Razzia gegen Hetzer: Wie der WDR mit Hass-Postings umgeht

Razzia gegen Hetzer: Wie der WDR mit Hass-Postings umgeht

Mit einer bundesweiten Razzia ging die Polizei heute gegen Internet-Hetzer vor. Auch der WDR meldete strafrechtlich relevante Postings. Fragen an unsere Social-Media-Expertin.

Wie andere Medienhäuser hat der WDR hetzerische Internet-Postings an die Polizei gemeldet. Motto: "Verfolgen statt nur Löschen". Drei Fragen zum Hass im Netz an Anja Negendanck, beim WDR zuständig für Social Media.

Frage: Warum macht der WDR bei der Aktion "Verfolgen statt nur Löschen" mit?

Portrait Anja Negendanck

Anja Negendanck

Anja Negendanck: Um das Netz - ein bisschen - zu einem besseren Ort zu machen. Um deutlich zu machen, dass man auch im Internet das Grundgesetz nicht beliebig mit Füßen treten und nicht auf der Menschenwürde herumtrampeln kann. Es geht vor allem um Postings in den sozialen Medien - vor allem auf den WDR-Seiten bei Facebook und YouTube. Wir moderieren unsere Kommentarfunktionen - und das führt eigentlich auch zu einer ganz guten Diskussionskultur. Aber es gibt teilweise auch krasse, extreme Postings.

Razzia gegen Hetze im Netz

Frage: Wieso reicht das einfache Löschen von Postings nicht mehr aus?

Negendanck: Wenn man nur löscht, hat es für denjenigen ja keine Konsequenz. Er kann ja endlos diesen Hass weiterverbreiten. Wir reden hier von Straftaten. Und da ist es schon sinnvoll, sie zu verfolgen. Wir reden vom Bodensatz der Kommentarfelder. Es geht um die Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen, um Volksverhetzung und um die Androhung schwerer Straftaten, etwa von Bombendrohungen.

Frage: Wissen Sie, welche Postings auf WDR-Seiten zu strafrechtlicher Verfolgung geführt haben? Und wie begegnen Sie Vorwürfen, der WDR schränke die Meinungsfreiheit ein?

Negendanck: Es geht nicht um eine Einschränkung der Meinungsfreiheit, sondern um Straftaten. Bei einer Neonazi-Demo in Dortmund kam es unter anderem zum Posten von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Soweit ich weiß, sind daraus zwei Anzeigen hervorgegangen. Aber Details dazu, wie die Staatsanwaltschaft das weiterverfolgt, kenne ich nicht.

Stand: 14.06.2018, 13:06