Wegen "Cum Fake": Unbequeme Fragen an die Deutsche Bank, Teil 2

Wegen "Cum Fake": Unbequeme Fragen an die Deutsche Bank, Teil 2

Von Massimo Bognanni und Andreas Braun

  • Staatsanwaltschaft Köln beschäftigt sich mit Rolle der Bank
  • Steuerskandal könnte den Fiskus Millionen gekostet haben
  • Die Deutsche Bank betont, zu kooperieren

Steuer-Erstattungen erschlichen?

Töchterfirmen der Deutsche Bank sollen mit den Papieren jedoch jahrelang Scheingeschäfte getrieben haben – das vermuten zumindest die Ermittler der amerikanischen Aufsichtsbehörde SEC. Gemeinsam mit Aktienhändlern sollen sie Millionen von ADR-Papieren gehandelt haben, die nicht mit einer echten Aktie hinterlegt waren, sogenannte Pre-released-ADRs.

Die US-Börsenaufseher monierten Fehlverhalten der Deutsche Bank-Töchter im Umgang mit diesen vorläufig ausgestellten ADR-Papieren. Der potenzielle Gewinn aus den Geschäften, schreibt die SEC, sei die Steuer selbst. Den Betrag hätten die Beteiligten womöglich unter sich aufgeteilt.

Die Börsenaufsicht schreibt, dass die Handelsstrategie nicht erfolgreich hätte sein können, wenn sich die Beteiligten an die Regeln gehalten hätten – und das hätten die Mitarbeiter der Deutschen Bank laut SEC wissen sollen.

Der Schatten eines Mannes mit Mobiltelefon in einem Büro mit Blick auf Hochhaustürme

In den USA kam die Deutsche Bank das Thema bereits teuer zu stehen. Die amerikanische Börsenaufsicht (SEC) hat mögliche Verstrickungen des deutschen Konzerns in fragwürdige Geschäfte mit ADR-Papieren bereits aufgearbeitet. Das Geldhaus zahlte daraufhin im Juli in einem Vergleich 75 Millionen Dollar.

Die Bank erklärte zu den Vorwürfen, sie habe 2014 Geschäfte mit den Papieren um den Dividendenstichtag eingeschränkt, weil es Bedenken zu potenziellem Missbrauch gegeben habe. 2016 habe man wegen der Bedenken der SEC die Geschäfte mit den Papieren komplett eingestellt.

Weitere Belastung für Deutsche Bank

Die Fragen zu Cum-Fake belasten das Geldhaus in stürmischen Zeiten. Unlängst durchsuchten rund 170 Fahnder Bankgebäude und machten selbst vor den Vorstandsbüros nicht Halt. Es  ging um den Verdacht der Geldwäsche mit Offshore-Firmen. Kurz danach wurde bekannt, dass die Bank wegen anderer umstrittener Geschäfte vier Millionen Euro Geldbuße gezahlt haben soll. Und nun die unangenehmen Fragen zu Cum-Fake.

Unlängst hatten WDR und SZ den möglichen neuen Steuerskandal enthüllt. Das Bundesfinanzministerium sprach daraufhin von einem "ernsten Vorgang" und stoppte per Erlass vorsorglich ein digitalisiertes Erstattungsverfahren, das es potenziellen Kriminellen besonders leicht gemacht haben könnte, in die Staatskasse zu greifen. Es sei nun die Aufgabe der Ermittlungsbehörden, einschlägige Sachverhalte zu prüfen und zu ahnden.

Stand: 12.12.2018, 14:30

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