Diese Probleme gibt es bei der Gesundheitsversorgung in den Flutgebieten

Stau auf den Straßen ins Ahrtal, Rettungswagen gelangen nicht mehr rein.

Diese Probleme gibt es bei der Gesundheitsversorgung in den Flutgebieten

In den Hochwassergebieten wurden durch die Flut zahlreiche Arztpraxen zerstört. Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlich Gesundheitsdienstes warnt: Die Gesundheitsversorgung könnte gefährdet sein.

Viele Menschen in den besonders schwer vom Hochwasser betroffenen Orten müssen ohne dringend benötigte Medikamente auskommen, befürchtet der Bundesverband. Das liegt daran, dass zahlreiche Arztpraxen aufgrund von Hochwasserschäden dauerhaft geschlossen bleiben müssen.

Patientenunterlagen sind verloren gegangen

"In Arztpraxen sind die ganzen Unterlagen zerstört worden", sagt Ute Teichert vom Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, "konkret bedeutet das, dass manche Menschen nicht wissen, welche Medikamente sie einnehmen müssen".

Kreis Euskirchen hilft Arztpraxen

Der Kreis Euskirchen hat Ärzten, deren Praxen geflutet wurden, neue Räume vorübergehend zur Verfügung gestellt, sodass sie dort zumindest die Grundversorgung leisten können. In Erftstadt hat das Krankenhaus durch die Wassermassen so massiv Schaden genommen, dass es bis auf weiteres geschlossen bleiben muss, die Patienten werden in anderen Krankenhäusern versorgt. Insgesamt sei die Lage aber unter Kontrolle.

Erftstadt - Blessem: Trinkwasser muss abgekocht werden

Im Stadtteil Blessem, der besonders stark betroffen war, muss das Trinkwasser weiterhin behandelt werden. "Das Trinkwasser in Blessem wird noch gechlort und es muss zur Zeit noch vor einer Verwendung abgekocht werden", sagt Marco Johnen vom Rhein - Erft - Kreis, "aber es wird zusätzlich Flaschenwasser verteilt."

Tetanus - Impfungen für freiwillige Helfer

Im Stadtteil Blessem wurde außerdem eine mobile Krankenstation eingerichtet, dort werden Menschen behandelt, die sich bei den Aufräumarbeiten verletzt haben, freiwillige Helfer bekommen dort auch Tetanus - Impfungen.

Seuchengefahr durch Schlamm?

Eine großes Problem ist offenbar auch der Schlamm, den das Wasser überall hinterlassen hat. "Das Problem ist, man weiß nicht, was in dem Schlamm drin ist, Chemikalien, Fäkalien zum Beispiel", sagt Ute Teichert vom Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Dienst, "die freiwlligen Helfer sollten Schutzkleidung tragen, Gummistiefel, Handschuhe und gegen Tetanus geimpt sein." Durch den Schlamm könnten sich Krankheiten ausbreiten.

Mobile Ärzteteams im Kreis Ahrweiler

Im von den Fluten besonders hart getroffenen Kreis Ahrweiler in Rheinland - Pfalz ist die Situation noch schwieriger. In Ahrweiler gibt es zwar ein provisorisches Zelt für die Gesundheitsversorgung, viele Menschen aus den umliegenden Dörfern schaffen es dort aber offenbar gar nicht hin. Inzwischen sind mobile Ärzteteams im Einsatz, darunter auch ehrenamtliche Ärzte, die von Tür zu Tür gehen und versuchen zu helfen, so weit das ambulant möglich ist.

Stand: 29.07.2021, 17:05

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