Deutsche Umweltaktivisten segeln zum Klimagipfel

Deutsche Umweltaktivisten segeln zum Klimagipfel

  • 36 junge Menschen reisen ab Mittwoch per Segelschiff zur Weltklimakonferenz
  • Insgesamt dauert die Seereise nach Südamerika sechs Wochen
  • Ein Interview mit einem der "Sail-to-the-COP"-Klimaaktivisten aus Köln
Umweltaktivist Lukas Kiefer

Lukas Kiefer

Sie hatten die Idee schon lange, bevor Greta Thunberg per Boot zum UN-Klimagipfel nach New York segelte: 36 junge Klimaaktivisten aus ganz Europa, darunter sieben aus Deutschland, stechen am Mittwoch (02.10.2019) mit dem Dreimastschoner "Regina Maris" in See.

Ihr Ziel: die Welttklimakonferenz in Chile. "Sail-to-the-COP" heißt ihr Projekt. Das Geld für die Reise haben sie per Crowdfunding-Aktionen gesammelt. Ein Interview mit Lukas Kiefer aus Köln, einem der Aktivisten .

Lukas Kiefer

Lukas Kiefer aus Köln ist 23 Jahre alt und studiert Erneuerbare Energien an der Technischen Hochschule in Köln. Er engagiert sich seit einigen Jahren in der Klimapolitik. Er ist Mitglied des Klimadelegation e.V. - einem Verein junger Menschen, die seit 2012 auf die Klimakonferenzen der UN fahren, um die Stimme der jungen und zukünftigen Generationen zu vertreten. Als Jugenddelegierter der Klimadelegation war er 2018 zum ersten Mal selbst bei einer Klimakonferenz.

WDR: Was sind das für Menschen, die mit Ihnen reisen?

Lukas Kiefer: Ein bunter Haufen: Wir sind 36 Menschen aus Europa und eine aus Marokko. Manche sind Umweltaktivisten, andere Wissenschaftler, die auf diesem Gebiet forschen, Unternehmer aus dem Bereich und auch Künstler. Der jüngste Teilnehmer ist 18 Jahre alt, der älteste Anfang 30.

WDR: Was ist der gemeinsame Nenner?

Das Team auf dem Schiff "Regina Maris"

An Bord werden Ideen entwickelt

Kiefer: Wir haben alle die gleiche Motivation: Wir sind alle besorgt wegen des Klimawandels. Was Wissenschaftler längst eindrücklich erklären, ist vor allem den Politikern noch nicht bewusst geworden. Unser Ziel ist es, mehr Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen der Luftfahrt zu lenken.

WDR: Wie lange sind Sie unterwegs?

Kiefer: Sieben Wochen. Wir fahren von Amsterdam aus los und segeln dann über Marokko, Teneriffa, Kap Verde und Recife nach Rio de Janeiro. Von dort aus fahren wir mit dem Bus weiter nach Chile.

WDR: Was passiert an Bord?

Kiefer: Wir werden alle im Schichtdienst mitsegeln, vor allem aber in Arbeitsgruppen an verschiedenen klimapolitischen Themen arbeiten und versuchen, Lösungsvorschläge für nachhaltiges Reisen zu entwickeln.

Außerdem wollen wir mehr Menschen über die Auswirkungen der Luftfahrt aufklären und Aufmerksamkeit auf dieses Thema lenken, welches immer noch zu wenig behandelt wird. Das Schiff wird so zu einem "segelnden Think Tank".

WDR: Es gab viel Kritik, als Greta Thunberg zum Klimagipfel segelte. Eines der Argumente war: Ihre Reise sei umweltschädlicher als Flugreisen. Wie stehen Sie dazu?

Dreimast-Schoner "Regina Maris"

Dreimast-Schoner "Regina Maris"

Kiefer: Ich finde die Kritik oftmals falsch, weil gerade Menschen die Kritik äußern, die selber nichts tun. Ich halte solche Reisen für richtig, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wir versuchen alle ohne Flug wieder zurück nach Europa zu kommen. Manche nehmen ein Segelschiff, manche auch Frachtschiffe.

Ich selber möchte auch zurück mit einem Segelboot. Wir versuchen alles, um unsere Emissionen klein zu halten.

Das Interview führte Susanne Schnabel.

Stand: 02.10.2019, 13:00

Kommentare zum Thema

7 Kommentare

  • 7 Axel Koster 04.10.2019, 12:46 Uhr

    Ein Zeichen setzen und Segelboot fahren. Toll. Ich höre auch nur Gemecker. Wie wäre es mal mit ner Lösung? Man müsste die Menschheit drastisch reduzieren. Will ja auch keiner. Was wollt ihr denn? Maoam - Maoam - Maoam!!! Et kütt wie et kütt.

  • 6 Anonym 04.10.2019, 08:41 Uhr

    Also ich bekomme das nicht hin, mich einfach mal für ca. 8 Wochen aus dem Leben zu nehmen und zu allem egal zu sagen. Das liegt aber daran, dass ich Verantwortung gegenüber meiner Familie habe und die fängt leider damit an das ich meine eigenen vier Wände bezahlen muss. Dann darf ich Ersatzteile für meine Heizung bezahlen damit diese wieder die volle Menge an Abgas durchhauen kann. Und damit das alles gut funktioniert setzte ich mich morgens in meinen 3,2l euro3 diesel und fahre jeden Tag brav zur Arbeit. Mit 3,2 meine ich aber nicht den Verbrauch. Und dieser läuft seit 20 Jahren und hat fast 400.000km drauf und mit jedem km mehr ist dieses alte Auto umweltfreundlicher als wenn man ein neues dafür baut aber das geht nicht in die Köpfe. Bevor rumgebölkt wird, sollten diese kleinen Kinder erstmal im eigenen Leben stehen und Verantwortung anderen gegenüber haben. Co2 bringt aquariumpflanzen zum wachsen, wirkt wie dopping. Einfach mal drüber nachdenken warum das so ist.

  • 5 G.Bruns 03.10.2019, 08:01 Uhr

    "Wir versuchen alle ohne Flug wieder zurück nach Europa zu kommen. Manche nehmen ein Segelschiff, manche auch Frachtschiffe." Jetzt mal ehrlich. Glaubt ihr Spinner selber noch was ihr da sagt? Irgendwie muss ich ja nach Hause,also sind wir mal gegen die Luftfahrt, weil wir ja mit dem Schiff fahren. Und Frachtschiffe sind ja sowas von Umweltbewusst. Ach und wie kommt ihr Aktivisten voran, wenn kein Segeln möglich ist? Rudern? Oder E-antrieb? Mmh, oder doch wieder ein Antrieb auf Fossilebrennstoffe? Lügt euch selbst weiter in der tasche. Scheinheiliges Volk.

  • 4 linux 02.10.2019, 22:39 Uhr

    "Kiefer: Ich finde die Kritik oftmals falsch, weil gerade Menschen die Kritik äußern, die selber nichts tun. Ich halte solche Reisen für richtig, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. " Klar ist das oftmals falsch weil eine andere Meinung möchte man ja nicht zulassen aber mit einem Segelbötchen herum fahren ändert auch nichts ans Klima.

  • 3 Niko Teenie 02.10.2019, 16:47 Uhr

    Die Jacke ist sicher auch aus Jute.

  • 2 Julia 02.10.2019, 15:57 Uhr

    Verbietet endlich nachhaltig die Kreuzfahrtschiffe.....

  • 1 GermanRobinWood 02.10.2019, 14:38 Uhr

    Heuchler. Kiefer präsentiert sich mit Plastikschuhen auf dem Foto. Er trägt somit zum Fischesterben in den Ozeanen bei. Pfui. Eine Frechheit. Plastik zerstört Ozeane und damit die Fische. Aber immer anderen den Spiegel vorhalten. Pfui Deibel.

    Antworten (2)
    • Ilona 02.10.2019, 15:30 Uhr

      Soll er barfuß Gehen? Leder ist ja wohl keine Alternative.

    • GermanRobinWood 02.10.2019, 16:03 Uhr

      Wozu gibt's denn Baumwollschuhe? Obermaterial, Futter = 100 % Baumwolle. Sole aus Jute. Bildung kommt nicht vom Lesen. Sondern vom Nachdenken über das Gelesene. Kann ja auch nicht für jeden zutreffen.

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