Internationale Studie: NRW hinkt digital hinterher

Kinder in einem Computerraum

Internationale Studie: NRW hinkt digital hinterher

  • Schüler bei digitalen Kompetenzen im Mittelfeld
  • IT-Ausstattung in NRW "weit unterdurchschnittlich"
  • Situation an Gymnasien ist besser

Die "Generation Smartphone" in Deutschland ist im Umgang mit Computern nur mäßig fit und liegt dabei im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Das zeigt eine repräsentative Erhebung unter Achtklässlern, die das Bundesbildungsministerium und die Kultusministerkonferenz am Dienstag (05.11.2019) vorgestellt haben.

Viele Schüler haben nur Grundkenntnisse

Die "computer- und informationsbezogenen Kompetenzen" der deutschen Achtklässler haben sich demnach im Vergleich zur letzten Erhebung 2013 kaum verändert: Nur ein verschwindend geringer Anteil der Schüler kann richtig gut mit Computern umgehen, viele haben nur Grundkenntnisse. An der Studie nahmen die Länder Chile, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Kasachstan, Luxemburg, Portugal, Südkorea, Uruguay und USA sowie Moskau und Nordrhein-Westfalen als zusätzliche Messgruppen teil.

Universität Paderborn leitet Studie

In NRW wurden an 110 Schulen 1.991 Schülerinnen und Schüler getestet. Darüber hinaus wurden 1.468 Lehrkräfte, Schulleitungen, IT-Koordinatorinnen und IT-Koordinatoren über die Rahmenbedingungen für den Erwerb der getesteten Kompetenzen befragt. Geleitet wurde die Studie in Deutschland von Prof. Dr. Birgit Eickelmann vom Lehrstuhl Pädagogik der Universität Paderborn.

Die Achtklässler im bevölkerungsreichsten Bundesland sowie Gesamtdeutschland rangieren mit Blick auf ihre digitalen Kompetenzen zwar über dem EU-Durchschnitt, schneiden aber signifikant schlechter ab als die Republik Korea, Finnland und Dänemark.

Mit Blick auf die Schulformen ist der Rückstand an den nicht gymnasialen Schulformen in NRW dabei deutlich höher. Während etwa jeder zehnte Gymnasiast am Ende der achten Jahrgangsstufe nur über sehr rudimentäre IT-Kompetenzen verfügt, ist es an den nicht-gymnasialen Schulen jeder zweite Schüler.

NRW-Schulen sind schlecht ausgestattet

Mögliche Ursachen für den digitalen Rückstand zu den führenden Ländern liefert die Studie auch. In NRW teilen sich im Schnitt 13 Schüler ein digitales Gerät. Im EU-Schnitt sind es nur etwa neun, in den USA nur zwei. Die IT-Ausstattung ist nach Ansicht der Forscher "im internationalen Vergleich als weit unterdurchschnittlich anzusehen".

Weit abgeschlagen ist NRW auch bei der Ausstattung der Lehrer mit digitalen Endgeräten. In Dänemark gaben gut 91 Prozent der Schulen an, dass "jede Lehrkraft" ein solches Gerät besitze. Für Schlusslicht NRW waren es 0,9 Prozent. Die Ergebnisse haben NRW-Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) alarmiert: "Die Studie zeigt deutlich, dass ein großer Handlungsbedarf besteht. Zeitgemäßer Unterricht kann aber nur funktionieren, wenn auch unsere Schulen zeitgemäß ausgestattet werden."

Wie geht gute Schule?

WDR 5 Tagesgespräch 29.08.2019 44:48 Min. Verfügbar bis 28.08.2020 WDR 5

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Stand: 05.11.2019, 17:17

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