Wegen "Cum Fake": Unbequeme Fragen an die Deutsche Bank

Ausschnitt aus der WDR Doku über Cum-Ex-Geschäfte

Wegen "Cum Fake": Unbequeme Fragen an die Deutsche Bank

Von Massimo Bognanni und Andreas Braun

  • Staatsanwaltschaft Köln beschäftigt sich mit Rolle der Bank
  • Steuerskandal könnte den Fiskus Millionen gekostet haben
  • Die Deutsche Bank betont, zu kooperieren

Der Deutschen Bank droht weiterer juristischer Ärger. Nach Recherchen von WDR und "Süddeutscher Zeitung“ untersucht die Staatsanwaltschaft Köln die Rolle des Geldhauses im sogenannten "Cum Fake"-Skandal. Banker und Aktienhändler, so der Verdacht, sollen in den USA Scheinpapiere erstellt und gehandelt haben.

Investoren sollen sich mit diesen Schein-Papieren außerhalb der USA Steuererstattungen ergaunert haben, die sie nie gezahlt haben – auch in Deutschland.  Die Masche gilt als Weiterentwicklung des "Cum Ex"-Steuerraubes, bei dem Banker, Anwälte und reiche Geldgeber den Staat um Milliarden gebracht haben könnten.

Die Deutsche Bank schrieb auf Anfrage: "Natürlich kooperieren wir mit den Behörden und haben auch zu dem Thema schon Auskunftsersuchen beantwortet."

Kölner Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft Köln wollte sich aufgrund des Steuergeheimnisses nicht zu konkreten Ermittlungen in Sachen "Cum Fake" äußern. Die Behörde bestätigte allgemein, dass es ein Verfahren gegen Mitarbeiter einer Bank in Deutschland gibt, ging jedoch nicht auf die Frage ein, ob es sich um die Deutsche Bank handele.

Die Staatsanwaltschaft gehe der Frage nach, "ob in den beschriebenen Geschäften neben Cum-Ex ein weiteres Modell liegen könnte, mit denen illegal die Kapitalertragssteuer gezogen wurde".

Gegenüber dem Finanzamt Frankfurt soll die Deutsche Bank Insidern zufolge kritische Geschäfte mit Phantom-Aktien bereits freiwillig gemeldet und die Erstattung eines etwaigen Schadens für den Fiskus angeboten haben. Diesen Schaden soll die interne Revision der Bank laut der britischen Wirtschaftszeitung "Financial Times" auf rund 25 Millionen Euro beziffert haben.

Konkret geht es um Geschäfte mit "American Depositary Receipts" (ADR). Das sind Papiere, die von Banken ausgestellt und in den USA stellvertretend für ausländische Aktien gehandelt werden. Normalerweise muss jedem ADR-Papier eine echte Aktie zugrunde liegen.

Lesen Sie im zweiten Teil, was "Cum Fake" die Deutsche Bank in den USA kostete

Stand: 12.12.2018, 14:30

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