Ralph Sina rechts im Bild, links ein Bild von Bundeskanzler Olaf Scholz. Im Hintergrund: Der Deutsche Bundestag und ein Bildschirm verbunden mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj.

KOLUMNE

Nach Selenskyj-Rede: Scholz hat versagt!

Stand: 19.03.2022, 10:00 Uhr

Ein jüdischer Präsident bittet Deutschland per Videoschalte im Bundestag um Hilfe im Krieg gegen Russland - und der deutsche Kanzler? Schweigt. Scholz versagt im entscheidenden Moment, kritisiert Ralph Sina.

Von Ralph Sina

Es gibt diese Momente, die man nie vergisst. Private Momente. Historische Momente. Den Moment, in dem Willy Brandt vor dem Denkmal in Warschau unvermittelt niederkniete, vergesse ich nie. Obwohl er über fünfzig Jahre zurückliegt, steht er mir als Schwarz-Weiß-Bild immer vor Augen.

Willy Brandts "Kniefall" von Warschau

Willy Brandts "Kniefall" von Warschau

Es war ein Niederknien, das Deutschland in den Augen der Welt groß gemacht hat. Eine stumme Geste, die mehr sagt als tausend Worte. Olaf Scholz hat dasselbe Amt inne wie einst Willy Brandt.

Der Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland hatte nach der historischen Videoansprache des ukrainischen Präsidenten Selenskyj an die Adresse des Deutschen Bundestages die einmalige Chance, auf seine Art Größe zu zeigen. Brandt-Bewunderer Olaf Scholz und das gesamte Parlament haben diese Chance auf eine erbärmliche Weise vertan.

Reaktion: Ausgefallen!

"Euer 'Nie wieder!' ist nichts wert. Ein Volk wird vernichtet!", hat der ukrainische Präsident versucht Deutschland in das Ausschwitz- und Nachkriegs-Gewissen zu reden. Und was folgt auf diese schärfste Anklage, die man uns als Nachfolge-Generationen des Hitler-Deutschland machen kann? Etwa eine Schweigeminute? Weil man mit dieser Anklage erst einmal um Fassung ringt? Eine Anklage, die ja umso schwerer wiegt, weil die Bundesrepublik mit ihren russischen Gas-, Öl- und Kohleimporten auch noch indirekt die Vernichtungswaffen mitfinanziert, mit denen Putin und sein Militär den Völkermord in den ukrainischen Metropolen exekutieren.

Nein, es gab keine Minute des betroffenen Schweigens. Es gab den absoluten GAU - nämlich die Nicht-Reaktion.

Selenskyj: "Zerstören Sie diese Mauer!"

Der ukrainische Präsident bittet im Bundestag eindringlich um Hilfe. "Die Besatzer haben 108 Kinder getötet, mitten in Europa, bei uns im Jahre 2022". Selenskyj spricht von der Mauer inmitten Europas, die größer wird mit jeder Bombe die auf die Ukraine fällt, mit jeder nicht getroffenen Entscheidung, mit jeder Zögerlichkeit in der Frage des EU-Beitritts.

Doch was tut die Bundestagspräsidentin? Sie geht buchstäblich zur Tagesordnung über, zu Corona-Debatte und Infektionsschutzgesetz, und gratuliert zuvor noch einem Abgeordneten zu dessen Sechzigsten - als sei der Bundestag ein Kleingartenverein, der sich ängstlich an seine Satzung klammert. Während zur selben Zeit in Kiew die Sirenen heulen.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Und was tut der Bundeskanzler? Er applaudiert zunächst stehend dem ukrainischen Präsidenten. Doch kaum ist Selensky aus dem Bild der Videoleinwand verschwunden, hockt Scholz schweigend auf der Regierungsbank. Statt sich sofort das Wort erteilen zu lassen. Und die historische Chance zu nutzen, eigene kapitale Fehler gegenüber der Ukraine einzugestehen.

Scholz hätte Fehler einräumen können

Zum Beispiel den Fehler, genauso skrupellos wie Kanzlerin Merkel an dem Projekt Nord Stream 2 festgehalten zu haben. Zu einem Zeitpunkt, als Putin-Gegner Nawalny nach dem Giftanschlag in Berlin um sein Leben rang, haben weder Scholz noch Merkel einen Grund gesehen, die Gaspipeline in Frage zu stellen.

"Selenskyj hat Nord Stream ausdrücklich in seiner Videobotschaft kritisiert. Scholz hätte diese Kritik aufnehmen müssen. Und eingestehen: Jawohl, wir als ehemalige GroKo - und ich ganz persönlich als Vizekanzler - haben Schuld gegenüber der Ukraine auf uns geladen." Ralph Sina

Scholz hätte eingestehen können, dass seine und Merkels Behauptung, bei Nord Stream 2 ginge es um ein rein wirtschaftliches Projekt, eine schlichte Volksverdummung war.

Olaf Scholz hätte gegenüber dem ukrainischen Präsidenten auch einmal eingestehen können, wie unfassbar es ist, dass sich die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern auf eine höchst fragwürdige Weise zur Lobbyistin der Putin-Pipeline gemacht hat.

Und dass er an seinem sozialdemokratischen Vorgänger Gerhard Schröder verzweifelt. Der den Mut und die Weitsicht hatte, sich ganz klar gegen den von George W. Bush herbeigelogenen Angriffskrieg auf den Irak auszusprechen. Aber der trotz seiner Intelligenz und seines damaligen Formats keine Skrupel hat, als Ex-Bundeskanzler Millionen aus den Öl-Kassen des russischen Kriegsverbrecher-Regimes zu kassieren. Und der mit keinem Wort bisher die Verbrechen Putins beim Namen nennt.

Gerhard Schröder und Wladimir Putin auf Schloss Gottorf anlässlich Deutsch-Russischen Regierungskonsultationen/21.12.2004/Archivbild/Symbolbild

Männerfreundschaft ohne Rücksicht auf Verluste: Putin und Schröder

Willy-Brandt-Moment verpasst

Scholz hat den Willy-Brandt-Moment der Entschuldigung verpasst. Es geht nicht darum, vor Selenskyj - bildlich gesprochen - auf die Knie zu fallen. Es geht nicht darum, Bundeswehr-Jets in die Ukraine zu liefern. Aber den Mut zur Wahrheit hätte der Bundeskanzler in diesem historischen Moment des Bundestages haben müssen.

Zu dieser Wahrheit gehört, dass zahlreiche NATO-Staaten durch ihre erbärmliche Abhängigkeit von Putins Gas und Öl die barbarische Einkesselung und Bombardierung ukrainischer Städte mitfinanzieren. Und dass diese Mitschuld der Bundesrepublik doppelt schwer wiegt. Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte.

Olaf Scholz weiß, wie viele Millionen Ukrainer die Nazis als Zwangsarbeiter deportiert, wie viele Millionen sie umgebracht haben. Dem jüdischen Präsidenten Selenskyj hätte Scholz sagen können, wie sehr es ihn vor dem Hintergrund der Massen-Erschießungen ukrainischer Juden durch Wehrmachtssoldaten schmerzt und mit Scham erfüllt, dass wir dem Massenmorden der Putin-Armee jetzt weitgehend tatenlos zusehen müssen. Und uns für unsere Ohnmacht schämen.

Willy Brandt war ein charismatischer Kanzler. Er hätte die richtigen Worte in diesem dramatischen Moment gefunden. Aber Olaf Scholz ist nicht nur kein Willy Brandt. Er ist mit seiner beschämenden Sprachlosigkeit gegenüber Selenskyj kein Kanzler mit Format.

Was denken Sie? Was wäre eine angemessene Reaktion auf die Rede des ukrainischen Präsidenten Selenskyj im Deutschen Bundestag gewesen? Und hat Bundeskanzler Scholz eine historische Chance verpasst? Lassen Sie uns darüber diskutieren! In den Kommentaren auf WDR.de oder auf Social Media.

Sie haben Lust auf Meinungsaustausch und wollen keinen ImPuls mehr verpassen? Dann können Sie die Kolumne ganz einfach in der App unter "Meine Themen" abonnieren. Dafür müssen Sie nur die Nachrichten-Kategorie "Kolumne" auswählen.

Drei Screenshots der WDR Aktuell App in einer Collage.

Kommentare zum Thema

152 Kommentare

  • 152 Sander 22.03.2022, 20:09 Uhr

    Leider taucht Scholz zu heiklen Themen immer wieder ab. Beispiele: Impfpflicht, Wirecard, etc.. Herr Scholz entzieht sich seiner Verantwortung als Bundeskanzler. Jährlich werden 50 Milliarden € für die Bundeswehr ausgegeben. Im Bestand sind jedoch keine Waffen, die man der Ukraine zur Verfügung stellen kann. Herr Scholz, wo ist das Geld für die Bundeswehr geblieben? Waffen gibt es ja keine. Der Präsident Selenskyj macht einen außergewöhnlichen guten Job.

    Antworten (3)
    • Bernd2 23.03.2022, 13:54 Uhr

      Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr P. sich auf einen A.Krieg vorbereitet. Er liebt es nur mit ihm zu drohen. Es macht einfach keinen Sinn, was würde er mit der Ukraine wollen, wenn sie größtenteils verstrahlt wäre? Es ist sehr gut möglich, dass es für die Nato und die EU ein Gamechanger wäre und sie dann zur Kriegspartei würden. A.Waffena auf den Westen würden noch weniger Sinn ergeben, weil diese mit Gleichem beantwortet würden. Herr P hat über 6.000 der Westen über 5.000, es sind so viele, da wäre es auch schon egal, wer wie viele hat. Bio oder Chemiewaffen gegen die Ukraine würde ich ihm und seinen Gefolge aber zutrauen. Ich wünsche mir keinen Krieg, aber immer nur zu kuschen, nur weil er P. das A.Wort ausspricht kann auch nicht richtig sein.

    • Bernd2 23.03.2022, 14:08 Uhr

      Ups. Falsche Stelle. Die Anwort bezog sich auf einen anderen Kommenar.

    • Micha 24.03.2022, 14:25 Uhr

      @ Bernd2: "Verklickt", kommt vor. - Ich finde, es geht nicht so sehr ums Kuschen oder das (indirekte) Drohen mit A.-Waffen. Es reicht ein Unfall oder "Unfall" in einer der ukrainischen A.-Anlagen. Putin hat durch den Einmarsch mit so ziemlich allem gebrochen, auf das sich irgendwie vorher geeinigt wurde - Minsk, Friedensordnung. Trotzdem überlegen wir, wie er WAS auffassen KÖNNTE. Er sagte bereits, die Sanktionen kämen einer Kriegserklärung gleich. Ob da Etliche zusammengezuckt sind? Unsere Politiker AGIEREN hoffentlich im nicht-öffentlichen Hintergrund und reagieren nicht immer noch "nur" auf Putins sich auswachsende Handlungen. Sie sind weder Gedankenleser noch Vollzeitpsychologen oder Hellseher. Abwarten, was Putin als nächstes anzettelt, ist vllt die falsche Strategie. Gut begründbare Taten wären mMn ok. Putin dreht sich (im Moment) vieles so, wie er es gerade gebrauchen kann. Dagegen erscheint mir Erdogan fast wieder wie ein autokratischer Annfehnggäh.

  • 151 Ivonne 22.03.2022, 08:56 Uhr

    Ich stelle mich den oberen Kommentaren das selensky Mal langsamm einlenken sollte zum Wohle seines Volkes ..es häufen sich immer mehr Anzeichen das Putin das Spiel Ukraine bald beenden wird .. womit wissen wir alle den laut einer Quelle soll er schon seit Engsten Leute in den Bunkern bringen lassen. Leider

    Antworten (1)
    • Narzisst hin oder her: 22.03.2022, 09:30 Uhr

      Für ein Einbunkern in Kriegszeiten kann es mehrere Gründe geben. Nawalny wurde gerade wegen Betrugs und in Haft begangener Verbrechen als Wiederholungstäter zu 13 Jahren Hochsicherheitsknast verurteilt. Die russischen Soldatenmütter sind (noch?) erstaunlich ruhig.

  • 150 Wolfi 21.03.2022, 20:30 Uhr

    @Angelika Genau der richtige Kommentar. H. Selenskyi versucht alle Staaten zu manipulieren. Er möchte, dass die komplette deutsche Wirtschaft den Bach runter geht und Europa in Schutt in Asche liegt. Unter dem Motto geht es uns scheixxe, dann soll es euch genauso gehen. Herr Selenskyi opfert sein Volk, aus welchen Gründen auch immer. Mache mir hierzu meine eigenen Gedanken, wäre auch zuviel zum tippen. Jeder Kriegstote, ob Soldaten, Zivilisten und Kinder ist einer zuviel. Wenn ich die übermittelten Zahlen der ermordeten Menschen, in der Ukraine lese, ich hätte mit viel mehr gerechnet. Ich bin selten egoistisch. Bitte kein NATO Blut für H. Selenskyi vergießen.

  • 149 Angelika 21.03.2022, 16:31 Uhr

    Der Meinung bin ich auch! Verstehe auch nicht, was immer noch mehr Waffen geliefert werden sollen! Israel hat Herrn Selenskyj die richtige Ansage gemacht und jetzt fordert er...wieder mal... WIR sollen unser Gas kappen! Was geht ihn das an? Hoffe unsere Regierung zeigt ihm die rote Karte! Soll unsere Wirtschaft den Bach runter gehen? NEIN! Er soll Kompromisse machen und Putin nicht noch mehr rausfordern mit seiner Arroganz! Das kann übel enden.....er sollte mal ein Buch über Narzissten lesen, damit er kapiert wie Putin tickt! Wenn Narzissten genug mit Ihrem Opfer gespielt haben, kommt ein ganz harter Cut.....das gehört zum Muster! Wie soll das enden? Soviel ich gelesen habe, besitzt Putin jede Menge dieser "kleinen" Atomsprengköpfe........zielgenau einsetzbar.......wenn ers satt hat dann gibts die Ukraine nur noch auf Landkarten! Wie ich schon einmal schrieb......ein Held wäre Herr Selenskyj, wenn er zum Wohl seines Volkes gegangen wäre!

  • 148 Andre Bock 21.03.2022, 13:57 Uhr

    Ich finde man muss hier schon sehr aufpassen und kühlen Kopf behalten. Herr Scholz mag nicht das Charisma anderer großer Staatenlenker besitzen, aber er versucht zumindest real die eigenen Möglichkeiten auszuloten und sich nicht von Trends oder übertriebenen Emotionen leiten zu lassen. Man muss immer wieder erwähnen, dass die Ukraine kein Nato-Staat und auch kein EU-Staat ist und deshalb Interventionen immer mit äußerster Vorsicht zu genießen sind, zumal gegenüber einem feindlich gesinnten und atomar bewaffneten Staat wie Russland. Dass die deutsche Russlandpolitik gescheitert ist, ist offensichtlich, dass die Ukrainer darauf sauer sind ebenso, dennoch darf hier nicht vergessen werden, dass viele Forderungen von Selensky ebenso absolut weltfremd sind, wie die Aufnahme in die Nato oder sogar EU. Herr Scholz kann hier doch ohnehin nichts richtig machen.

  • 147 Renate Bohnensack 21.03.2022, 13:30 Uhr

    Die Meckerei ob gut und richtig geht mir allmählich zu weit. Viele aus meinem Umfeld - das ist mit Kindern, Enkeln und ehrenamtl. SuchtgefährdetenhilferInnen nicht so klein, lesen das garnicht mehr und schalten einfach ab. Olaf Scholz hat sich etwas später mit dem Stoltenberg getroffen und da nochmal Stellung bezogen. Er telefoniert fast täglich mit dem Minister der Ukraine und hat sicher schon zigmal dazu was gesagt. Mir ist es 10000mal lieber alle bekommen das mit dem Waffenstillstand hin, als ewig um neue Waffen zu texten! Alle 4 aus der neuen Regierung machen in dieser schwierigen Zeit einen guten Job - die ständige Kritik aus der Ukraine haben sie nicht verdient. Wenn da weiterhin geholfen werden soll wird sich das ganze zu schnell auch mal ins Gegenteil kehren, was ja schlimm wäre! Natürlich kann ich die Verzweiflung verstehen - ist alles voll traurig - aber da hat weder Olaf noch die Annalena oder die anderen 2 die Schuld. Die bleibt bei Herrn Putin, hab ich falsch gesehen!

    Antworten (1)
    • Frieden mit Kompromissen 21.03.2022, 14:03 Uhr

      Genauso ist es ! Und hinter den Kulissen ziehen ganz andere die Fäden, ohne ein Herrn Scholz....Amerika Israel Türkei China Russland......und an einem kriegslüsternen Komiker noch mehr Waffen zu schicken, ist wirklich nicht komisch

  • 146 Naomi Klein 21.03.2022, 08:35 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 145 TRISTAN HR74 21.03.2022, 02:52 Uhr

    Hysterische Kritik im Konjunktiv; in einer schier undurchsichtigen, unendlich komplexen und verstricken Weltordnung. Eine aus einer Quasi-Kriegsgefangenschaft herausgeschalteten Videobotschaft von einem psychisch und mental bis zum Zerreißen angeschlagenen ukrainischen Präsidenten. An dem Punkt und ohne auf die abstrus pervertierte Massenpsychose "Schröder-Putin-Trump-Jinping-Brexit-Johnson-Corona-Doppel-Trippel-Weltmoral" einzugehen, bitte ich mir die Frage an den Kolumnisten zu erlauben, was der deutsche Bundeskanzler Herr Scholz abseits aller medienwirksamen betriebswirtschaftlichen Interessen, Ihrer Meinung nach zum Wohlergehen aller Betroffenen JETZT tun kann? Während die Welt von Hass, unsäglichen Leiden, Tod, Trauer, Traumata und von pathologischen Narzissten mit Despoten-Status in Zeitlupe zu Staub und Asche zerbombt und verbal zermürbt wird, empfinde ich Ihre Kritik, gelinde ausgedrückt, als unangemessen, nicht hilfreich und beschämend.

  • 144 RainerHangelow 20.03.2022, 21:43 Uhr

    Man muss es leider gestehen, aber es ist beschämend, wenn ich mein Heimatland im Moment betrachte. Jahrzehnte haben wir uns in Schimpf und Schande gesehen und uns die Losung "Niemals wieder!" gegeben. Wir haben gegen Nato-Doppelbeschlüsse demonstriert, gegen Atomwaffen in Deutschland...und das alles war richtig. Doch nun? In Europa wurden auf der Krim 2014 erstmals seit Ende des Zweiten Weltkrieges direkt Mitten in Europa Grenzen mit Waffengewalt verschoben, und dieses Jahr ein verbrecherischer Angriffskrieg gestartet. Ich bin Pazifist, Kriegsdienstverweigerer...aber heute muss ich gestehen, sehe ich, dass man manchmal vielleicht doch die Freiheit mit Waffengewalt verteidigen muss...so schwer es mir fällt, dies einzugestehen. Denn was, wenn wir es nicht tun? Wir machen uns mitschuldig. Als Europa, als Deutsche, auf Einladung der demokratischen Regierung der Ukraine als Blauhelme den Frieden wieder herstellen...dann würden wir unser "Nie wieder!" ernst nehmen. So sehen wir zu...

    Antworten (3)
    • Paul voss 20.03.2022, 22:00 Uhr

      Nein Sie muessen nicht zusehen.. Setzen Sie sich ins Auto und fahren nach Lemberg.. Melden Sie sich bei der Legion..waffen gibt's genug.. Muessen nicht mitgebracht werden.. Nur Mut..

    • Anonym 20.03.2022, 22:35 Uhr

      Warum regen wir uns jetzt auf....Vietnam Irak Jemen usw. hätte uns schon wachrütteln müssen....in Afghanistan waren Russen und Amis gemeinsam.....Bedenken sollte uns nur zugeben, das wir nichts gegen die Waffenlobby unternehmen, aber dann über unser schlechtes Gewissen jammern, wenn Waffen benutzt werden, die man vorher noch gewinnbringend verscherbelte.

    • Anonym 23.03.2022, 14:23 Uhr

      @Anonym. Ich kann jetzt nicht erkennen, wo jetzt die Ukraine durch deutsche Waffen bedroht würde. Ich glaube, wenn man sich unsere Politik anschaut, hätte D liebend gern komplett auf Waffen verzichtet. Das geht aber nicht, so lange diverse Schurkenstaaten unsere Freiheit und unseren Frieden bedrohen. Dafür braucht man leider halt die Waffenindustrie und wenn man ihr verbietet, etwas zu verkaufen, dann wird sie wohl nicht lange bestehen bleiben. Wir können dann versuchen, die russischen Hyperschallraketen mit Steinen und spitzen Worten abwehren.

  • 143 Anonym 20.03.2022, 21:00 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

    Antworten (2)
    • norbert schulz 20.03.2022, 23:11 Uhr

      och kind, schreib doch nicht so einen offensichtlichen blödsinn, da fällt doch sofort auf, dass dein schreibtisch in st. petersburg steht...

    • Norman Finkelstein 21.03.2022, 06:24 Uhr

      @schulz vom Käfig voller Helden, wenn man keine Argumente gegen Tatsachen hat, versucht man es eben mit Diffamierung. Und nein, mein Schreibtisch steht in Jerusalem.

  • 142 Paul voss 20.03.2022, 20:50 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 141 Someone 20.03.2022, 19:59 Uhr

    Sind hier eigentlich größtenteils nur Querdenker unterwegs, die nichts besseres zu tun haben, einen renommierten Journalisten für seine persönliche Meinung zu beschimpfen? Unglaublich... wobei, bei unserer verrohten Gesellschaft wundert mich aktuell gar nichts mehr. Es geht hier doch hier nicht um die Frage, ob Deutschland und die NATO den dritten Weltkrieg vom Zaun brechen sollen, sondern darum, dass unsere Regierung einen Kollegen und dessen Hilferuf aus einem Kriegsgebiet kommentarlos abgetan hat. Das zeigt, wie gerechtfertigt Selenskyjs Vorwürfe sind und wie eigennützig Deutschlands Politiker (und scheinbar auch so mancher Bürger) noch immer denken und handeln. Aber es ist natürlich immer angenehmer, wegzuschauen, als sich mit eigenen Fehlern auseinandersetzen zu müssen. Ich hoffe sehr, die Ukrainer und Wolodymyr Selenskyj stehen diesen schrecklichen Krieg durch. Wenn nicht, haben wir sie definitiv mit auf dem Gewissen.

    Antworten (1)
    • Anton aus B. 20.03.2022, 20:16 Uhr

      ...sie definitiv mit auf dem Gewissen. wie BITTE. Ihr Kommentar ist ebenso abstrus wie der des Verfassers.

  • 140 Melli 20.03.2022, 19:59 Uhr

    Wieso sollte nach Selenskyjs Rede noch eine Debatte stattfinden? Es wurde doch schon von allen Politikern gesagt, dass sie an der Seite der Ukraine stehen und den Krieg ganz schrecklich finden. Ich glaube, dass wir uns nicht schämen müssen, denn die Ukraine hat von uns schon viel Hilfe bekommen. Das ist auch gut so, denn es ist sehr schlimm was dort passiert. Putin sollte man zum Mond schicken, ohne Wiederkehr. Trotzdem ärgert es mich, dass der Botschafter und auch neuerdings der Aussenminister der Ukraine uns dauernd beschimpfen und unverschämte Forderungen stellen. Wir wollen keinen dritten Weltkrieg. Das muss die Ukraine akzeptieren. Aber es wird unaufhörlich eine Flugverbotszone gefordert. Wem wird denn damit geholfen? Wir haben auch alle Familien und wollen keinen Atomkrieg. Ich wünsche mir einfach nur Frieden.

  • 139 Froschkönigin 20.03.2022, 19:55 Uhr

    Ich finde ihre Kolumne hat was von bashing . Die neue Regierung macht ihrer Meinung nach alles falsch und soll sich entschuldigen . Hallo , wer hat den 20 Jahre lang alles boykottiert wenn es um Klimawandel , erneuerbare Energie usw . Ging ? Und warum soll Deutschland sich immer noch für den 2 Weltkrieg entschuldigen ? Wir werden uns bald für Gans andere Sachen entschuldigen , warme Worte und Entschuldigungen helfen den Menschen in der Ukraine nicht . Es geht um knallharte Sanktionen , um Ersatz für unser energieproblem , um Solidarität .

  • 138 Angelika 20.03.2022, 18:44 Uhr

    Also......nach den neuen Aussagen des Herrn Selenskyj bei CNN.....die ja sicher jeder mitbekommen hat....möchte ich mal eine Forderung stellen!!!! Keine Waffen mehr dorthin.....nur noch hummanitäre Hilfe! Es reicht!! Putin ist ein Narzisst......abgrundtief boshaft....keine Frage.....und was ist Selenskyj? Wer ist kränker von den beiden im Kopf? Sorry......aber wer jetzt noch nach diesen Aussagen diesem Kriegstreiber beipflichtet.....meine Güte Leute!!!!!! Was würde ihm einfallen.....jetzt ganz ehrlich......um uns in den Krieg zu reißen? Der muss genauso gestoppt werden und ich hoffe sehr, dass unsere Nato sehr scharf aufpasst an den Grenzen und immer weiss, woher was kommt.....trau schau wem!!!!!

  • 137 karl 20.03.2022, 18:21 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 136 siegbert hagmann 20.03.2022, 18:04 Uhr

    schon mit dem Beginn des Kommentars merkt man gleich das hohe Roß, auf dem der Schreiber reitet. Dazu eine kleine Frage: wäre Herr Selensky nicht Jude -würden die ja wirklich abenteuerlichen Herleitungen des Autors/Reiters immer noch gelten? Daß das US Militär friedfertiger und rationaler ist als der leider sehr stark zündelnde Herr Selensky ist doch insgesamt schon irritierend. Dient ein Krieg bis zum sicheren Tode der Ukraine gegen die verbrecherische Invasion Rußlands? Wenn ma schon 17 mal mehr Geld für Militär ausgibt als Rußland, was soll dann die Aufrüstung der Bundeswehr?

  • 135 seb Fornpost 20.03.2022, 17:40 Uhr

    Nach den Piutintrollen nun auch noch die Selenskyjtrolle - sogar als Kolumnenschreiberlinge im WDR. Unsere Regierung hat genau eine Aufgabe: Schaden vom deutschen Volk abwenden. Genau _das_ aber tut sie und zum Missfallen des Schreiberlings dieser Kolumne zieht man nicht in den Krieg , sondern leistet humanitäre Hilfe und beschließt Sanktionen. Ein wutschnaubender Blindwüterich schreit natürlich: Zu den Waffen. Solchen Leuten sage ich: Geht! Geht in die Ukraine und zeigt einmal persönlich, was Ihr so für klug haltet. Mit anderer Leute Hinterteil durch das Feuer reiten ist nämlich wohlfeil.

  • 134 Susanne 20.03.2022, 16:44 Uhr

    Es ist nicht das erste Mal dass Selenskyj Deutschland scharf kritisiert, nachdem bereits Sanktionen gegen Russland verhängt wurden und Nordstrem 2 aufgegeben wurde und wir nehemen nun sehr viele Flüchtlinge auf und helfen enorm und die Sanktionen wurden rasch umgesetzt. Wer konnte denn ahnen dass es zu einem solchen Krieg kommen wird? Diesen Krieg hat doch nicht Deutschland begonnen ! Warum müssen wir uns nun mit unserer Vergangenheit rechtfertigen? Wie soll denn Scholz nach Meinung der Medien reagieren? Soll er zugeben dass Deutschland eine Mitschuld an dem Krieg hat? Also nur Deutschland? Es ist doch schon auffällig dass Selenskyj die ganze Zeit schon mehr Waffen und eine Flugverbotszone fordert. Er will bis zum bitteren Ende kämpfen!! Hilft das seinem Volk? Sollen wir da auch noch mitmachen? Sollen wir auch noch unsre Männer in den Krieg schicken?

  • 133 Wahrheit 20.03.2022, 15:31 Uhr

    Unser Hass gegen das Russische Volk grenzt mittlerweile ja schon an Rassismus. Warum lernt hier keiner den Unterschied zwischen Russischen Staatsbürgern und Russischen Politikern/Soldaten. Krankenhäuser die Russischen Staatsbürgern die versorgung unterbinden. Wir stecken alle zusammen in dieser Welt, kontrolliert von Menschen die keine Ahnung vom normalen Alltag haben. Hauptsache wir fetzen uns gegenseitig noch auseinander, hm?

    Antworten (1)
    • norbert schulz 20.03.2022, 16:25 Uhr

      wer hat denn was gegen das russische volk? es werden in europa auch keinen russen irgendwelche gesundheitsversorgungen unterbunden. aber: russland hat (wieder einmal) einen angriffskrieg angezettelt, und dementsprechend gibt es mehr und mehr samktionen, die das russische volk treffen. die einzige alternative dazu wäre, einen 3. weltkrieg anzufangen.

  • 132 Andrew W. 20.03.2022, 15:16 Uhr

    Ich kann es mir als Atheist auch nicht erklären, warum man erwähnt, dass der ukrainische Präsident nun eine Religion hat, die was ausschließen soll, Nazi zu sein? Ist die jüdische Religion des Auge um Auge vollkommen frei von dem Verdacht, nationalistisch zu sein? Warum regieren denn dann etwas in Israel rechtsradikale Parteien? Ist das eine Leid etwa ein besseres Leid als das eines egal welchen anderen Menschen? Ich habe keine Ahnung was in Russland los ist und auch keine, was in der Ukraine los ist. Aber wenn sich Teile eines Landes separieren wollen und der Staatsapparat das nicht erlaubt, dann kommt es wohl zwangsweise zu solchen Kriegen. Ich lehne Krieg übrigens immer ab. Und auch die, schon in "1984" beschriebene Kriegspropaganda, die immer auf beiden Seiten existiert, lehne ich ab. Mir kann jeder alles erzählen. Als Tunesier weiß ich sehr wohl, was die Nachrichten dort an Geschichten erzählen, während man hier ganz andere hört. Am Ende steht immer nur der Glaube, nie Wissen.

    Antworten (1)
    • Me 20.03.2022, 16:26 Uhr

      Nicht irgend eine Religion. Den Zusammenhang versteht man nur mit - wahren - Geschichtskenntnissen!

Weitere Themen

Aktuelle TV-Sendungen