Metaller-Warnstreik legt Ford-Werke lahm

Metaller-Warnstreik legt Ford-Werke lahm

  • IG Metall-Warnstreiks in NRW dauern an
  • Seit Donnerstagnacht auch Ford betroffen
  • Arbeitgeber reagieren mit Klage - Gewerkschaft gelassen

Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie haben mit den Kölner Ford-Werken erstmals einen Großbetrieb in NRW erreicht. "Kein Auto läuft vom Band", sagte IG-Metall-Streikleiter Benjamin Gruschka am Donnerstag (01.02.2018). Von den etwa 13.000 Mitarbeitern, deren Schicht am Morgen begonnen hätte, seien nur ungefähr 50 am Arbeitsplatz. Nach Gruschkas Angaben werden normalerweise 1.500 Fiesta pro Tag in Köln produziert.

Auch in vielen weiteren Betrieben in NRW wurde gestreikt. Wie ein Sprecher der IG Metall mitteilte, wurden über 20.000 Beschäftigte in der Nacht auf Donnerstag zu Aktionen aufgerufen.

70 Betriebe sollen sich beteiligen

Die IG Metall will in dieser Woche in NRW insgesamt mehr als 65.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie zu Warnstreiks aufrufen. Dabei werden schubweise Betriebe in ganz NRW jeweils 24 Stunden bestreikt.

Insgesamt sind nach Gewerkschaftsangaben rund 700.000 Menschen in NRW in Betrieben der Metall- und Elektroindustrie tätig.

Forderung nach kräftigem Lohnplus

IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler bezeichnete die Arbeitsniederlegungen als "Antwort auf das völlig unzureichende Angebot der Arbeitgeber". Die Gewerkschaft verlangt sechs Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und Möglichkeiten zur Reduzierung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden für Angestellte, die sich um Angehörige kümmern.

Was kosten Streiks?

WDR 5 Profit - aktuell | 31.01.2018 | 05:24 Min.

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Arbeitgeber wehren sich

Die Metall-Arbeitgeber boten zuletzt bei 27 Monaten Laufzeit 6,8 Prozent mehr Lohn und kritisierten die Forderungen der Gewerkschaft als maßlos. Während der NRW-Arbeitgeberverband Klage beim Frankfurter Arbeitsgericht eingereicht hatte, plant Ford nach eigenen Angaben keine rechtlichen Schritte gegen den Warnstreik.

Das Arbeitsgericht Krefeld hatte am Mittwoch einen Eilantrag der bestreikten Firma Otto Fuchs Dülken aus Viersen abgewiesen. Das Gericht sah sich im Eilverfahren nicht in der Lage, die Rechtmäßigkeit der Gewerkschaftsforderung nach Lohnausgleich für bestimmte Beschäftigtengruppen zu überprüfen. Hier käme es auf den Einzelfall an, erklärte das Gericht und erklärte die wirtschaftlichen Folgen des 24-Stunden-Warnstreiks für zumutbar.

Gewerkschaft zahlt Streikgeld

Bis einschließlich Freitag (02.02.2018) sollen Betriebe bestreikt werden, ohne dass zuvor eine Urabstimmung stattgefunden hat. Die Teilnehmer bekommen im Unterschied zu kürzeren Warnstreik-Aktionen von der Gewerkschaft einen finanziellen Ausgleich für Lohnverluste.

Metall - und Elektroindustrie vor neuen Streiks

WDR 5 Morgenecho - Interview | 31.01.2018 | 06:00 Min.

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Stand: 01.02.2018, 09:21