Kinder-Impfungen in NRW ab kommender Woche - was Eltern wissen sollten

Eine Person zieht eine Impfdosis aus einer Ampulle. Im Hintergrund sitzt ein Mädchen im Schulalter.

Kinder-Impfungen in NRW ab kommender Woche - was Eltern wissen sollten

Von Lena Sterz und Anna Palm

Die Impfung von Kindern zwischen fünf und elf Jahren startet in NRW in der kommenden Woche. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte können voraussichtlich am Montag anfangen.

Impfen sollen laut NRW-Gesundheitsministerium vor allem Kinder- und Jugendmedizinerinnen und -mediziner, damit die Impfungen möglichst kindgerecht verlaufen und es eine entsprechende medizinische Beratung für die Eltern gibt. Auch Hausärztinnen und -ärzte impfen mit. Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass der Kinderimpfstoff für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte ab dem 13. Dezember in den Apotheken verfügbar ist.

Zusätzlich soll es Impfangebote bei kommunalen Stellen geben - das soll ab dem 17. Dezember losgehen. Diese Angebote werden von den Kreisen und kreisfreien Städten dezentral vor Ort organisiert. Bei allen Impfungen soll der Biontech-Kinderimpfstoff verwendet werden, der anders gehandhabt und dosiert wird als der reguläre Impfstoff.

Laumann: auch bei kommunalen Impfstellen ausreichend Beratung

"Es ist eine sehr gute Nachricht, dass wir jetzt auch für Kinder von fünf bis elf Jahren eine Impfung anbieten und damit auch sie bestmöglich vor einer Corona-Infektion schützen können", sagt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in einer Pressemitteilung.

Die Kinder-Impfung sei für viele Eltern ein sensibles Thema, deshalb werde es auch in den kommunalen Impfstellen ausreichend Beratungsmöglichkeiten durch Ärztinnen und Ärzte geben. "Wichtig ist aber auch, dass wir Erwachsenen als gutes Vorbild vorangehen und uns ebenfalls um unseren Impfschutz - ob Erstimpfung oder Booster - kümmern”, so Laumann.

Informationen zu den kommunalen Impfsangeboten soll es rechtzeitig auf den entsprechenden Informationsseiten der Kommunen geben. Mindestens die Hälfte der Kinderimpfungen dort sollen mit Termin vergeben werden.

Was empfiehlt die Stiko?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den Covid-19-Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige von Biontech für Kinder mit Vorerkrankungen. Zusätzlich wird die Impfung von Kindern empfohlen, in deren Umfeld Risikopatienten leben, die sich selbst nicht durch Impfungen schützen können. Bei individuellem Wunsch könnten auch Kinder ohne Vorerkrankung geimpft werden, teilte die Stiko am Donnerstag mit.

Gesunde Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren haben ein sehr geringes Risiko, schwer an Covid-19 direkt oder an einer Folge davon zu erkranken. Es ist auch nicht klar, ob kleine Kinder Long Covid bekommen können. Der Nutzen einer Impfung ist also relativ gering.

Allerdings liegt das Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 oder einer Folge-Erkrankung nicht bei Null. Keiner weiß, was das Virus langfristig macht, wenn es einmal in unserem Körper ist. Zudem wurde der Biontech-Impfstoff schon an Millionen Erwachsene und Jugendliche verimpft - und da ist er sehr sicher.

Wo genau kann ich mein Kind impfen lassen?

Viele Städte und Kreise stecken gerade mitten in den Vorbereitungen, um ab nächster Woche auch Kinder-Impfungen anbieten zu können. Noch nicht überall sind die Pläne konkret, aber einige Städte haben auf Nachfrage des WDR schon bekannt gegeben, wo sie Impfangebote für Fünf- bis Elfjährige machen wollen:

Duisburg plant am Standort Hauptbahnhof Kinderimpfungen anzubieten, Düsseldorf ebenfalls (in der ehemaligen Zentralbibliothek). Köln plant Aktionstage in der Lanxess-Arena und im Gesundheitsamt am Neumarkt.

Aachen hat schon begonnen, ein Mini-Impfzentrum nur für Kinder einzurichten und hat von der Impfkabine bis zu den Dienstplänen der Kinderärztinnen und -Ärzte schon alles vorbereitet, so der Gesundheitsdezernent.

Dortmund plant ebenfalls eine zentrale Stelle für Kinderimpfungen einzurichten und weist darauf hin, dass für Eltern und Sorgeberechtigte, die sich vor einer Impfentscheidung ärztlich beraten lassen wollen, ein von den Impfungen unabhängiges Beratungsangebot geplant ist, "da zeitintensive Beratungen in den Kinderarztpraxen kaum möglich sind."

Auch viele ländliche Kreise sind schon in der Planung für zentrale Impfangebote: Der Kreis Steinfurt plant in seinem Impfzentrum am Flughafen Münster-Osnabrück eine eigene Kinder-Impfstraße einzurichten. Der Rhein-Sieg-Kreis hat die Kinderklinik in St. Augustin damit beauftragt, Kinderimpfungen anzubieten. Und viele Kreise werden es wohl ähnlich wie der Kreis Coesfeld handhaben: Hier werden Kinder-Termine in den bisherigen Impfstellen freigeschaltet, sobald der Impfstoff da ist.

Was sagen Virolog:innen und Politik zu Kinder-Impfungen?

Virologinnen und Virologen wie Isabella Eckerle sagen, dass man als Eltern eine Wahl zwischen Corona-Infektion und Impfung hat. Eine andere Option gebe es langfristig nicht. Nach aktuellem Stand würde sich Isabella Eckerle eher für die Impfung entscheiden.

Auch die neue Familienministerin Anne Spiegel (Grüne) hat schon angedeutet, dass sie eher für das Impfen von Kindern ist. "Meine persönliche Meinung ist, dass ich allen Eltern nur empfehlen kann, dass sie sich infomieren und dass sie sich dann entscheiden ihre Kinder impfen zu lassen," sagte sie. "Denn wir wissen ja, je mehr Geimpfte wir in unserer Gesellschaft haben, desto besser können wir dieser Pandemie die Stirn bieten."

Stand: 09.12.2021, 15:29

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