Erzbistum München-Freising droht mit Ausstieg aus Finanzausgleich

Rosenkranz und Euroscheine

Erzbistum München-Freising droht mit Ausstieg aus Finanzausgleich

Von Katja Riedel

  • Bistümer legen Bilanzen nach unterschiedlichen Regeln vor
  • München-Freising beklagt mangelnde Transparenz
  • Generalvikar Beer droht mit Ausstieg aus Finanzausgleich

Solidarität ist für die deutschen Bistümer nicht nur ein ideeller Wert, Solidarität zeigen sie bisher auch in Finanzfragen. Nach einem Verrechnungsschlüssel fließen Millionen zwischen vermögenderen und ärmeren Bistümern, die Vermögensunterschiede und die Anzahl der Gläubigen sind zwischen den 27 deutschen Bistümern teilweise eklatant.

Streit ums Geld

Doch nun droht ein erbitterter Streit ums Geld. Das einflussreichste der deutschen Bistümer stellt dieses System infrage. Es beklagt eine fehlende finanzielle Transparenz in vielen der anderen Bistümer - trotz angekündigter Transparenzoffensive und vieler inzwischen veröffentlichter Bilanzen der Bistümer.

Porträt des Münchner Generalvikars Peter Beer (2016)

Generalvikar Peter Beer

An der Spitze des Erzbistums München-Freising steht Kardinal Reinhard Marx, der auch die Deutsche Bischofskonferenz leitet. Sein Stellvertreter, Generalvikar Peter Beer, droht im Gespräch mit WDR und Süddeutscher Zeitung nun mit harten Konsequenzen: mit einem Ausstieg aus dem innerkirchlichen Finanzausgleich zwischen vermögenderen und ärmeren Bistümern.

"Solidarität ist wichtig. Aber Solidarität ohne Transparenz, ohne Gerechtigkeit, ohne Nachvollziehbarkeit ist schlechterdings nicht möglich. Sonst würde man sich selbst dem Vorwurf aussetzen, hier intransparent zu handeln.

Ich muss mich gegenüber den Gremien rechtfertigen. Wenn wir einen Haushaltsplan im Ordinariat aufstellen, muss ich es ja auch dem Steuerzahler hier im Erzbistum plausibel machen, warum ich diesem oder jenen noch etwas zahle
."

"Was weg ist, ist weg"

Er wolle zwar kein Ultimatum stellen, diese seien "nicht zielführend. Es sollte eigentlich jeder einsehen, dass es keinen anderen Weg geben kann, als vergleichbare Standards zu haben und vergleichbar offenzulegen."

Auf die Frage, ob er anderenfalls den Geldhahn zudrehen wolle, sagte Beer: "Wenn keine Offenlegung erfolgt, keine Vergleichbarkeit da ist, weiß ich nicht, ob die Mittel gerecht und nachvollziehbar eingesetzt werden. Und dann stellt sich schon die ernsthafte Frage, ob man das rechtfertigen kann, im Blindflug Mittel auszugeben, weil: Was weg ist, ist weg.

Und im Nachhinein zu sagen, ja das hätte man besser überlegen müssen, was man gibt und warum - das ist mir zu spät. Offenlegung, Vergleichbarkeit, und dann ist es selbstverständlich, auch Solidarität zu üben."

Lesen Sie im zweiten Teil, was München-Freising von den anderen Bistümern erwartet

Stand: 22.03.2018, 18:00