Hundesteuer: Welche Halter nicht zahlen müssen

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Hundesteuer: Welche Halter nicht zahlen müssen

  • Jäger in Erndtebrück fordern Befreiung von Hundesteuer
  • Festlegung der Hundesteuer ist Sache der Kommune
  • Im Schnitt zahlen Besitzer für einen Hund 76 Euro Steuern im Jahr

In Erndtebrück im Kreis Siegen-Wittgenstein wollen die Jäger von der Hundesteuer befreit werden. Einen Antrag haben sie bei ihrer Gemeinde gestellt. Denn die Kommunen bestimmen, wer für welchen Hund wie viel Steuern zahlen muss.

Warum ist die Steuer für Jagdhunde umstritten?

Die Jäger sagen, ihre Hunde würden für Nachsuchen bei Wildunfällen eingesetzt oder zur Reduzierung der Wildschweinpopulation. Das diene dem Allgemeinwohl. Gegner einer Befreiung sagen: Die Jagd ist ein Hobby und vom Halter zu finanzieren.

Einige Kommunen machen Auflagen für die Steuerreduzierung: Da reicht es also nicht, einen Dackel zu besitzen, der in einen Kaninchenbau passt. Der konkrete Einsatz bei der Jagd muss nachgewiesen werden.

Welche Hunde können befreit werden?

Blindenhund Lester

Blindenhund Lester

Unstrittig ist in allen Kommunen: Assistenzhunde für Menschen mit Behinderung wie Blindenhunde sind steuerbefreit. Weitere Kandidaten für Befreiungen oder Ermäßigungen sind Therapiehunde, Rettungshunde, Hofhunde und eben auch Jagdhunde. Ermäßigungen gibt es teilweise für Hundebesitzer mit geringem Einkommen.

Hunde aus Tierheimen sind in den meisten Kommunen zumindest für ein oder zwei Jahre von der Hundesteuer befreit. Dabei kann es Einschränkungen geben (gilt nicht für Kampfhunde) oder längere Befreiungen für ältere oder behinderte Hunde.

In Duisburg sind sogar Bordhunde von Binnenschiffern steuerbefreit. Ein Stadtsprecher erklärt, die Binnenschiffer seien soviel unterwegs, da würde der Hund keine nennenswerte städtische Infrastruktur nutzen.

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Warum muss überhaupt Hundesteuer gezahlt werden?

Die Hundesteuer dient dazu, "die Anzahl der Hunde in einer Stadt oder Gemeinde zu begrenzen und die durch Hundehaltung entstehenden Kosten bei der Straßenreinigung zu decken", erklärt der Städte- und Gemeindebund NRW.

Die Hundesteuer ist nicht zweckgebunden, sondern füllt das große Stadtsäckel. Finanzieren muss eine Kommune unter anderem Hunde-Freilaufflächen, Hundekotbeuteln an Mülleimern und die Beseitigung des Kots. Denn längst nicht alle Halter kommen ihrer Pflicht nach, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner aufzusammeln.

Wie hoch sind die Hundesteuern in NRW?

Die Jäger in Erndtebrück zahlen für einen Hund pro Jahr 75 Euro Steuern. Sie liegen damit knapp unter dem NRW-Mittelwert von 76 Euro. Den hat der Städte- und Gemeindebund NRW für 2019 berechnet. Auch der Bund der Steuerzahler hat die Hundesteuer 2019 nach Städten aufgelistet. Die günstigste Stadt ist demnach Lienen (24 Euro), die teuerste Hagen (180 Euro).

Angesichts der Gesamtkosten für einen Hund ist die Steuer eine überschaubare Summe. Aber den Jägern in Erndtebrück geht es auch um die symbolische Anerkennung.

Was kostet ein Hund?

Von der Anschaffung bis zum Tod - Wir rechnen aus, wie viel Besitzer für ihren Vierbeiner zahlen

Ausgerechnet - Was kostet ein Hund?

Reporter Daniel Assmann fragt sich: was kostet ein Hund?

Reporter Daniel Assmann fragt sich: was kostet ein Hund?

Mischling, Rassehund, vom Züchter oder aus dem Tierheim - es gibt viele verschiedene Hunde und damit auch Preise. Im Schnitt kostet ein Hund in der Anschaffung 600 Euro.

Jeder Hund muss angemeldet werden. Die Kosten für die Hundesteuer sind je nach Stadt unterschiedlich. Durchschnittlich zahlen Hundebesitzer in 12 Jahren 960 Euro für ihren Vierbeiner.

In vielen Bundesländern ist die Hundehalterhaftpflicht vorgeschrieben, in NRW für Hunde ab einer Größe von 40cm. Durchschnittlich kostet die Versicherung für 12 Jahre 840 Euro.

Von der Leine bis zum Spielzeug gibt es zahlreiches Zubehör. Das kostet im Schnitt 850 Euro.

Ein Labrador frisst in seinem Leben rund 1,3 Tonnen Hundefutter. Preis: 4000 Euro.

Auch Hunde werden krank. Für alle Besuche beim Tierarzt werden durchschnittlich 6660 Euro fällig.

Der Unterricht in einer Hundeschule kostet für zwei Kurse a 10 Stunden ca. 280 Euro.

Wer seinen Hund beerdigen will, zahlt auf einem Tierfriedhof rund 200 Euro.

Durchschnittlich 14.330 Euro kostet ein Hund auf 12 Jahre gerechnet!

Stand: 08.02.2020, 10:13

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