Gärtner in NRW wollen die Insekten retten

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Gärtner in NRW wollen die Insekten retten

Von Nina Giaramita

  • Nabu NRW berichtet über Zulauf an Mitgliedern
  • Imkern wird immer beliebter
  • Bienendichte wird zum Problem

Die Monheimerin Barbara Stark ist Expertin für Naturgärten. Sie berät seit Jahren Kommunen, Unternehmen und private Gartenbesitzer. Dabei geht es darum, aus Grün- und Gewerbeflächen möglichst insektenfreundliche Biotope zu schaffen.

"Der Zulauf zu meinen Vorträgen ist massiv gestiegen", sagt sie. Auch der Naturschutzbund NRW macht ähnliche Beobachtungen. "Unsere Mitgliederzahlen sind in den letzten Jahren noch einmal stark nach oben gegangen", so Sprecherin Birgit Königs.

"Vor allem unsere Online-Seiten zu ökologischem Gärtnern sind sehr nachgefragt", erzählt sie. Königs führt die Entwicklung darauf zurück, dass viele durch die Berichterstattung zum Insektensterben aufgeschreckt worden seien. "Die Leute machen sich offensichtlich Sorgen."

Kaum Wissen vorhanden

Bei allem Bemühen fehlt es aber oft an Wissen - das zumindest ist die Beobachtung von Barbara Stark. "Ein Großteil hat nicht mehr genügend Garten-Kenntnisse", sagt sie.

Zum Beispiel, so Stark, nützt eine herkömmliche Geranie aus dem Baumarkt Insekten nichts - zu hochgezüchtet und zu pestizidbelastet. Die Expertin rät dazu, heimische Wildpflanzen zu kaufen - und in den Gärtnereien um die Ecke danach zu fragen. Ansonsten könne man auch bei spezialisierten Händlern im Internet geeignetes Saatgut bestellen.

Städter entdecken das Imkern

Über Zulauf freuen sich auch die Imker. Die Zahl nahm 2018 weiter zu. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer NRW gibt es im Land inzwischen 15.000 Imker. "Vor allem in den Großstädten haben wir ganz hohe Steigerungsraten", so Petra Friedrich vom Deutschen Imkerbund in Wachtberg.

Mehr und mehr scheinen Frauen das Imkern als Hobby zu entdecken. In Köln bietet Kerstin Kopp von der Imkerei Rheinblüte daher Kurse speziell für Frauen an. "Das Imkern ist immer noch eine Männerdomäne", sagt sie. "Aber in den letzten zehn Jahren ist die Imkerei eindeutig weiblicher und jünger geworden."

Selbst Unternehmen finden inzwischen Gefallen an Bienenhaltung. Im westfälischen Minden beispielsweise hat das Unternehmen Ingres, ein Fliesenhersteller, zwei Bienenboxen auf dem Gelände. Geschäftsführer Oevermann kümmert sich mit zwei Kollegen um die Bienenvölker: "Dabei geht es uns nicht um den Honig, sondern nur um den Erhalt der Tiere."

Zu hohe Bienendichte

Die Liebe zu der Biene hat jedoch nicht nur positive Seiten. "Wir haben in den Städten inzwischen teilweise eine ungeheure Bienendichte", berichtet Petra Friedrich vom Imkerbund. Das Problem: Bienenkrankheiten können so leichter übertragen werden.

Stand: 22.03.2019, 06:00

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