur wenig zur Papierproduktion bei
  • Jeder 5. Baum weltweit für Papierherstellung genutzt
  • WWF: "30 Prozent des gesamten Holzeinschlags illegal"

Etwa 27 Prozent der Fläche von NRW bestehen aus Wald. Bei 3,4 Millionen Hektar Gesamtfläche sind das ca. 935.000 Hektar. Dennoch ist der Wald in NRW ein knappes Gut: Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl stehen jeder Einwohnerin und jedem Einwohner nur rund 532 Quadratmeter Wald zur Verfügung. Der bundesweite Durchschnittswert liegt dagegen bei 1.400 Quadratmetern.

Papierindustrie auf Importe angewiesen

Die Wälder in NRW bestehen zu mehr als der Hälfte aus Laubbäumen, meist Buchen und Eichen. Bei den Nadelbäumen nehmen die Fichten den weitaus größten Anteil ein. Diese eignen sich besonders zur industriellen Verarbeitung und Fertigung.

Bei der industriellen Nutzung des Waldes spielt die Papier- und Zellstoffindustrie eine große Rolle. Dabei tragen die Wälder in NRW und ganz Deutschland nur wenig zu dem Papier bei, das wir verbrauchen. Fast 80 Prozent des für die Papierproduktion nötigen Zellstoffs muss nach Deutschland importiert werden. Der Rohstoff dafür stammt aus den Wäldern beinahe der ganzen Welt.

Import von Papier, Pappe und daraus hergestellten Waren

Karte Holzimporte aus europäischen Staaten

Zwischen 30 und 40 Prozent des in Deutschland benutzten Papiers stammt aus Skandinavien, vor allem aus Schweden und Finnland. Dort wird das Holz jedoch oft nur verarbeitet, nicht geschlagen.

Zwischen 30 und 40 Prozent des in Deutschland benutzten Papiers stammt aus Skandinavien, vor allem aus Schweden und Finnland. Dort wird das Holz jedoch oft nur verarbeitet, nicht geschlagen.

Schweden und Finnland importieren die Baumstämme zur Papiergewinnung etwa aus Russland und den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Die Niederlande und Frankreich importieren das Holz aus Kanada und den USA, Österreich aus Kroatien, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine.

Beim Papierverbrauch lag Deutschland im Jahr 2016 weltweit an vierter Stelle, hinter China, USA und Japan.

Weltweit betrachtet wird etwa jeder fünfte gefällte Baum für die Papierherstellung genutzt. Beim industriell genutzten Holz landet sogar fast die Hälfte in Papierprodukten. Etwa 20 Prozent davon stammen aus Urwäldern, auch aus Europa - und das nicht immer legal. Die Umweltorganisation WWF schätzt den Anteil des weltweit illegal geschlagenen Holzes auf 30 Prozent.

Letzte Urwälder Europas

In Rumänien zählen Teile der Karpaten zu den letzten Urwäldern Europas. Doch obwohl mehrere Nationalparks dort offiziell geschützt sind, wird auch hier immer wieder illegal abgeholzt. Laut einem Bericht der Environmental Investigation Agency (EIA) sollen sogar 50 Prozent des Holzeinschlags in Rumänien aus illegalen Quellen stammen. Das Holz wird verarbeitet zu Bauholz, Brennholz, Pellets und zu Spanplatten für Billigmöbel.

EU-Regelung zum Schutz der Wälder

Seit 2013 regelt die EU-Holzhandelsverordnung EUTR (European Timber Regulation) das Inverkehrbringen von Holz und Holzprodukten. Ziel der Verordnung ist es, den Handel mit illegalem Holz in der EU zu stoppen. Allerdings gibt es keine pauschale Definition von illegal geschlagenem Holz. Jedes Land hat hier eigene spezifischen Verordnungen. Deshalb ist die EUTR auch kein für alle Staaten geltendes Gesetz. Sie fordert vielmehr von den europäischen Marktteilnehmern, sich ihrer Verantwortung bei der Beschaffung von Holz und Holzprodukten zu stellen.

Stand: 21.11.2018, 06:00

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