Homeoffice-Pflicht läuft aus: Was Arbeitnehmer jetzt wissen müssen

Eine Frau nimmt wegen des Coronavirus aus ihrem Wohnzimmer an einer Telefonkonferenz teil

Homeoffice-Pflicht läuft aus: Was Arbeitnehmer jetzt wissen müssen

Arbeiten von zu Hause aus: Die strikte Vorgabe zum Homeoffice endet angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen zum 30. Juni. Was nicht heißt, dass Homeoffice ab Juli vom Tisch ist.

Überwunden ist die Pandemie zwar noch nicht. Aber weil die Corona-Infektionszahlen stark zurückgegangen sind, können jetzt die Auflagen zur Kontaktvermeidung etwas gelockert werden. Deshalb läuft die im April verhängte "Bundesnotbremse" am heutigen Mittwoch aus.

Das bedeutet auch: Am 1. Juli endet für Unternehmen die Pflicht, Homeoffice anzubieten. Die Arbeitgeber begrüßen das. Die Gewerkschaften hingegen fordern eine dauerhafte Regulierung. Laut einer DAK-Umfrage aus dem Februar können sich 58 Prozent der Arbeitnehmer vorstellen, in Zukunft die Hälfte der Zeit von zu Haus aus zu arbeiten.

Homeoffice weiter möglich

Wie geht es nun weiter? Eine Umfrage unter DAX-Konzernen zeigt, dass die traditionelle Fünf-Tage-Woche im Büro vorerst nicht wiederkommen wird. In Zukunft gilt bei vielen eher ein Hybridmodell, also eine Kombination aus Homeoffice und Anwesenheitszeiten im Büro.

Doch auch wenn die strikte Vorgabe zum Homeoffice am 30. Juni endet, bedeutet das nicht, dass ab Juli alle vom Homeoffice wieder an ihren Arbeitsplatz im Betrieb zurückkehren. Um Kontakte zu vermeiden, sollen Beschäftigte auch weiterhin von zu Hause aus arbeiten - sofern dies möglich ist.

Entsprechende Anpassungen in der Corona-Arbeitsschutzverordnung treten am 1. Juli 2021 in Kraft. Sie gelten vorerst bis zum 10. September, wie das Bundeskabinett am Mittwoch beschloss.

Was gilt nun in Betrieben?

Der neuen Verordnung zufolge sind Arbeitgeber weiterhin gehalten, "die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen (...) auf das betriebsnotwendige Minimum zu reduzieren".

Zudem bleibt es dabei, dass betriebliche Hygienepläne erstellt und Infektionsschutzmaßnahmen ergriffen werden müssen, etwa durch Trennwände und Abstandsregeln. Wo das nicht möglich ist, müssen medizinische Masken zur Verfügung gestellt werden.

Die verbindliche Vorgabe, dass eine Mindestfläche von zehn Quadratmetern für jede im Raum befindliche Person nicht unterschritten werden darf, entfällt allerdings. Ebenfalls entfällt die Einteilung in feste Gruppen.

Arbeitnehmerrechte nach Ende der Homeoffice-Pflicht

WDR 5 Profit - aktuell 29.06.2021 05:15 Min. Verfügbar bis 29.06.2022 WDR 5


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Vierte Welle vermeiden

Auch wenn die Infektionszahlen gesunken sind: Kontaktbeschränkungen und regelmäßige Testangebote müssten bestehen bleiben, betonte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Nun müsse eine vierte Welle unbedingt vermieden werden, zumal sich die besonders ansteckende Delta-Variante des Virus rasch ausbreite.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach empfiehlt Arbeitgebern, das Homeoffice weiterzuführen. Lauterbach sagte am Mittwoch den Zeitungen der Funke Mediengruppe, derzeit sei ein erheblicher Teil der Menschen noch nicht oder nur einmal geimpft. Damit sei die Situation noch nicht ungefährlich.

Stand: 30.06.2021, 09:24

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