Hundekot: Teure Hinterlassenschaften

Hundekot: Teure Hinterlassenschaften

  • Bußgelder für Hundehaufen liegen zwischen 50 und 500 Euro
  • Nur wenige Hundehalter werden erwischt
  • Städte setzen auf Zivilstreifen und Gratis-Hundebeutel

Der Stadtrat Werne hat am Mittwoch (07.03.2018) beschlossen, dass in Zukunft 200 Euro pro Hundehaufen fällig werden, fast sechsmal so viel wie bisher. Spitzenreiter in Sachen Bußgeld ist aber immer noch Köln. Dort zahlen ertappte Hundebesitzer zwischen 35 und 500 Euro – je nach Örtlichkeit.

Anleitung zum Häufchen-Entsorgen

Die Stadt Köln weist auf ihrer Website ausdrücklich darauf hin, dass jeder Hundehalter verpflichtet ist, die Hinterlassenschaften zu entfernen – und zwar überall. Das gelte auch für Seitenstreifen oder Hundewiesen.

Eine Anleitung gibt es auch noch dazu: "Sie brauchen dazu eine handelsübliche Plastiktüte oder einen Hundekotbeutel aus dem Fachhandel. Einfach die Tüte überstülpen, Haufen aufnehmen und die Tüte verknoten. Einen Abfallbehälter finden Sie an jeder Straßenecke. Damit wäre das Problem erledigt." In Köln gibt es übrigens über 1.000 Spender mit Gratis-Tüten.

Teure Knolle auf dem Kinderspielplatz

Wer in Düsseldorf die Hinterlassenschaften seines Hundes auf einer Straße oder Grünanlage nicht beseitigt und erwischt wird, muss 75 Euro zahlen. Teurer wird es, wenn sich Fiffi auf einem Kinderspielplatz erleichtert. Dann werden laut Stadt 150 Euro fällig.

Gratis-Tüten sind schnell weg

In Münster sind die Hundekontrolleure in zivil unterwegs. "Die Kollegen kontrollieren auch die Leinenpflicht", so Stadtsprecherin Sigrid Howest. Allein in Münster lebten derzeit offiziell 10.576 Hunde. Und das sind nur die, die bei der Stadt angemeldet sind.

Hundehalter sammelt Hundekot mit einer Tüte ein

Hundekot muss vom Halter entsorgt werden

Das Hundehaufen-Knöllchen kostet 50 Euro. Wiederholungstäter zahlen dreimal soviel. Was bringt das Bußgeld? Sigrid Howest formuliert es so: "Verständnisvoller werden die Menschen nicht." Und auch die Spender für die Gratistüten im Stadtgebiet seien schnell leer gepflückt. "Da weiß man auch nicht, ob sie für das verwendet werden, für was sie gedacht sind."

Hundehalter werden selten erwischt

In Essen kostet Hundehalter das Häufchen 100 Euro – egal, wo es landet. Wie viele Hundehalter erwischt werden, konnte eine Stadtsprecherin nicht sagen. Eine flächendeckende Überwachung durch die Ordnungsbehörde sei nicht leistbar. Stattdessen gibt es regelmäßig Schwerpunktkontrollen. Käme zufällig eine Ordnungsstreife vorbei, würden sich Hundehalter allerdings vorbildlich zeigen und den Kot auch beseitigen.

Auch Gratis-Hundebeutel habe es in der Stadt einmal gegeben. Doch vor allem Vandalismus habe dazu geführt, dass von den Tütenspendern kaum noch etwas übrig geblieben ist.

Hundekot: Wir wollen doch alle "nur spielen"!

WDR 5 Morgenecho - Kommentar | 08.03.2018 | 02:53 Min.

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Stand: 07.03.2018, 16:09