Gekommen, um zu bleiben: Die Rückkehr der Inflation

Steigende Inflation - droht die Lohn-Preis-Spirale?

Gekommen, um zu bleiben: Die Rückkehr der Inflation

Von Ulrich Ueckerseifer

Der Blick auf die Benzinpreise an der Zapfsäule macht es besonders deutlich: Viele Preise in Deutschland steigen seit Monaten kräftig. Die steigende Inflation macht Verbrauchern zu schaffen.

Autofahrer zahlen rund 30 Prozent mehr für Benzin als im vergangenen Jahr. Doch der Spitzenreiter der Preissteigerung ist das Heizöl, denn hier kommen Preissteigerungen oft sehr direkt beim Kunden an. Anders ist es beim Gas: Da ist zwar der Weltmarktpreis auf Rekordniveau, bei vielen Endverbrauchern ist das aber noch nicht angekommen.

Die Richtung ist aber klar: Es geht in Richtung des bisherigen Rekordhochs aus diesem Jahr – Heizen wird also deutlich teurer. Branchenkenner gehen davon aus, dass die Mehrzahl der Energieversorger ihre Preise zum Jahreswechsel anheben werden.

Lebensmittel kosten rund fünf Prozent mehr

Energie ist der größte Treiber der Inflation, aber auch Nahrungsmittel sind fünf Prozent  teurer als vor einem Jahr: Nach den Zahlen der Statistischen Landesämter sind vor allem die Preise für Gemüse und Fleisch schneller gestiegen als der Durchschnitt des Warenkorbs, aus dem die Inflation berechnet wird.

Höhere Preise sind auch für Reisen und in der Gastronomie fällig. Dem gegenüber ist die Miete eher unauffällig, auch wenn Vermieter in Ballungsgebieten bei Neuvermietungen oft sehr hohe Mieten verlangen.

Warum steigen die Preise?

Vor allem zwei Faktoren lassen die Inflation in Deutschland im Herbst 2021 in die Höhe schnellen. Zum einen sind es die real steigenden Preise, die in vielen Bereichen an der höheren Nachfrage liegen. Verstärkt wird diese Entwicklung durch den so genannten Basiseffekt: Im vorigen Jahr war zum Beispiel Öl wegen der Corona-Pandemie außergewöhnlich billig, um heftiger wirkt der Preisanstieg jetzt. Ein weiterer Basiseffekt: Von Juli bis Dezember 2020 war die Mehrwertsteuer in Deutschland abgesenkt – darum steigt die Inflation seit dem Juli dieses Jahres viel kräftiger als von Januar bis Juni.

Die höhere Inflation bleibt auch im kommenden Jahr

Viele Beobachter rechnen damit, dass die Inflation im kommenden Jahr zwischen zwei und drei Prozent liegen wird. Das wäre nicht dramatisch, aber eben doch deutlich mehr als in den vergangenen Jahren, in denen meist eine Eins vor dem Komma stand. Die Zeiten einer sehr niedrigen Inflation dürften also erst einmal vorbei sein. Ärgerlich für Arbeitnehmer: In den vergangenen Jahren sind die Löhne oft stärker gestiegen als die Preise – in diesem Jahr ist es deutlich anders: Durchschnittlich 1,5 Prozent Lohnsteigerung steht eine viel höhere Inflation gegenüber.

Wo man sparen kann: Gas, Strom, Versicherungen, Einkauf

Wer noch im Basistarif seines Gasversorger ist, der kann jederzeit einfach wechseln. Auch beim Stromversorger steckt Sparpotenzial:

Beim Einkauf gilt wie immer: Auf die Erntezeit schauen, das sind viele Obst- und Gemüsesorten nicht nur frischer, sondern auch meist günstiger.

Viele Menschen beschäftigen sich nicht gern mit "Papierkram" – dazu gehören zum Beispiel die Versicherungen, die man im Laufe der Jahre so abgeschlossen hat. Doch sind die immer noch sinnvoll? Infos dazu gibt es bei den Verbraucherzentralen:

Stand: 11.10.2021, 13:20

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