Forderung nach Wiedereröffnung der Impfzentren

Aktuelle Stunde 31.10.2021 33:04 Min. UT Verfügbar bis 31.10.2022 WDR Von Dorothea Schluttig

Steigende Corona-Zahlen: Impfzentren reaktivieren, ja oder nein?

Stand: 01.11.2021, 17:53 Uhr

Die Corona-Zahlen steigen - ist das ein Grund, die Impfzentren zu reaktivieren? "Ja" sagen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und die Bundesärztekammer. "Nein" sagen einige Länder, darunter NRW.

Die steigenden Corona-Zahlen lösen vielfach Sorgen aus. Möglichst schnell sollen möglichst viele Auffrischungsimpfungen gegen schwere Covid-19-Erkrankungen bekommen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will dafür die Impfzentren wieder eröffnen, wie er der "Rheinischen Post" sagte.

Ärztepräsident Klaus Reinhardt stellte sich hinter den Vorstoß. Aus den Bundesländern kam aber auch Widerstand - unter anderem, weil das Interesse an den Impfungen stark abgenommen hat.

Konferenz der Gesundheitsminister Ende der Woche in Lindau

Ende der Woche kommen die Ressortchefs und -chefinnen der Länder und Spahn erneut zu einer Konferenz in Lindau zusammen. Dort soll es laut Spahns Ministerium um das Offenhalten der Impfzentren sowie das Einladungsmanagement für die sogenannten Booster-Impfungen gehen.

Spahn riet dazu, in einem ersten Schritt alle Über-60-Jährigen schriftlich zu einer Auffrischungsimpfung einzuladen. "Das hat bei den Erstimpfungen auch gut geklappt", sagte er.

Impfzentren verloren zuletzt an Bedeutung

Ärztepräsident Reinhardt sagte im "Morgenmagazin" des ZDF, es sei "gut und richtig", die Impfzentren zu reaktivieren, um dort entsprechend der Altersgruppen die Booster-Impfungen geregelt vorzunehmen. "Das ist ein Baustein, um die Pandemie weiter zu bekämpfen", fügte er hinzu.

Die Impfzentren sollten zu Beginn der Corona-Impfungen den ordnungsgemäßen Gebrauch des Impfstoffs sowie die Priorisierung bei der Vergabe der damals noch knappen Dosen sicherstellen. Mit der Einbeziehung der Arztpraxen in die Corona-Impfungen verloren sie an Bedeutung.

NRW ist gegen Reaktivierung der Impfzentren

Eines der Bundesländer, das gegen die Reaktivierung der Impfzentren ist, ist NRW. Die Impfzentren in alter Form werde es nicht mehr geben, erklärte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums. Seit der Schließung der Impfzentren Ende September würden die Impfungen überwiegend von der niedergelassenen Ärzteschaft sowie der Betriebsärzteschaft übernommen.

Abgesehen von Haus- und Betriebsärzten: In vielen Städten in NRW ist auch anderswo ein Impfen möglich. In Düsseldorf etwa gibt es unter anderem im Atrium des Hauptbahnhofs montags bis freitags zwischen 10 und 17.30 Uhr die Möglichkeit, sich gegen Corona impfen zu lassen.

Mobile Impfteams in vielen NRW-Städten unterwegs

In Gelsenkirchen wird noch mit einem umgerüsteten Linienbus an verschiedenen Orten geimpft. In Dortmund sind ebenfalls Impfbusse unterwegs. Mobile Impfstationen gibt es auch in Bielefeld. In Köln sind ebenfalls Impfungen bei mobilen Impfteams sowie im Gesundheitsamt möglich.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums sind aktuell zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland vollständig gegen Corona geimpft. Das sind 55,5 Millionen Menschen. Von den 24,1 Millionen Menschen, die über 60 Jahre alt sind, sind den Angaben zufolge gut 85 Prozent vollständig geimpft. Zwei Millionen Menschen haben dieser Statistik zufolge bislang eine Auffrischungsimpfung erhalten.

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