Nach Anschlag in Halle führt eine Spur nach NRW

Anschlag in Halle Symbolbild

Nach Anschlag in Halle führt eine Spur nach NRW

Von Florian Flade

  • Nach Anschlag in Halle
  • Zwei Männer aus NRW stehen unter Verdacht
  • Ermittlungen wegen Verdachts der Volksverhetzung

Nach Recherchen von WDR, NDR und SZ hat am Mittwochmorgen (16.10.2019) die Polizei mit einem richterlichem Beschluss die Wohnung zweier Männer in Mönchengladbach durchsucht. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach. Schon am Wochenende hatte es eine Befragung eines der Verdächtigen zum Anschlag in Halle gegeben.

Verdacht der Volksverhetzung steht im Raum

Jan Steils, Sprecher der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach, teilte mit, es bestehe der Verdacht, dass die zwei Verdächtigen "die vom Attentäter herrührenden Dokumente mit volksverhetzenden Inhalten verbreitet hättet". Gegen die 26 und 28 Jahre alten Männer werde wegen Volksverhetzung ermittelt.

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Die Verdächtigen sind nach WDR-Informationen Brüder, die zusammen in einer Wohnung leben. Im Zuge der Durchsuchung wurden "zahlreiche elektronische Geräte und Speichermedien sichergestellt". Ob die beiden Verdächtigen im Vorfeld von dem Attentat wussten, ist noch unklar.

Hinweis kam von ausländischen Behörden

Die Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA), die mit der Aufklärung des Anschlags in Halle betraut sind, konnten die Verdächtigen aus Mönchengladbach durch einen Hinweis aus dem Ausland identifizieren.

US-Behörden sollen zuvor die IP-Adressen des Computers übermittelt haben, der von den Mönchengladbachern genutzt wird. Diese stehen demnach im Verdacht, das rund 15-seitige PDF-Dokument ("Manifest"), das Stephan B. erstellt haben soll, sehr zeitnah zur Tat im Internet veröffentlicht zu haben.

Verdächtiger kooperiert mit Behörden

Einer der Männer soll der Polizei bereits am Wochenende bereitwillig den Computer ausgehändigt haben. Er soll zudem erklärt haben, Stephan B. nicht zu kennen, politisch stehe er außerdem eher "links". Sowohl der Polizei als auch dem Verfassungsschutz ist die Person nicht als Extremist bekannt.

Mögliche Verbindung zum Attentäter wird geprüft

Die BKA-Ermittler der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) "Concordia" gehen dem Verdacht nach, dass einer der Mönchengladbacher möglicherweise mit dem Attentäter in Verbindung gestanden habe und über die geplanten Tat informiert gewesen sein soll.

Derzeit versucht die Polizei zu ermitteln, ob Stephan B. bei seiner Tat möglicherweise Unterstützer oder Mitwisser hatte. Unter anderem werden die von ihm verwendeten Schusswaffen und Sprengsätze auf DNA-Spuren und Fingerabdrücke untersucht.

Attentäter Stephan B. sitzt in U-Haft

Stephan B. befindet sich aktuell in Untersuchungshaft. Der Generalbundesanwalt wirft ihm Mord in zwei Fällen sowie versuchten Mord in mehreren Fällen vor.

Er soll am 9. Oktober 2019 versucht haben, in die Synagoge von Halle einzudringen, um die darin befindlichen Gläubigen zu ermorden. Bei seiner Anhörung vor dem Ermittlungsrichter soll B. die Tat gestanden und mehrere Stunden lang ausgesagt haben.

Stand: 16.10.2019, 15:20

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