Kommt die Impfpflicht gegen Masern?

Kind wird in den Oberarm geimpft

Kommt die Impfpflicht gegen Masern?

  • Politiker beraten über Pflichtimpfung gegen Masern
  • Essener Gesundheitsdezernent: Freiwillig reicht nicht
  • Lauterbach (SPD): Gespräche mit Minister Spahn

In der neu entfachten Diskussion über eine Impflicht bei Masern hat sich der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) auf die Seite der Befürworter geschlagen. "Denn Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, sondern können lebensgefährlich werden", sagte Laumann. Um sie auszurotten, benötige man laut Experten eine Impfquote von mindestens 95 Prozent.

Lauterbach: Noch keine Einigung bei Altersgrenzen

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist nach eigenen Angaben über eine Impfpflicht mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Gespräch. Eine Einigung über die Altersgrenzen für die Pflicht stehe noch aus, sagte Lauterbach im WDR-Fernsehen. "Wir haben viele Impflücken. Die müssen geschlossen werden." Über Sanktionen bei Verstößen gegen die Impfpflicht sei noch nicht entschieden.

Gesundheitsamt empfiehlt Impfpflicht

Unterstützung für eine Pflicht zur Impfung gegen Masern kommt vom Essener Gesundheitsdezernenten Peter Renzel. "Ich fände eine Impfpflicht gegen Masern richtig. Im Grundsatz bin ich auch eher für freiwillige Lösungen, aber scheinbar hilft es nicht umfassend genug", sagte Renzel am Montag (25.03.2019) dem WDR.

Die Impfpflicht sollte nach Renzels Meinung für Kinder gelten. Bei den regelmäßigen Untersuchungen bei Kinderärzten sollte überprüft und geimpft werden. Eine Überprüfung des Impfschutzes auf freiwilliger Basis sei bei Erwachsenen zwischen 18 bis 50 Jahren geboten. Denn hier lägen oftmals nicht die notwendigen zwei Impfungen aus der Kinderzeit vor. "Dann muss dringend nachgeimpft werden", sagte Renzel.

Wenn Erwachsene Masern bekommen

Anne Bunte, Leiterin des Kölner Gesundheitsamtes, hingegen gibt zu bedenken, dass eine Impfpflicht für Kinder das Problem nicht löse. Gerade in Köln seien oft die Masern-Infektionen bei Erwachsenen das Problem gewesen, sagte Bunte. Bei Kindern hingegen liege die Impfquote mittlerweile in Köln bei 94 Prozent. Bunte hält mehr Informationen und Aufklärung über die Folgen einer Masern-Erkrankung für sinnvoll.

Stand: 25.03.2019, 15:26

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