Nur in Köln leben viele Flüchtlinge im Hotel

Nur in Köln leben viele Flüchtlinge im Hotel

  • Anfrage zur Unterbringung von Geflüchteten in Hotels
  • In Köln sind noch 40 Hotels von der Stadt angemietet
  • Unterbringungskosten in Köln am höchsten

In sechs Städten werden zur Zeit noch Geflüchtete in ehemaligen Hotels untergebracht. Das hat eine Anfrage des WDR bei den 30 größten NRW-Städten ergeben. Mit Abstand die meisten Hotels hat die Stadt Köln angemietet. Dort leben etwa 2.200 Geflüchtete in Hotels. Dort hatte zuletzt der Fall einer Lokalpolitikerin Schlagzeilen gemacht, die einen lukrativen Vertrag mit der Stadt abgeschlossen hatte.

Unterbringung von Geflüchteten in ehemaligen Hotels

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Der WDR hat in den 30 größten NRW-Städte nachgefragt, wie viele Geflüchtete in ehemaligen Hotels untergebracht sind. Die Ergebnisse der Recherche finden sich auf der Karte.

Bei der Abfrage der Daten in den Städten zeigte sich zudem, dass die Kosten für die Unterbringung in den Häusern stark schwanken. Während aktuell in Dortmund pro Übernachtung nur knapp acht Euro zu Buche schlagen, sind es in Köln im Durchschnitt 31 Euro.

Und das wird die Stadtkasse noch länger belasten: Die Verträge mit den Betreibern der ehemaligen Hotels laufen meist über fünf Jahre, in Einzelfällen sogar sieben Jahre. Etwa 25 Millionen Euro kostet das die Kölner pro Jahr.

Kritik vom Flüchtlingsrat

Der Kölner Flüchtlingsrat kritisiert die Praxis der Stadt, die Unterbringung in den Hotels nicht zu verringern. Es handele sich dabei um eine "Anti-Integration". Die Menschen hätten so weniger Kontakt zu Sozialarbeitern und seien weitgehend abgeschottet.

So sei es für sie sehr schwer, Zugang zur Gesellschaft zu erhalten. Die Stadt selbst verweist auf den Wohnungsmangel und sieht nach eigenen Angaben keine Alternativen zur Unterbringung im Hotel.

Düsseldorf verfolgt anderes Modell

Dass es auch anders geht, zeigt sich in Düsseldorf. "Wir haben auch im Jahr 2017 noch ungefähr 1.000 Menschen in Hotels unterbringen müssen, aber seit Oktober 2017 keine Hotels mehr angemietet", so Miriam Koch, Leiterin des Amtes für Migration. Das gelang, indem man kurze Laufzeiten für die Hotelverträge abschloss, neue Unterkünfte baute sowie Immobilien und Modulbauten kaufte.

Stand: 13.06.2018, 06:30