Anpacken und unter die Arme greifen: Hilfe in der Not

Suppe kochen, Schlamm schippen, Sofas schleppen: Wer nach der Flutkatastrophe helfen wollte, musste nicht lange suchen. Ob klein oder spektakulär: Jede Hilfe wurde gerne angenommen.

Ein Helfer entsorgt in Euskirchen Sperrmüll auf einem Haufen auf der Straße

Weg damit! In den Tagen nach der Flutkatastrophe müssen tonnenweise Möbel, Kühlschränke und Spielzeug aus den zerstörten Häusern geholt werden. Das fällt den Helfern und Helferinnen oft leichter als den Betroffenen - sie wissen ja nicht, welche Erinnerungen sich damit verbinden.

Weg damit! In den Tagen nach der Flutkatastrophe müssen tonnenweise Möbel, Kühlschränke und Spielzeug aus den zerstörten Häusern geholt werden. Das fällt den Helfern und Helferinnen oft leichter als den Betroffenen - sie wissen ja nicht, welche Erinnerungen sich damit verbinden.

Als Rocco Daniel Jendroska aus Kirchlengern die Bilder der Flut-Zerstörung im Fernsehen sieht, kommen dem Spediteur für Schwertransporte die Tränen. Und er wusste, sagt er, "ich möchte helfen". Ein Kunde brachte ihn schließlich auf die Idee, die Einsatzkräfte im Krisengebiet an der Ahr mit Baumaschinen zu unterstützen. Jendroska startet einen Aufruf - und stellt einen Konvoi mit 30 Schwertransportern voller Geräte auf die Beine.

Auch Hubert Markmann macht sich auf den Weg. Der Schausteller will mit Tieflader und Kran die Straßen in Bad Münstereifel freiräumen. Eigentlich ist er ein routinierter Fahrer, aber da liegt zu viel Schutt im Weg. Also hebt er Autos aus dem Schlamm.

"Ich habe meinen Rosenkranz gepackt und mich gesegnet und dann bin ich da runter": So, wie Hubert Schilles es erzählt, klingt es nach nichts Besonderem. Dabei hat der Tiefbauunternehmer eigenhändig dafür gesorgt, dass die Steinbachtalsperre nicht überläuft. Mit dem Bagger hat er einen Zulauf freigeräumt - 18 Meter unter dem Wasserspiegel - und damit vielleicht vielen Menschen das Leben gerettet.

Ähnlich spektakulär: Die Millionenspende von Horst Eschler aus Münster. Vor zehn Jahren ist seine Frau verstorben: "Wir haben uns immer gegenseitig versprochen, dass der, der übrig bleibt, mit dem Geld Menschen in Not hilft." Sonst unterstützt er den Zoo oder bedürftige Kinder, jetzt die Flutopfer, und alles selbst erspart.

Organisationstalent: Mark Ullrich und Thomas Pütz haben einen Shuttle-Dienst in der Nähe von Ahrweiler auf die Beine gestellt. Damit werden die Hunderte von Menschen, die mit Schaufeln und Stiefel in der Schlange stehen, ins Tal gebracht - ohne noch mehr Autos in die verstopften Straßen zu bringen.

Hauptsache helfen: In Hagen-Hohenlimburg haben die Fußballer das Feld gegen die zugemüllte Straßen getauscht. Dabei arbeiten sogar die Stadtrivalen SpVh Hage 1911 und SC Concordia 1967 Hand in Hand.

Wer arbeitet, soll auch essen. Freiwillige rücken mit Grills und ganzen Imbissbuden an, um andere Freiwillige mit Kalorien zu versorgen. Die Pizza aus der Schubkarre schmeckt aber auch.

Stand: 03.08.2021, 21:03 Uhr