Hitzerekord vor einem Jahr: So heiß war es noch nie

Thermometer mit großer Zahl 40 zeigt um die 40 Grad in der Sonne

Hitzerekord vor einem Jahr: So heiß war es noch nie

  • Vor einem Jahr schlugen Meteorologen-Herzen höher
  • So heiß wie am 25. Juli 2019 war es in Deutschland noch nie
  • Drei Fragen, drei Antworten zum vergangenen Rekordsommer

Die Rekordmeldungen überschlagen sich im Juli des vergangenen Jahres. Höhepunkt ist der 25. Juli 2019. Nun wird gestritten, ob die 42-Grad-Marke wirklich geknackt wurde. Drei Fragen, drei Antworten über den heißesten Tag des Jahres.

Zahlen und Fakten zum NRW- Rekord-Sommer 2019

Im Gegenlicht der Nachmittagssonne zeigt am 04.07.2015 ein Thermometer 37 Grad Celsius in einem Garten an

Drittwärmster Sommer seit 1881

Am 25. Juli 2019 war es besonders heiß in NRW. Von 14 DWD-Stationen wurden 40 Grad und mehr gemeldet. Die Durchschnittstemperatur des Sommers lag laut DWD bei 19,1 Grad. Damit lag NRW knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt von 19,2 Grad. Dies war - wie in ganz Deutschland - der drittwärmste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Lediglich in den Jahren 2003 und 2018 war es in NRW mit im Schnitt 19,5 und 19,3 Grad noch wärmer.

Die zehn wärmsten Orte in NRW am Donnerstag, 25. Juli

  • Duisburg-Hochfeld 41,2
  • Tönisvorst 41,2
  • Marl 41,1
  • Neuss 41
  • Issum 40,7
  • Grevenbroich 40,7
  • Emsdetten 40,6
  • Sankt Augustin 40,5
  • Duisburg-Baerl 40,4
  • Düsseldorf-Uni 40,3

Sonne und Trockenheit
In den drei Sommermonaten gab es in NRW rund 740 Sonnenstunden. Das liegt deutlich über dem im langjährigen Durchschnitt von 554 Stunden. NRW gehörte zu den trockensten Bundesländern. Es fielen lediglich 140 Liter Regen pro Quadratmeter, im bundesweiten Durchschnitt waren es 175 Liter. Noch nie seit Beginn der Messungen 1961 war die Bodenfeuchte in NRW so niedrig wie im vergangenen Jahr.

Was hat den 25. Juli 2019 so besonders gemacht?

Gefahr im Hitzesommer

Hitze und Trockenheit im Sommer 2019

An diesem Tag wird nicht nur an mehreren Stationen in Deutschland die 40-Grad-Marke überschritten, es kommt auch zu einem neuen Allzeitrekord von 42,6 °C in Lingen im Emsland. Auch andere Länder im westlichen und nördlichen Europa verzeichnen Rekordhitze.

Außergewöhnlich ist zudem das Überschreiten der 40 °C-Schwelle an drei aufeinanderfolgenden Tagen sowie an zahlreichen Messstationen in NRW. ARD-Wettermoderator Donald Bäcker hat an diesem Tag Dienst, ein aufregender Tag für seine Zunft: "Das war ein einzigartiges Erlebnis."

Warum ist der "42,6 °C-Lingen-Rekord" in Gefahr?

Die Sonne geht hinter der Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Lingen in Niedersachsen auf

Die Wetterwarte in Lingen ist in der Kritik

Der Spitzenplatz Lingen wackelt, sagt WDR-Wetterexperte Jörg Brunsmann: "Man wird den Höchstwert von Lingen wohl in Klammern setzen müssen." Der Deutsche Wetterdienst traut den Daten nicht mehr und will sie bis zum Jahresende kritisch überprüfen. Zu groß ist der Unterschied zu benachbarten Messstationen und es wird bezweifelt, dass Standort der Lingener Messstation noch geeignet ist. "Wenn Bäume zu nah an der Station stehen oder dort neue Häuser gebaut werden, dann verändert das die Werte", so Brunsmann.

Werden wir weiterhin solche heißen Sommer bekommen?

Im Schwimmenreifen auf dem Fluss treiben

Weitere Hitzerekorde wird es langfristig in NRW geben

In den kommenden Tagen wird es zwar mit 23 bis 26 Grad warm, aber "im Moment sieht es nicht nach neuen Rekordtemperaturen aus", sagt Jörg Brunsmann. Langfristig werden wir aber solche Wetterphänomene häufiger erleben.

Schuld daran sind die zunehmenden Omega-Wetterlagen: Die Hochs und Tiefs kommen nicht voran und sorgen für extremes Wetter. "Es wird erforscht, ob der Eisschwund in der Arktis Ursache für diese Blockaden ist. Sie können übrigens auch für einen extrem kalten Winter sorgen", so Donald Bäcker.

Was ist eine Omega-Wetterlage? Planet Wissen 02.04.2020 01:02 Min. Verfügbar bis 25.07.2024 SWR

Stand: 25.07.2020, 06:00

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