In NRW ab Samstag Termine in Impfzentren für jeden

Die Corona-Regeln in NRW: Wie geht es weiter? WDR aktuell 24.06.2021 32:42 Min. Verfügbar bis 24.06.2022 WDR

In NRW ab Samstag Termine in Impfzentren für jeden

Von Sabine Tenta

Ab Samstag können alle in NRW Termine in Impfzentren buchen. Das gab Gesundheitsminister Laumann bekannt. Bisher gab es dort nur Termine für Vorerkrankte und über 60-Jährige.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte am Donnerstag in Düsseldorf, dass ab Samstag die Terminportale der Impfzentren geändert werden: "Ab dann können alle, die einen Impftermin haben wollen, buchen." Und wer in seinem Ort keinen Termin bekomme, könne auch in einem Nachbarimpfzentrum buchen.

Die Einschränkungen der Terminvergabe auf Vorerkrankte unabhängig vom Lebensalter und auf die über 60-Jährigen habe man vorgenommen, weil es dort noch einen Impfbedarf gegeben habe. Durch diese Maßnahmen habe man rund 77.000 Menschen aus diesen beiden schützenswerten Gruppen impfen können.

Corona-Schutzverordnung wird bis 8. Juli verlängert

Die aktuell geltende Corona-Schutzverordnung des Landes wird weitestgehend unverändert bis zum 8. Juli verlängert. Zu den kleineren Änderungen, die am Freitag in Kraft treten, gehören folgende Anpassungen:

Für Bibliotheksnutzende entfällt die Maskenpflicht, wenn sie an einem Platz sitzen. In Freizeitparks darf eine Person pro 10 Quadratmeter eingelassen werden (zuvor pro 20 Quadratmetern) und die Schifffahrt auf dem Möhnesee wird wie Außengastronomie behandelt.

Impfzentren bis Ende September

Minister Laumann ist der Meinung, dass die Impfzentren in ihrer bisherigen Form Ende September aufgegeben werden können. Die Kosten dafür betrügen pro Monat immerhin 91 Millionen Euro, sie werden zwischen Bund und Land je zur Hälfte getragen.

Stattdessen sollen mit den Gesundheitsämtern Strukturen aufgebaut werden, die sogenannte aufsuchende Impfungen etwa in Stadtteilen oder Dorfgemeinschaftshäusern umsetzen können.

"Wenn jetzt nicht der Himmel über uns zusammenbricht und alle Impfstoff-Lieferungen kommen", so Laumann, dann habe man bis Ende Juli allen Impfwilligen ein Angebot gemacht, neun Wochen später seien diese dann vollständig geimpft. Für die Auffrischungen der Impfungen brauche man die Impfzentren nicht mehr.

Die Delta-Variante und die Fußball-EM

Der Gesundheitsminister stellte nüchtern fest: "Ich finde es sehr spannend, wie es sich in den nächsten 14 Tragen mit der Delta-Variante entwickelt." Von diesem Infektionsgeschehen hänge auch die nächste Corona-Schutzverordnung ab. In NRW habe man aktuell bei rund zehn Prozent der Infizierten die deutlich ansteckendere Delta-Variante nachgewiesen. Tendenz steigend.

Auf die Frage, ob er Folgen auf das Pandemiegeschehen durch das EM-Achtelfinale zwischen England und Deutschland nächste Woche Dienstag in London befürchtet sagte Laumann nur: "Ich würde nicht hinreisen." Alle Fußball-Fans müssten bedenken, dass sie bei ihrer Rückkehr in eine 14-tägige Quarantäne müssten. "Das ist ein hoher Preis für ein Fußball-Spiel."

Test-Appell des Ministers an die Bevölkerung

Auch wenn die Zahl derer, die positiv auf das Corona-Virus getestet werden, stark rückläufig ist, hält Laumann dennoch an diesem Instrument fest. Die Tests seien ein wichtiger Seismograf, der zeige, "hier tut sich was in der Bevölkerung".

Er appellierte an alle, die Urlaub gemacht haben - "egal wo" sich danach als "Solidarleistung" testen zu lassen. Als Faustregel gab er aus "immer dann, wenn man mit vielen Leuten zusammen war und dann wieder andere Menschen trifft, sich testen zu lassen".

Stand: 24.06.2021, 15:22

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