"Impfdurchbruch" in Münster - Kontrollen und Erkenntnisse

Ein positiver Schnelltest auf einem Impfpass.

"Impfdurchbruch" in Münster - Kontrollen und Erkenntnisse

2G oder besser 3G – das ist zurzeit oft die Frage. Ein Club in Münster wollte auf Nummer sicher gehen und hat nur Geimpfte oder Genesene zur Party eingelassen. Doch danach kam die böse Überraschung: ein größerer Corona-Ausbruch.

Was ist zum Vorfall in Münster bekannt?

Bisher weiß man von etwa 39 Menschen, die nach der Party positiv getestet worden sind. Die Stadt Münster sagt, da könnten noch mehr dazu kommen, weil erst nach und nach die Corona-Warn-App rot aufleuchtet. Die meisten der Betroffenen sind im Studierenden-Alter - also Anfang bis Mitte 20 - und wohnen in Münster. Alle haben milde Symptome. Außerdem wurde ein Mitarbeiter des Clubs positiv getestet. Das Gesundheitsamt versucht jetzt alle Kontaktpersonen der positiv Getesteten zu ermitteln. Dies gestalte sich jedoch schwierig, da die aktuelle Corona-Schutzverordnung keine Rückverfolgbarkeit von Gästen vorsehe, erklärte die Stadtverwaltung am Freitag. Der Clubbetreiber teilte dem WDR mit, dass seine Türsteher gründlich kontrolliert hätten.

Wie konnten sich trotz 2G so viele anstecken?

Ob es auch Nicht-Geimpfte ohne genesen zu sein in den Club geschafft haben, oder ob bei der Einlasskontrolle geschludert wurde, darüber kann man nur spekulieren. Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass es auf der Party mehrere Impfdurchbrüche gab - also dass sich die Clubgänger infiziert haben, obwohl sie geimpft waren. Der Krisenstab in Münster will Diskobesuche jetzt noch mal auf den Prüfstand stellen.

3-G-Regel oder 2G: Wie wird das eigentlich überprüft?

Sehr unterschiedlich! Grundsätzlich gilt: Der 3G- (geimpft, genesen oder getestet)- oder 2-G (geimpft oder genesen)-Nachweis ist nur in Kombination mit dem Personalausweis gültig. So steht es in der Corona-Schutzverordnung. Der Nachweis, dass man geimpft ist, kann in Papierform oder digital erbracht werden. Etwa mit der Corona-Warn-App, der CovPass-App oder der Luca-App. Wie genau oder ungenau das am Eingang zum Beispiel zu einem Club oder ins Restaurant oder ins Fußballstadion kontrolliert wird, das ist eine andere Frage: QR-Code-Scanner, gibt es derzeit vor allem bei Großevents, wie bei Konzerten oder im Fußball-Stadion.

Wie schlimm sind Impfdurchbrüche?

Für geimpfte Infizierte ist das meistens nicht so schlimm. Auch bei den Impfdurchbruch-Fällen in Münster haben laut Gesundheitsamt die meisten Betroffenen nur milde Symptome. Dazu passt auch das, was der Virologe Christian Drosten in seinem aktuellen NDR-Podcast sagt. Er spricht davon, dass unser "Immun-Update", also die "Booster-Immunisierung" nicht zwingend durchs Dritte Impfen erfolgen muss, sondern dadurch, dass wir in Zukunft immer wieder mit dem Virus in Kontakt kommen. So wie das jetzt ja offenbar auch in Münster passiert ist. Aus der Wissenschaft kommen aber auch Warnungen: Denn ein Problem könnte es dann geben, wenn die geimpften Infizierten, auf Nicht-Geimpfte treffen und diese dann anstecken. Für die könnte das gefährlich werden.

Stand: 10.09.2021, 15:38

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