Wo gibt es Hilfe für Familien in der Krise?

Mutter und Kind verschränken ihr Gesicht

Wo gibt es Hilfe für Familien in der Krise?

Stress mit dem Partner oder der Partnerin, die Beziehung zu den Kindern leidet. Bei Eltern kann das zu einer Überforderung führen. Hilfe anzunehmen ist nicht einfach – aber es gibt Angebote.

Der Alltag mit den Kindern kann sehr anstrengend sein – für Eltern können belastende Situationen entstehen. Wenn dann noch der Rückhalt einer funktionierenden Beziehung fehlt, kann die Situation für die Betroffenen aussichtslos erscheinen. Emotionale Überforderung kann die Folge sein.

Was aber ist zu tun, wenn der Punkt kommt, an dem Väter und Mütter wirklich nicht mehr weiter wissen? Mit sich nicht, in der Partnerschaft nicht, mit den Kindern nicht. Wenn sie komplett überfordert sind? Es gibt Hilfestellungen und es gibt auch einige Tipps, die Väter und Mütter beherzigen können, wenn sie das Gefühl haben, der Situation nicht mehr gewachsen zu sein.

Hilfe gibt es bei vielen Stellen

Organisationen wie die Caritas und der Deutsche Kinderschutzbund bieten Hilfen und Kursangebote für gestresste Eltern. Auch Städte und Gemeinden bieten oft kostenlos und anonym Beratung und Therapie für Paare, aber auch für Elternteile und Kinder an.

Auch die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung bietet Hilfen an: Die BKE ist der Fachverband der Erziehungs- und Familienberatung in der Bundesrepublik Deutschland. Dort finden Betroffene Broschüren zum Download – aber auch die Möglichkeit zu Gruppen- oder Einzelgesprächen.

Keine Scheu vor dem Jugendamt

Die Möglichkeiten, Hilfen zu finden und anzunehmen, sind vielfältig. Schon die eigene Familie kann helfen: Zum Beispiel können Großeltern versuchen, die Situation zu entschärfen, wenn sie den Eltern Pausen zum Durchatmen ermöglichen.

Sozialarbeiter und Vertrauenslehrer in der Schule der Kinder können bei Schulproblemen helfen. Das Jugendamt bietet ebenfalls Hilfestellungen für Eltern an. Wichtig ist, keine Scheu vor dem Jugendamt zu haben. Ratsuchenden Eltern kann vom Jugendamt eine Familienhelferin an die Seite gestellt werden. Zudem gibt es in jeder größeren Stadt Erziehungsberatungsstellen.

Darüber hinaus bieten die evangelische und die katholische Kirche rund um die Uhr ein Seelsorgeangebot an (Telefonnummer 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 22224). Die Hilfsorganisationen betonen unisono, dass rechtzeitiges Reagieren besonders wichtig ist, um Probleme in den Griff zu bekommen, bevor sie nicht mehr beherrschbar werden.

Haben Sie Suizidgedanken? Hier gibt es Hilfe

Wer sich mit Suizidgedanken trägt, empfindet seine persönliche Lebenssituation als ausweglos. Doch es gibt eine Fülle an Angeboten zur Hilfe und Selbsthilfe, auch anonym.

Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge ist unter den Rufnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 sowie 116 123 rund um die Uhr erreichbar. Sie berät kostenfrei und in jeder Hinsicht anonym. Der Anruf hier findet sich weder auf Ihrer Telefonrechnung noch im Einzelverbindungsnachweis wieder.

Menschen muslimischen Glaubens können sich an das muslimische Seelsorgetelefon wenden. Es ist ebenfalls kostenfrei und anonym 24 Stunden am Tag unter der Rufnummer 030/44 35 09 821 zu erreichen.

Chat der Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge bietet Betroffenen auch die Möglichkeit an, sich Hilfe per Chat zu holen. Dazu meldet man sich auf deren Webseite an.

E-Mail-Beratung der Telefonseelsorge

Menschen mit Suizidgedanken können sich auch an die E-Mail-Beratung der Telefonseelsorge wenden. Der E-Mail-Verkehr läuft über die Webseite der Telefonseelsorge und ist deshalb nicht in Ihren digitalen Postfächern zu finden.

Überblick auf Hilfsangebote

Darüber hinaus hat die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) zahlreiche Informationen zu Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und sozialpsychiatrischen Diensten aufgelistet, an die sich Suizidgefährdete und Angehörige wenden können, um Hilfe zu erhalten. Entsprechende Informationen finden Sie unter nachfolgendem Link.

Stand: 05.09.2020, 08:23

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