Darum ist der Kohleausstieg 2038 so wichtig

Darum ist der Kohleausstieg 2038 so wichtig

  • Schwierige Verhandlungen wegen der Braunkohle
  • Viele unterschiedliche Interessen und Ängste
  • Kohleausstieg nötig für deutsche Klimaziele

Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Kohle-Länder kommen am Mittwochabend (15.01.2020) in Berlin zu einem Spitzentreffen zum Kohleausstieg zusammen. Es geht um einen genauen Fahrplan zum Ausstieg und die Milliarden-Entschädigungen für Braunkohle-Kraftwerksbetreiber.

Ob zentrale Entscheidungen getroffen werden, ist noch unklar. Drei Fragen und drei Antworten zum Kohleausstieg.

Warum sind die Verhandlungen so schwierig?

In den Verhandlungen geht es sowohl um den Braunkohle- als auch um den Steinkohleausstieg. Das Hauptproblem ist die Braunkohle: Es geht darum, welche Braunkohle-Kraftwerke zuerst schließen müssen und wieviel Geld die Energiekonzerne dafür bekommen. Die Bundesregierung verhandelt dazu unter Führung des Wirtschaftsministeriums mit den Konzernen RWE, ENBW und der tschechischen EPH.

Bei der Steinkohle gibt es zumindest Anhaltspunkte für das genaue Vorgehen. Aktuell ist geplant, dass jeder Energiekonzern, der Steinkohle-Meiler betreibt, Vorstellungen zu Entschädigungen angeben soll. Die, die das wenigste Geld fordern, sollen dann zuerst ihre Kraftwerke stilllegen. Die maximal mögliche Entschädigung soll von Jahr zu Jahr geringer werden.

Kompliziert sind die Kohle-Verhandlungen auch, weil der genaue Ablauf des Ausstiegs und die Milliardenhilfen nur zusammen beschlossen werden sollen.

Warum ist der Kohleausstieg so emotional?

Das Thema ist mit viel Angst und Wut verbunden. Viele Klima-Aktivisten können nicht verstehen, warum der Ausstieg und die Verhandlungen so lange dauern. Sie fordern deutlich mehr Tempo. Deswegen haben zuletzt Ende November tausende Aktivisten Tagebaue in Brandenburg und Sachsen blockiert.

Das emotionale Symbol für die Debatte um den Kohleausstieg ist der Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen. Eng verbunden damit sind die Sorgen der Menschen, die wegen des Braunkohleabbaus umgesiedelt werden.

Dann geht es um zehntausende Arbeitsplätze in der Kohle-Industrie, die mit dem Ausstieg voraussichtlich wegfallen. Zudem werden betroffene Regionen vor große wirtschaftliche Herausforderungen gestellt, da sie ihre Industrie neu ausrichten müssen.

Warum ist der Kohleausstieg so wichtig?

Der Kohleausstieg ist unerlässlich, damit Deutschland seine Klimaziele einhalten und seine Verantwortung in der Klimakrise übernehmen kann. Viele Wissenschaftler kritisieren, dass das jetzige geplante Kohleausstiegsdatum 2038 viel zu spät sei. Damit könnten die deutschen Klimaziele nicht erreicht werden.

Kohle ist die mit Abstand klimaschädlichste fossile Energie. Kohlekraftwerke sind für einen Großteil des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich, der die Klimakrise verursacht.

Stand: 15.01.2020, 16:56

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