Verkehrsforscher: Aachener E-Auto ist alltagstauglich

Das Unternehmen e.Go soll Partner von VW werden Aktuelle Stunde 05.03.2019 02:39 Min. Verfügbar bis 05.03.2020 WDR Von Alexander Klein

Verkehrsforscher: Aachener E-Auto ist alltagstauglich

Die Aachener Start-up e.Go steht vor der Serienproduktion seines Elektro-Kleinwagens. Ob solche Modelle die Zukunft für Städte sind, erklärt Verkehrsforscher Stefan Bratzel.

Der große VW-Konzern geht eine Partnerschaft mit dem Aachener Start-up-Unternehmen "e.Go" ein, um die Kosten für die Entwicklung von Elektrofahrzeugen zu senken. Die Firma aus NRW bringt im Mai die Serienversion eines Elektro-Autos für Kurzstrecken bis 100 Kilometer auf den Markt, den "e.Go Life".

Werden Modelle wie dieses künftig den Verkehr in Städten und Ballungszentren prägen? Verkehrsforscher Prof. Stefan Bratzel, Dozent an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch-Gladbach, gibt Antworten im WDR-Interview.

WDR: Halten Sie die Serienversion des "e.Go Life" für alltagstauglich?

Prof. Stefan Bratzel: Der e.Go Life ist durchaus gut im Alltag einsetzbar. Er ist für Kunden geeignet, die als Zweit- oder Drittwagen ein günstiges Elektrofahrzeug kaufen wollen.

WDR: 16.000 Euro halten Sie für einen günstigen Preis?

Prof. Bratzel: Für ein Elektrofahrzeug ist das sicherlich ein günstiger Preis. Da wird es genug Kunden in Deutschland und auch andernorts geben, die diesen Betrag für einen Zweitwagen gerne auf den Tisch legen. Man muss bedenken, dass der Durchschnittspreis eines Neuwagens in Deutschland im Moment bei 30.000 Euro liegt.

WDR: Welche Chancen räumen Sie diesem E-Auto auf dem Markt ein?

Prof. Bratzel: Ich glaube, dass die Stückzahlen von 5.000 bis 10.000 jährlich, die man da im Moment realisieren kann, ihre Käufer finden können. Vieles wird davon abhängen, ob die Qualität dieser Fahrzeuge gut genug ist - also auch nach ein, zwei Jahren etwa die Batteriekapazität noch hoch genug ist. Dann steht dem nichts im Wege, dass dieses Auto für einen bestimmten Nischenmarkt erfolgreich sein kann.

WDR: Ist dieses Modell besonders geeignet dafür, um sich in Ballungsräumen fortzubewegen?

Prof. Bratzel: Das Fahrzeug ist tatsächlich geeignet für dichtbesiedelte Regionen, wo man effizient mit dem öffentlichen Raum umgehen muss. Da ergibt so ein Konzept durchaus Sinn.

WDR: Können Sie sich vorstellen, dass diese E-Autos eines Tages das Bild von Städten und Ballungszentren prägen werden?

Prof. Bratzel: Ich glaube, dass wir in den nächsten zehn, 15 Jahren eine Entwicklung dahingehend erleben werden, dass der private, motorisierte Individualverkehr in Großstädten immer stärker beschränkt wird. Es sind Szenarien vorstellbar, in denen durch regulative Rahmenbedingungen wie City-Mautzonen kleine umweltfreundliche Fahrzeuge bevorzugt werden. Dann können solche Konzepte wie der e.Go in Städten eine wichtige Bedeutung gewinnen.

Das Interview führte Frank Menke.

E-Autos: Ladesäulenchaos

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 19.02.2019 03:58 Min. Verfügbar bis 19.02.2020 WDR 5 Von Kai Rüsberg

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Stand: 05.03.2019, 19:45

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